Freitag, 9. November 2007

Weitere Erkundungen in Hermans Eva-Buch

Henryk M. Broder meint, dass die ganze Debatte um Eva Hermans Haltung zur Familienpolitik des Nationalsozialismus so relevant sei wie die Frage, welche Haarspülung sie benutze. Da erscheint es interessanter, sich mit den von ihr geäußerten Thesen zur Gegenwartsgestaltung auseinanderzusetzen:

Eva Herman hat ein paar ganz interessante Thesen in ihrem Buch. Sie weist zB auf die verlängerte Lebenserwartung der Frauen hin und überlegt, ob es sich Frauen mit Hinblick darauf nicht leisten könnten, schon früh im Leben eine Auszeit als Hausfrau und Mutter zu nehmen, um die beruflichen Vorstellungen dann später zu verfolgen. Die Entwicklung wie sie jetzt läuft, dass Frauen immer später Kinder bekommen, erst Karriere dann Kind, ist aus medizinischen Gründen in der Tat besorgniserregend.
Sehr "gefährlich" sind die Überlegungen Eva Hermans, dass Familien die Versorgung der Kinder auch ohne Staat hinbekommen könnten, auf dem Weg von Privatinitiative und spontaner Vernetzung von Familien mit Kindern. Das ist ein Schlag ins Kontor der die Politik dominierenden Staatsgläubigen. Die umgehende Meinung in einer multikulturellen Gesellschaft sei eine derartige Selbsthilfe von Familien mit Kindern unmöglich, kann ich nicht teilen. Warum sollen die verschiedenen Konfessionen und Weltanschauungsgruppen nicht in der Lage sein, die Kinderbetreuung innnerhalb ihrer Gemeinde/Freundeskreis zu organisieren? Eher dürfte die Akzeptanz von Staats-Kitas, in denen Kinder unterschiedlichster und gegensätzlicher Konfessionen zusammen betreut werden, in einer immer diverseren Multikultur langfristig sinken, auch wenn derzeit die Mehrheit der Bevölkerung Kita-Pflicht zu bejahen scheint.

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