Sonntag, 30. Dezember 2007

Ahnenforschung im Trend

Die Demoskopie zeigt, dass Ahnenforschung im Trend liegt. Wollten 1981 47 Prozent der westdeutschen Bevölkerung mehr über ihre Vorfahren wissen, war es 2007 bereits die Mehrheit - 51 Prozent.
Diese Entwicklung könnte damit zusammenhängen, dass die Gesellschaft altert. Denn Ahnenforschung ist noch überwiegend ein Hobby der Alten.
Entfernte Verwandte interessieren dabei die Familienforscher weniger als direkte Vorfahren.


Quelle: Allensbacher Archiv, IfD-Umfragen, zuletzt 10.000, Februar 2007

Samstag, 29. Dezember 2007

Weltende

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.

Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.


Jakob von Hoddis, 1911


Passend zum Jahresende das Gedicht "Weltende". Auffallend ist vor allem der Lakonismus, mit dem der Dichter die Weltuntergangsstimmung seiner Jahrhundertwende-Zeit zu verspotten scheint. Und lesen wir auch nicht heute tagtäglich in der Zeitung von irgendeinem Weltuntergang, einer Flutkatastrophe, einem Flugzeugabsturz, einer Grippeepidemie? Der Weltuntergang ist zum Normalfall geworden, und wird mittlerweile in Form des "Klimawandels" in Permanenz propagiert bis hin zur "Klimakatastrophe" grüner Apokalyptiker. Mein Schwesterherz meinte einmal, sie schaue kein Fernsehen mehr, da sie die Nachrichten nicht mehr ertragen könne. Das bewahrt sie auch vor Abstumpfung und erhält den Sinn für die Katastrophen im Nahbereich, die tatsächlich von uns abgewendet werden können.

Freitag, 28. Dezember 2007

Der Gott der Stadt

Auf einem Häuserblocke sitzt er breit.
Die Winde lagern schwarz um seine Stirn.
Er schaut voll Wut, wo fern in Einsamkeit
Die letzten Häuser in das Land verirrn.

Vom Abend glänzt der rote Bauch dem Baal,
Die großen Städte knien um ihn her.
Der Kirchenglocken ungeheure Zahl
Wogt auf zu ihm aus schwarzer Türme Meer.

Wie Korybanten - Tanz dröhnt die Musik
Der Millionen durch die Straßen laut.
Der Schlote Rauch, die Wolken der Fabrik
Ziehn auf zu ihm, wie Duft von Weihrauch blaut.

Das Wetter schwält in seinen Augenbrauen.
Der dunkle Abend wird in Nacht betäubt.
Die Stürme flattern, die wie Geier schauen
Von seinem Haupthaar, das im Zorne sträubt.

Er streckt ins Dunkel seine Fleischerfaust.
Er schüttelt sie. Ein Meer von Feuer jagt
Durch eine Straße. Und der Glutqualm braust
Und frisst sie auf, bis spät der Morgen tagt.

Georg Heym, 1910

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Revisionismus der Generationengeschichte

A. F. Lichtschlag, der Verleger von eigentümlich frei, produziert wieder eigentümliche Thesen: Die 68er seien eine schlechtere Kopie der 33er gewesen.

Da fragt man sich, wie er das schon wieder meint. Sind die 68er nach Meinung des Autors schlechter als die 33er, weil sie keine Konzentrationslager errichtet, keine Massenerschießungen, Vergasungen angeordnet und ncht alle Länder ringsum in Schutt und Asche gelegt haben?

Der Autor dürfte auch schief gewickelt sein, wenn er meint, Geschichtsrevisionismus bezgl. der Nazis werde eine zentrale Rolle im zweifellos bevorstehenden Generationkonflikt spielen. Er setzt wahrscheinlich auf die Bindungen, die oft zwischen Enkel- und Großelterngeneration bestehen. Nur: Die Großeltern schieden ja, wie er feststellt, kriegsbedingt vorzeitig aus dem Leben, so dass sie den Enkeln nicht bekannt sind. Sodann haben viele meiner Generation der 79er ff. gar keine oder nicht nur Nazi-Großeltern. Sodann haben viele Angehörige der jungen Generationen Migrationshintergrund und somit überhaupt keinen Bezug zu den "33ern".
Und: Mussten die 68er reaktionär sein, sich mit irgendeiner Vorgänger-Generation identifzieren, um ihre Vorstellungen durchzusetzen und ihre Anliegen zu artikulieren? Nein, Pickelhauben wurden 68 nicht gesichtet.
Vielmehr hängten sich die deutschen 68er an einen internationalen Trend an:

“Ironischerweise ist festzuhalten, dass 68 und der ambivalente Anti- Amerikanismus aus Amerika importiert wurden und nicht originär deutschen Ursprungs sind, weshalb die nachträgliche Legende, dass 68 aus einem mutigen Kampf deutscher Studenten und Intellektueller gegen Adolf Hitler dreißig Jahre nach Hitlers Tod entstanden sei, eine plumpe Geschichtsklitterung ist.” - Bettina Röhl, bettinaroehl.de, »Trau keinem 68er !«, 22. Januar 2003


So wird es auch bei einem etwaigen, wahscheinlich mickrigen Aufstand der Pillenknick-dezimierten jungen Generation gegenüber den Greisengenerationen sein. Das geht dann unter der Fahne eines neusittenstrengen Islamismus vonstatten, oder ganz dreckig nach Art von Gangster-Rappern in U-Bahnen, vielleicht im Namen einer totalitären Ökobewegung, oder wieder einem amerikanischen -etwa asozialliberalen- Trend nachfolgend, denn die Vergreisung steht ja in allen Erstweltländern bevor, und alles was in den USA angesagt ist, landet irgendwann auch in Deutschland, dem Land der ausgegangenen Ideen. StudiVZ ist eine schlechtere Kopie von Facebook.

Greise Nichtraucher

Die neue äußerst intolerante Anti-Raucher-Gesetzgebung in der EU ist auf den Gesundheitsegoismus der Nichtraucher zurückzuführen. Dieser ist wiederum auf den Wahn zurückzuführen, man könne sein individuelles Leben endlos verlängern und dies auch noch im Zustand ewiger Jugend. Forever young. Das Rauchen ist demnach das Menetekel des verdrängten Todes, der Raucher die Provokation gegenüber dem eigenen Anti-Aging-Lebensentwurf.

Bisher fand ich keinen liberalen Kommentator, der den Gesundheits-Egoismus hinter der Gesetzgebung deutlich benannt hat. Denn dort wäre der nichtrauchende Individualist zu finden, der sich nicht mehr in verrauchte Kollektive fügen will. Schuld soll demnach nur der sich ständig selbst vergrößerende Bürokratiestaat sein. Sicher auch - denn man vertraut offenbar nicht darauf, dass der Markt, d.h. die Wirte, von sich aus auf die zunehmende Nachfrage nach Nichtbelästigung durch Rauch ausreichend reagiert, indem etwa in großer Zahl Nichtraucher-Lokale und Nichtraucher-Zimmer entstehen.

Möglicherweise wird die Verdrängung des Rauchens tatsächlich zu einer steigenden Lebenserwartung führen, d.b. auch ein noch größerer gesellschaftliche Übermacht alter Menschen, womit wir dann beim Generationenkonflikt und dem demographischen Wandel angelegt wären.
So schließt sich der Kreis.

Sonntag, 23. Dezember 2007

Raucher gegen Rentner?

Ach ja, der Fall des fast totgeprügelten Rentners in der Münchner U-Bahn hat mich an zwei weitere aktuelle Konfliktlinien in der Gesellschaft erinnert:
Die zunehmend mit der Schärfe des Gesetzes geführt Auseinandersetzung Raucher vs. Nichtraucher,
und den Generationenkonflikt.
Den Kampf der Kulturen habe ich bereits erwähnt (der Rentner wurde, wie man liest, vor allem auch angegriffen, weil er ethnischer Deutscher war).
Man sieht wie verschiedene Konfliktlinien in eine verschmelzen können.

Eine Nachrichten-Wegmarke, die bezeichnend sein könnte für den zukünftigen Konflikt zwischen einem vergreisten deutschen Bevölkerungsanteil und einem überforderten jungen Migranten-Bevölkerungsanteil. In einem Papier zum Generationenkonflikt aus dem Jahre 1992 wird bereits die Einschätzung zitiert, dass "sich bei Jugendlichen und Erwerbstätigen eine enorme Wut auf die älteren Generationen entwickeln wird".

Samstag, 22. Dezember 2007

Ostfreiwillige auf deutscher Seite im 2. Weltkrieg

Bei Recherchen zur Geschichte der Freiwilligen aus Osteuropa und der Sowjetunion, die sich den Deutschen im 2. Weltkrieg zum Kampf gegen Stalin anschlossen, stieß ich auf den interessanten Fernsehbericht "Zwischen Halbmond und Hakenkreuz". Er bietet eine quellengestützte Erklärung an, warum ein Teil dieser Verbände im Verlauf des Krieges an der Invasionsfront und in Italien eingesetzt wurden: Um sie vor Vergeltungsmaßnahmen der Sowjet-Russen zu schützen. Dies erschien mir deshalb rätselhaft, weil die Ostfreiwilligen, solange sie an der Ostfront eingesetzt wurden, oft beträchtliche Verwirrung bei der Roten Armee auslösen konnten. Die letztliche Auslieferung der Ostfreiwilligen an die Sowjets wird auf shoa.de im Fall der Kosaken als eines der "schweren Kriegsverbrechen, deren sich die Britische Armee während des Zweiten Weltkriegs schuldig gemacht hatte" bezeichnet. Einige Antistalinisten aus der Sowjetunion konnten der Auslieferung entgehen und sammelten sich in München, derjenigen Stadt in Deutschland, die zum Zentrum zum Teil muslimischer SU-Exilanten während des Kalten Krieges wurde.

Ungewollte Kriegskinder

Mit wandelnden Kriegsfolgen setzt sich dieser Beitrag auseinander:


Freitag, 21. Dezember 2007

Weltuntergang - Weltaufgang

Zur Jahreswende passt auch folgender Traum, den ich vor kurzem hatte. In diesem Traum ging die Welt unter. Und zwar geschah dies davon begleitet, dass in den Mond Kometen einschlugen, und er dadurch immer weiter anwuchs, bis sich auf seiner Oberfläche sogar Meere und Kontinente bildeten. Zugleich gingen auf der Erde buchstäblich die Lichter aus, während man das Wachsen des Mondes beobachten konnte.
Wo alte Welten weichen, neue Welten reifen, dichtete ich einmal.
Die Menschheit, zumindest in der christlichen, europäischen Überlieferung, scheint allerdings nicht davon auszugehen, dass nach dem Untergang der Erde eine neue Erde entstehen könnte, oder dies gar immer nach dem Schema eines ewigen Werdens und Vergehens so weitergehen könnte. So gibt es auch kein Wort für das Gegenteil des Weltuntergangs. Ich musste es gerade erfinden: Weltaufgang.

Jahresrückblick auf Konfliktlinien

Der Blog ist noch kein Jahr alt, jedoch kann ich schon zusammenfassen, welche wesentlichen Konflikt-Trends in der Gesellschaft für mich erkennbar sind:

Kampf der Geschlechter und Kampf um die Kinder:
Feministinnen sehen sich jetzt auch Maskulinisten über (Die Bezeichnung Maskulisten ist kein guter Latinismus), sowie Dissidentinnen aus den Reihen der Frauen, deren bekannteste Protagonistin man aber nochmal von der Bildschirmfläche verschwinden lassen konnte.

Kampf der Kulturen:
Der Blog Politically Incorrect bricht alle Zugriffsrekorde. Bei so viel "freiem Hass für freie Bürger" (Stefan Niggemeyer) melden sich auch Islamophobiekritiker aus den Reihen des christlich-aufgeklärten Abendlandes zu Wort.

Kampf der Klassen:
Zunehmende Polarisierung der politischen Landschaft in Deutschland, die auch die zunehmende Spaltung in Arm und Reich wiederspiegelt. Antiliberale Stimmung und Politik im Land bei Radikalisierung des linken Lagers, indem die SPD Anteile an "Die Linke" verliert, und nationale NPD-Sozialisten erstarken. Fundamentalistische Erscheinungen auch bei der FDP und den Liberalen in Form von anarchischem "Libertarismus" und den Ausläufern der Ron-Paul-Bewegung. Verschmelzung von Konservatismus und Liberalismus.

Kampf mit der Vergangenheit:
Der Umgang mit der NS-Vergangenheit wirft nach wie vor Kontroversen auf. Es scheint zunehmend eine damnatio memoriae-Mentalität an Stelle von Vergangenheitsbewältigung zu treten, die nur noch ein fest umrissenes Geschichtsbild samt einiger Gemeinplätze zulässt. Die Instrumentalierung der NS-Vergangenheit von verschieden politischen Lagern für rein gegenwärtige Zwecke und Ziele wird immer durchschaubarer, nutzt sich ab und wird zunehmend gerügt.

Ich wünsche den Lesern diese Blogs ein friedvolles Weihnachtsfest - dies mit Bedacht, da zu Weihnachten all die oben geschilderten Konfliktfeder in Familien zu heftigem Festtagstreit führen können.

Dienstag, 18. Dezember 2007

Threnen des Vatterlandes

Der amerikanische History Arno J. Mayer brachte 1988 die Bezeichnung Zweiter Dreißigjähriger Krieg für den 1. und 2. Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit in die Diskussion ein. Vielleicht ist es also hilfreich für die Untersuchung von Kriegsfolgen die beiden Konflikte miteinander zu vergleichen. Zwei Quellentexte gehen mir da schon lange im Kopf herum:


Threnen des Vatterlandes/Anno 1636

Wir sind doch numer gantz / ja mehr denn gantz verheret!
Der frechen völker schar / die rasende posaun,
das von blutt fette schwerdt / die donnernde carthaun
hatt aller schweiss / und fleiss / und vorrath aufgezehret.


Die türme stehn in glutt / die Kirche ist umbgekehret
das Rathaus liegt im graus / die starcken sind zerhaun.
Die Jungfraun sind geschändt / und wo wir hin nur schaun
ist fewer / pest und todt der hertz und geist durchfehret.


Hier durch die Schantz und Stadt / rint allzeit frisches Blutt
Dreymall sind schon sechs jahr als unser ströme flutt
von so viel leichen schwer / sich langsam fortgedrungen.


Doch schweig ich noch von dem was ärger als der todt,
was grimmer als die pest / und glutt und hunger noth
das nun der Selen schatz / so vielen abgezwungen.

Andreas Gryphius.


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"Mir hat einmal ein Mann gesagt: 'Hören Sie, wenn Sie das machen, dann geht Deutschland in sechs Wochen zugrunde.' Ich sage: 'Was verstehen Sie darunter?' 'Dann hört Deutschland eben auf.' Ich habe geantwortet: 'Das deutsche Volk hat einst die Kriege mit den Römern überstanden. Das deutsche Volk hat die Völkerwanderung überstanden. Das deutsche Volk hat dann die späteren großen Kämpfe des frühen und späten Mittelalters überstanden. Das deutsche Volk hat dann die späteren großen Kämpfe des frühen und späten Mittelalters überstanden. Das deutsche Volk hat dann die Glaubenskämpfe der neueren Zeit überstanden. Das deutsche Volk hat dann einen Dreißigjährigen Krieg überstanden. Das deutsche Volk hat dann später die Napoleonischen Kriege, die Freiheitskriege, es hat sogar einen Weltkrieg überstanden, sogar die Revolution, - es wird auch mich überstehen!'"

Adolf Hitler im Jahr 1938, zit. nach Joachim Fest, Hitler, Ullstein Verl. 1973 S. 1027.


Überstanden hat das Volk auch den Doppel-Weltkrieg, trotz Hitler, nur wie halt...siehe Gryphius.

Ob Gryphius allgemeine Verrohung, Abstumpfung und Kälte als Kriegsfolgen meinte, als er noch im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) schrieb,
"das nun der Seelen Schatz / so vielen abgezwungen",
oder ob er sich auf konkrete Traumata und psychische Erkrankungen aufgrund erlittener Gewalt bezog?

Ludin

In einestages findet sich ein Eintrag über Hanns Ludin, geschrieben von der Enkelin Alexandra Senfft:


Wir Deutsche haben unsere Vergangenheit akademisch und politisch weit aufgearbeitet, biographisch allerdings kaum. Solange wir uns der Vergangenheit unserer Vorväter und -mütter nicht stellen und die Täterschaft nur an denen aufarbeiten, die außerhalb der Familie sind, kann keine nachhaltige Auseinandersetzung stattfinden. Denn das Verschwiegene, das Verdrängte, arbeitet über Generationen hinweg weiter - in der Gesellschaft, in den Familien und in uns selbst, auch wenn es immer wieder neue Formen und Symptome annimmt, die mit den Verbrechen, den Methoden und ideologischen Vorstellungen des Nazi-Systems nicht mehr unmittelbar in Verbindung zu bringen sind.


Vielleicht sind aber Nicht-Familienangehörige besser zur Erforschung dieser Art von Vergangenheit geeignet, da sie eben unbefangen sind?
Die Frage, ob der Vater ein Verbrecher sei und inwieweit er überhaupt von der Judenvernichtung wusste, zu der er durch Deportationsbefehle beitrug, ist nicht nur in der Familie umstritten.
Letztlich ist die Familie Ludin auch ein Beispiel für Familienbeschädigung und -Zerfall durch Vaterlosigkeit als Folge von Krieg und Gewaltherrschaft - und für Ratlosigkeit im Umgang mit historischen Regimewechseln, die zum kompletten Austausch von Moralsystemen führen.

Freitag, 14. Dezember 2007

Westerwelle als einsamer Rufer im Bundestag

Guido Westerwelle hielt folgende Rede im Deutschen Bundestag, die ich als historische Wegmarke auf Deutschlands Weg in die Staatsknechtschaft im Wortlaut wiedergebe. Es soll niemand sagen können, es hätte keine Warner gegeben:


"Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister, Ihnen geht es heute nicht um den Schutz von Arbeitnehmern.
(Klaus Uwe Benneter (SPD): Doch!)
Ihnen geht es heute darum, einen Staatsmonopolisten mit dem Namen Post zu schützen.
(Widerspruch bei der SPD - Volker Kauder (CDU/CSU): Das ist jetzt aber nicht richtig!)
Das ist das Anliegen, das heute durch den Deutschen Bundestag gebracht wird.
(Beifall bei der FDP)
Wenn es Ihnen darum gehen würde, Politik für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu machen, und wenn es Ihnen darum gehen würde, die Gerechtigkeitslücke zu schließen, dann müssten Sie unserem Volk die Nettofrage beantworten: Was nutzt den Arbeitnehmern denn ein Bruttomindestlohn, der auf dem Papier steht, wenn Sie als Regierung ihnen durch Steuer- und Abgabenerhöhungen immer weniger netto in der Tasche belassen? Das ist die soziale Frage, die beantwortet werden muss.
(Beifall bei der FDP - Andrea Nahles (SPD): Haben Sie Ihren Redetext von vor fünf Jahren?)
Diese Bundesregierung beklagt eine Gerechtigkeitslücke, die sie selber geschaffen hat.
(Beifall bei der FDP)
Sie haben dafür gesorgt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weniger Geld in der Tasche haben als im vorigen Jahr. Jetzt wundern Sie sich, dass die Mehrheit unseres Volkes sagt: Der Aufschwung geht an uns vorbei.
(Rolf Stöckel (SPD): Was macht denn die FDP in Nordrhein-Westfalen dagegen?)
Eine durchschnittliche vierköpfige Familie hat aufgrund Ihrer Steuer- und Abgabenerhöhungspolitik in diesem Jahr 1 600 Euro weniger zur Verfügung als im letzten Jahr. Da können Sie doch nicht zulasten der Wirtschaft mit Mindestlöhnen kommen! Sie müssen den Handlungsspielraum des Staates endlich auf seine Kernaufgaben begrenzen. Greifen Sie den Bürgern weniger in die Tasche.
(Ludwig Stiegler (SPD): Genau das machen wir!)
Dann haben die Menschen mehr Netto vom Brutto. Das ist sozial und im Sinne derjenigen, die arbeiten und den Karren in Deutschland ziehen.
(Beifall bei der FDP - Andrea Nahles (SPD): Sie lenken ab!)
Herr Minister, weil Sie das Entsendegesetz angeführt haben, möchte auch ich etwas dazu sagen. Das Entsendegesetz ist Mitte der 90er-Jahre verabschiedet worden,
(Klaus Barthel (SPD): Als Sie noch an der Regierung waren!)
um Deutschland bzw. deutsche Unternehmen in Anbetracht der EU-Osterweiterung vor ausländischer Billigstkonkurrenz und vor Dumpingangeboten zu schützen.
(Andrea Nahles (SPD): Richtig!)
Mit diesem Gesetz verfolgte man also das Ziel, deutsche Unternehmen zu schützen, und zwar vorzugsweise vor osteuropäischer Dumpingkonkurrenz. Jetzt verwenden Sie das Entsendegesetz, um einen deutschen Monopolisten vor deutscher Konkurrenz zu schützen, und das zulasten von Zehntausenden Arbeitsplätzen, die dadurch über die Wupper gehen.
(Fritz Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Na ja!)
Das, was Sie hier beschließen, ist unsozial.
(Beifall bei der FDP)
Meine Damen und Herren, es ist bemerkenswert, dass ein sozialdemokratischer Arbeitsminister allen Ernstes amerikanische Verhältnisse fordert, die Sie sonst wie der Teufel das Weihwasser fürchten. Ich will übrigens, anders als Sie, keine amerikanischen Verhältnisse.
(Andrea Nahles (SPD): Das ist jetzt aber ganz billig!)
Deswegen möchte ich auch nicht, dass wir in Deutschland ein Entsendegesetz mit Mindestlöhnen à la Amerika beschließen. Dort gibt es keine Tarifautonomie, dort gibt es keine gut organisierten Interessenvertretungen auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, und dort gibt es keinen Kündigungsschutz, wie wir ihn kennen. Sie sollten einmal auf einem SPD-Parteitag sagen, dass Sie uns allen Ernstes empfehlen, in Deutschland für amerikanische Verhältnisse zu sorgen.
(Volker Kauder (CDU/CSU): Sehr richtig!)
Mal sehen, ob Sie dort lebend herauskommen.
(Beifall bei der FDP - Volker Kauder (CDU/CSU): Bestimmt! Auf einem SPD-Parteitag darf man doch alles sagen!)
Im Übrigen möchte ich festhalten, dass es in keinem Land der Welt einen Mindestlohn in Höhe von 9,80 Euro gibt. Das, was Sie beschließen, ist der höchste Mindestlohn der Welt. Auch das muss, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes geht, gesagt werden.
Viele Abgeordnete aus den Reihen der Union argumentieren genauso, wie wir es tun; Ihre Begeisterung steht Ihnen doch ins Gesicht geschrieben. Ich stelle fest, dass Frau Wöhrl, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, gesagt hat:
Was vereinbart wurde, ist ökonomisch falsch. Der Mindestlohn führt zu Arbeitsplatzverlusten und verhindert, dass mehr Geringqualifizierte eine Arbeit finden.
(Beifall bei der FDP - Dirk Niebel (FDP): Recht hat Frau Wöhrl!)
Sie ist eine kluge Parlamentarische Staatssekretärin. Aber dass der Bundeswirtschaftsminister in dieser Debatte zulasten des Mittelstandes hier fehlt, ist nicht einmal durch ein Geburtstagsfest zu erklären.
(Beifall bei der FDP)
Ich möchte zitieren, was der Ministerpräsident des Landes Thüringen frisch am heutigen Tage dazu veröffentlicht.
(Frank Spieth (DIE LINKE): Ach Gott, den als Zeugen!)
Er sagt:
Es ist schön, wenn ein Mindestlohn gezahlt wird. Wenn er aber zum Abbau von Arbeitsplätzen und zur Stabilisierung eines Monopols führt, dann lehne ich ihn ab.
Das sagte der Ministerpräsident am heutigen Tage.
Weil in der Debatte noch ein Vertreter der wirtschaftlich denkenden Unionsabgeordneten sprechen wird, nämlich Herr Kollege Meyer, richte ich das Wort an ihn: Wenn Sie selbst am heutigen Tage sagen, dieses Gesetz sei wörtlich „ein bisschen dazu missbraucht“ worden, „die Wettbewerbssituation für die Zukunft im Interesse der Post zu beeinflussen“, dann können Sie, meine Damen und Herren von der Union, heute nicht zustimmen.
(Beifall bei der FDP)
Nun sprechen wir gelegentlich auch über das, was mit einem angeblichen Niedriglohn und Billigstkonkurrenz gemacht wird. Wir wollen, an die Adresse der Sozialdemokraten gerichtet, eines festhalten: Sie sagen, dass die privaten Wettbewerber schäbige Löhne anbieten.
(Andrea Nahles (SPD): Richtig!)
„Richtig“ rufen Sie von der SPD. Ich möchte Ihnen eines sagen: Sie als SPD sind selber indirekt an der PIN AG beteiligt.
(Zurufe von der FDP: Pfui!)
Ihnen gehört ein Teil des Unternehmens über ihre Vermögensbeteiligungen. Sie können doch nicht hier im Deutschen Bundestag die Politik eines Unternehmens als unsozial kritisieren, das Ihnen selbst zum Teil gehört. Das, was Sie hier machen, ist eine unglaubwürdige Politik.
(Beifall bei der FDP)
Kasse machen mit niedrigen Löhnen und hier darüber klagen das ist wirklich ein starkes Stück.
(Beifall bei der FDP Dirk Niebel (FDP): So was Scheinheiliges!)
Schließlich wollen wir auch einmal darüber reden, warum denn die Löhne bei den privaten Wettbewerbern niedriger als die sind, die von dem Staatsmonopolisten Post gezahlt werden. Das wissen viele unserer Bürgerinnen und Bürger nicht. Die Post zahlt keine Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent, während die Privaten die volle Mehrwertsteuerlast zu tragen haben. Ein solcher Kostenvorteil ist unfair. Dass Private dann versuchen, anders zurechtzukommen, ist marktwirtschaftlich nachvollziehbar, wenn auch sozial falsch. Deswegen wäre es Ihre Aufgabe, wenigstens an das Mehrwertsteuerprivileg heranzugehen. Aber nicht einmal das trauen Sie sich mittlerweile.
(Beifall bei der FDP)
Sie als Deutscher Bundestag beschließen ein Gesetz und nutzen die gesetzgeberische Macht des Staates, damit Anteile des Staates wertvoller werden. Dieser Staat, der durch die Bundesregierung vertreten wird, hat durch die Mindestlohnentscheidung allein durch das Aktienpaket, das Deutschland an der Post hält, einen Gewinn von ungefähr 1,5 Milliarden Euro gemacht. Es ist ein einmaliger Vorgang, dass der Gesetzgeber seine Macht nutzt, damit der Staat unter Ausschaltung privater Konkurrenz Kasse machen kann. Normal ist das nicht, und auch mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun.
(Beifall bei der FDP - Widerspruch bei der SPD)
Deswegen appelliere ich an Sie: Das ist eine der folgenschwersten Entscheidungen gegen die soziale Marktwirtschaft,
(Zurufe von der SPD: Oh!)
weil sie nämlich die Tarifautonomie infrage stellt und diese durch staatliche Lohnfestsetzung ersetzen will. Dass das von Linken, von Sozialdemokraten und auch von einem Teil der Grünen gewollt ist, ist nichts Neues. Dass Sie von der Union das mitmachen, ist enttäuschend bis empörend.
(Beifall bei der FDP)
Wo sind denn Ihre Mittelständler? Wo sind denn Ihre Leute, die die soziale Marktwirtschaft und Ludwig Erhard noch ernst nehmen? Dass Sie, Herr Kollege Brauksiepe, als Sozialdemokrat damit vielleicht nicht einverstanden sind,
(Heiterkeit bei der FDP)
kann ich verstehen. Aber wo sind denn die Mittelständler der Union? Sie müssten jetzt einmal ihre Loyalität zur Verfassung zeigen. Soziale Marktwirtschaft ist besser als bürokratische Staatswirtschaft. Diese Festsetzung staatlicher Löhne ist der Weg in die Planwirtschaft. Dann können wir auch gleich die Preise festsetzen. Das ist DDR nur ohne Mauer. Wir Freien Demokraten wollen etwas anderes.
(Anhaltender Beifall bei der FDP Ludwig Stiegler (SPD): Das hilft trotzdem nichts!)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Rechtsextremismus als Folge von DDR-Propaganda

"Rechts zu sein war typisch westdeutsch" , titelt die Welt. Gemeint ist aber, dass nach der Wende den ostdeutschen Jugendlichen die BRD als faschistisch galt. Wo sie das herhatten? Von der DDR-Propaganda, die bekanntlich die Mauer als "antifaschistischen Schutzwall" pries. Da sich die ostdeutschen Jugendlichen nach allem aus "dem Westen" sehnten und keine richtige Vorstellung davon hatten, was westlich sei, aber sich von der DDR distanzieren wollten, fielen sie auf eingesickerte Neonazi-Werber herein. So kann man es sich aus dem Artikel erschließen. Sicherlich spielt aber auch eine Rolle, dass die einzigen Menschen, die sich in der DDR noch an eine nicht-kommunistische Vergangenheit als Alternative zur DDR erinnern konnten, der Generation der Altnazis angehörten.

Roth über "Deutsche Zustände"

Zur Langzeitstudie "Deutsche Zustände" von Wilhelm Heitmeyer, hier ein Beitrag von ihm aus dem Jahre 2006, reagiert Claudia Roth, Bündnis 90 - Die Grünen, wie folgt:

"Die Langzeitstudie von Wilhelm Heitmeyer zeigt die drohende Gefahr,
dass aus einer sozialen Marktwirtschaft eine unsolidarische und kalte
Marktgesellschaft wird, eine Gesellschaft, die alle sozialen Beziehungen ökonomisiert und nur noch in Kriterien der Effizienz und Nützlichkeit
denkt. Und die Studie zeigt, dass der wirtschaftliche Aufschwung noch nicht in
der Breite der Gesellschaft angekommen ist. Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen besteht die soziale Spaltung fort. Das Leben vieler Menschen bleibt von tiefen Abstiegsängsten geprägt.Kälte und Abstiegsangst sind ein Nährboden für menschenfeindliche Einstellungen, nicht zuletzt für Neonazismus, Rassismus und Antisemitismus. Wer den Kampf gegen rassistische und menschenfeindliche Haltungen nicht nur kurzfristig und symbolisch, sondern langfristig und wirksam führen will, muss für eine solidarische Gesellschaft kämpfen - und gegen die inhumane Ökonomisierung aller menschlichen Beziehungen, von der neoliberale Ideologen träumen.
Die Studie zeigt, dass der Kampf für den Erhalt der Programme gegen
Rechtsextremismus wichtig und richtig war, um demokratische und
humanistische Werte zu stärken."


Ironie-Modus an: Claudia Roth sieht die Gesellschaft offenbar in einem gefährlichen Marktwirtschaftstrend. Marktwirtschaft führt etwa nicht zu mehr Internationalität und Weltoffenheit, sondern zu Rechtsextremismus, das haben wir doch in der 40 Jahren BRD alle gesehen...Deswegen blüht der Rechtsextremismus auch so in Ostdeutschland, was nur auf 40 Jahre menschenfeindliche Indoktrination der Menschen dort durch "Neoliberale" zurückzuführen sein kann. Auch sind in einer solidarischen Roth-Gesellschaft natürlich die ehernen Gesetze der Ökonomie -zack- außer Kraft gesetzt.
Umerziehungsprogramme gegen Rechtsextremismus - gut, wo aber sind die Umerziehungsprogramme gegen den DDR-Nostalgismus von Grünen?
Ich wandle ab:

Die Abstiegsängste der Grünen sind ein Nährboden für antiwestliche
Einstellungen, nicht zuletzt für Antiliberalismus, Antikapitalismus und
DDR-Nostalgismus.

Ironie-Modus aus.

Eins ist klar, bei Verarmung der Gesellschaft wird das soziale Klima in der Tat weiter leiden. Sündenböcke werden auch diesmal gefunden werden. Wer die Pressemitteilung von Roth durchliest, wird in den letzten Zeilen dahingehend fündig. So war es auch in der Weltwirtschaftskrise in der Endphase der Weimarer Republik. Die Grünen mit ihrer ökonomischen Ignoranz und immer neuen beknackten Regulierungsideen werden das aber sicher nicht aufhalten, sondern befördern. Deutschland wird weiter in einen primitiven BRDDR-Volkssozialismus zurückfallen, wenn es mit der neuen weltweiten Wirtschafts-Konkurrenz nicht mithalten kann und die Eliten nicht zur Verteidigung der Marktwirtschaft bereit oder fähig sind.

BRDDR - jetzt hat es auch die FAZ begriffen

In einem meiner früheren Beiträge wies ich schon darauf hin, dass die Deutschen jetzt ernst machen mit der Wiedervereinigung, und anscheinend an einer Art Synthese aus Sozialismus und sozialer Marktwirtschaft arbeiten. Nun wird der "gefährliche Linkstrend"(Guido Westerwelle) auch in der FAZ diskutiert. Könnte Westerwelle recht haben, fragt sich Volker Zastrow. Ja, könnte er? Hier wurden einige Eckdaten der fortschreitenden DDRisierung der BRD zusammengetragen, wobei man einige Phänomene des aktuellen Staatswachstums einerseits und der Enteignung der Bürger andererseits in der DDR noch gar nicht verorten kann.

Volker Zastrow schreibt:
Dann gibt es das weite Feld der einst sogenannten sozialen Errungenschaften der DDR, vor allem in der Frauen- und Familienpolitik. Man darf das kaum noch erwähnen (gerade die FDP wird den Teufel tun): aber diese Politik zielte auf Zerschlagung der traditionellen Familie und auf Verfügbarmachung aller Individuen für die Ökonomie. Natürlich geht es den jungen Eltern heute mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie um etwas ganz anderes, und das wollen sie nicht mit Argumenten aus einer längst vergangenen Vergangenheit denunziert sehen.


Man fragt sich, ob Zastrow das ironisch meint, dass es jungen Eltern "um etwas ganz anderes" gehe, als um Verfügbarmachung für die Ökonomie. Hat Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur mit Sozialismus zu tun, nicht generell mit dem Siegeszug des modern-ökonomischen Denkens? Die Haushalte selbst denken heute so BWL-rationell, dass Frauen vom Staat wie im 3. Reich gar nicht mehr in den Arbeitsdienst gezwungen werden oder wie in der DDR ihre Kinder in die Zwangskita weggeben müssen, damit ihre Arbeitskraft verfügbar wird. Die Familien selbst drängen mit Mann und Frau ins Erwerbsleben und schreien nach dem Staat als Kindermädchen, denn sie möchten die Kosten des Kindererziehung als rationale Kostenabwälzer möglichst nicht selbst tragen. Womit Zastrow vollkommen recht hat, ist somit, dass sich in Gefahr begibt, wer wie Eva Herman, zudem noch ungeschickt, die modern-totalitäre Vergangenheit der Kinderkollektivierung und Frauenarbeit in Erinnerung ruft.

Zastrow täuscht sich, wenn er glaubt, DDR-Nostalgie beschränke sich nur auf Ostdeutsche, auch Westdeutsche, zumal die 68er und ihre Kinder, sind da mit dabei.
Letztlich hat es in Ostdeutschland nie ein Umerziehungsprogramm gegeben wie in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg, obwohl die totalitäre Erfahrung, die zu reparieren gewesen wäre, viel länger dauerte. Das konnte nicht ohne Konsequenzen bleiben. Lafontaine und ein Herr Voigt fahren die Ernte ein.

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Gegen den Gesslerhut des deutschen Steuerrechts

Dieser Mann ruft die Deutschen dazu auf, sich gegen den "Gesslerhut" ihres bizarren Steuerrechts zu wehren.

Müntefering (SPD) sprach, die Kirchhof´sche "flat tax" verstoße gegen das "deutsche Gerechtigkeitsempfinden". Kann er das belegen? Man sollte der Vereinnahmung der Deutschen durch die Apologeten des obrigkeitlichen Sozialstaates endlich etwas entgegensetzen.

Den Ausdruck des Empfindens eines Volkes besorgen oft die Dichter, und die Deutschen haben durchaus auch Freiheitsdichter, so Friedrich von Schiller mit seinem "Wilhelm Tell", in dem der "Gesslerhut" vorkommt - ein widersinniges Obrigkeitssymbol, mit dem die freien Schweizer durch die Habsburger gegängelt wurden.

Soll also man den Rütli-Schwur gegen den deutschen Steuerstaat wenden, der soviel Steuerliteratur produziert, wie die ganze restliche Welt zusammgenommen?

"Wir wollen frei sein wie die Väter waren,
Eher den Tod, als in Knechtschaft leben.

- Wir wollen trauen auf den höchsten Gott
Und uns nicht fürchten vor der Macht der Menschen."

(Friedrich von Schiller: Wilhelm Tell, vv. 1450 bis 1454)


Deutlich wird in dem Zitat, das sich Schiller bereits darüber bewusst war, dass zur Freiheit Mut und Vertrauen notwendig ist. Ein reflektierter und aufgeklärter Freiheitsdichter. Es muss noch mehr Zitate zur Freiheit von deutschen Dichtern und Denkern geben.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Braune Kindergärtner

Was viele nicht wissen...:

"Der Anteil der Kinder, für die ein Kindergartenplatz zur Verfügung stand, erreichte bereits 1910 etwa 13 %. Dies blieb auch in der Weimarer Republik so. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Zahl der Kindergartenplätze in Deutschland mehr als verdoppelt (Versorgungsquote 1941:31 %)."

http://de.wikipedia.org/wiki/Kindergarten

Oswald Metzger in die FDP!

Wer den Übertritt von Oswald Metzger in die FDP unterstützen möchte, kann dies hier tun.

(Anti-)Faschismus aus Sicht eines Liberalen

"Der Antifaschismus der Kommunisten und der Antikommunismus der Faschisten - im Grunde ist das ein Familienstreit innerhalb des totalitären Sektors der Welt, in dem keine der beiden streitenden Parteien das Recht hat, die Sympathie des freien Weltsektors anzurufen."

Wilhelm Röpke: Sozialismus und politische Diktatur, in: NZZ, Nr. 98 und 101, 18./19.1.1937,
zit.nach Hans Jörg Hennecke: Wilhelm Röpke - Ein Leben in der Brandung, 2005, S. 107


"Dem Faschismus attestiert Röpke zuallererst eine antikapitalistische und illiberale Grundhaltung, im Unterschied zum Marxismus charakterisiert er ihn allerdings auch durch ökonomischen Dadaismus, Mangel an rationaler Kohäsion und geradezu stolz vorgetragene Intellektuellenfeindlichkeit. Sechs Prinzipien lägen der faschistischen Wirtschaftsphilosophie zugrunde: erstens besitze der Faschismus wie der Marxismus ein illiberales, totalitäres Selbstverständnis, das dem Ideal eines Termitenstaates huldige. Zweitens strebe der Faschismus im Unterschied zum Kommunismus keinen revolutionären Wechsel der ökonomisch-sozialen Strukturen an, sondern versuche einen allgemeinen Totalitarismus mit dem individuellen Charakter der Gesellschaft zu kombinieren. In der Praxis führe dies zur monopolistisch-interventionistischen Gesellschaft, zu Preis- und Investitionskontrollen. Verluste würden sozialisiert, der Bankrott als ökonomische Sanktionsinstanz durch das Konzentrationslager ersetzt. Drittens nationalistische Außenhandelspolitik und außenpolitischer Bellizismus, viertens Militarisierung der nationalen Wirtschaft und Planwirtschaft nach militärischen Gesichtspunkten (ohne dass freilich das Wehrsystem durch Planwirtschaft wirklich gestärkt würde), fünftens der Primat der Politik über die Wirtschaft ergänzen als weitere Prinzipien das Bild. Der korporatistische Staat, den Röpke als sechstes Prinzip benennt, erfüllt mehrere Funktionen: im politischen Sinne die Kontrolle der Wirtschaft, im ökonomischen Sinne die Kartellierung und Investitionskontrolle und im sozialen Sinne die Regulierung der Arbeitsbeziehungen."
Hennecke, s. 103 f.

"Um die Jahreswende 1936/37, nachdem der deutsche Nationalsozialismus seine Wirtschaftspolitik durch die Aufstellung eines Vierteljahresplans der sowjetischen Praxis angenähert hat, rückt in Röpkes Analyse der Faschismusbegriff in den Hintergrund, und er hat nun allen Grund, den Nationalsozialismus als das zu deuten, was dieser selbst in seinem Namen zu sein vorgibt: eine nationalistische Spielart des planwirtschaftlichen Sozialismus."
Hennecke, S. 106

Montag, 10. Dezember 2007

Der braune Mob ist los

An die ironische Selbststigmatisierung schwarzer Deutscher in Namen der krawallig daherkommenden Organisation Brauner Mob e.V. fühlt sich erinnert, wer die aktuellen Beleidigungen des unfähigen simbabwischen Diktators Mugabe gegen Angela Merkel liest.

Der Braune Mob e.V. hält in seinem Internet-Auftritt unter der Rubrik "Bin ich ein Rassist?" auch einige Testfragen bereit, mit denen man feststellen könne, ob man denn Rassist sei. Dazu gehöre z.B. Schwarze zu fragen, wo sie "wirklich herkommen".

Vielleicht mal Mugabe testen, indem man "Weiße" statt "Schwarze" in die Fragen einsetzt?

Auch die Farbe Gelb müsste ins Spiel gebracht werden, das wirtschaftliche Engagement der Chinesen in Afrika macht das Spucken großer Töne nämlich um so leichter und federt auch die administrative und ökonomische Inkompetenz von Machthabern wie Mugabe ab.

Ernst Jünger über die Angleichung der Geschlechter

"Rein als Nivellement gesehen, das auf die Steigerung der Leistung abzielt, stellt sich die Angleichung der Geschlechter als Normung dar, die den Arbeitsvorgang in meßbare, berechenbare Formen zu pressen sucht. Daß dieses Bestreben auf Gebiete übergreift, die ihm durchaus widerstreben, macht eine der Quellen des modernen Erstaunens aus. Hier mischen sich Befriedigung und Abscheu auf eine Weise, die auf den Anteil schließt läßt, den Zwang und Willensfreiheit an der Aktion haben.
Bei der Angleichung der Geschlechter geben männliches Denken, männliches Handeln und oft auch die männliche Arbeitskraft das Maß. Sie läuft also im wesentlichen auf die Anpassung der Frau an den Rhythmus einer von Männern erdachten und geschaffenen Welt hinaus.
Aus dieser Tatsache wird gern der Schluss gezogen, daß wir im Eintritt in eine paternitäre Welt begriffen seien. Er ist verfehlt inosfern, als die Veränderungen innerhalb der Geschlechtswelt von tieferen, umfassenden Veränderungen abhängen. Von dort, und nicht vom männlichen Intellekt und seinen Plänen, kommt der Zustrom von Arbeit, der wie bei einem Dammbruch bewältigt werden will. Von ihm wird der Mann nicht minder betroffen als die Frau. Es geht also nicht um eine neue Arbeitsteilung, sondern in erster Linie um einen neuen und unerhöhrten Arbeitsanfall. Das Verhalten des Mannes in dieser Lage ist nicht zu vergleichen dem eines Eingeborenen, der seine Frau aufs Feld schickt und dort seine Arbeit von ihr verrichten läßt. Hier kommt Arbeit nicht in Formen, die sich abweisen oder abwälzen lassen, sondern schubhaft auf uns zu, in einer an Wassers- und Feuersnöte erinnernden Art.
Würde ein Geschlecht dominieren, so würden die Geschlechtsunterschiede nicht abflachen, sondern sich schärfer abheben. Das gilt auf für jene Theorien, die Tatsachen wie die stärkere Verfügungsgewalt der Frau und ihren wachsenden Anteil am Wissen und Können als die Heraufkunft matriarchalischer Strömungen ausdeuten. Das ist ein Irrtum, denn sowohl eine paternitäre als auch eine matriarchale Welt, würden ganz anders aussehen als die unsere." Ernst Jünger: Der Weltstaat, S. 510 f. in: Sämtliche Werke, Bd. 7, 1980.

Der Essay "Der Weltstaat" wurde erstmals 1960 veröffentlicht. Er zeigt wieder einmal dass sich Ernst Jünger schwer in politische oder ideologische Schubladen einordnen lässt, obwohl er zuletzt trotz seiner oft affirmativen Einstellung zur Moderne von den Konservativen vereinnahmt wurde. Nach einer Phase politischen Aktivismus, in der er Wortführer einer Kriegveteranengeneration war, die sich nicht in der bürgerlichen Welt zurechtfand, zog er sich auf die Position des analytischen Beobachters zurück, der nur mit feiner Wahrnehmungsfähigkeit beachtliche Prognosen lieferte, obwohl er über keinen wissenschaftliche Apparat hierfür verfügte.

Und in der Tat gestaltete sich die zunehmende Bedeutung der Frau im Berufsleben nicht als männlicher Herrschaftsakt ("schickt seine Frau aufs Feld"), sondern erschien als Emanzipation, als revolutionäres Aufbegehren der Frau gegen das "Patriarchat".

Sonntag, 9. Dezember 2007

Dr. Spock

Die Diskussion über Eva Herman ist noch nicht ganz abgeflaut. Kommentatoren bemerkten, dass ihr familienpolitisches Geschichtsbild doch noch sehr auf den Nationalsozialismus fixiert sei, und damit nicht auf dem neuesten Stand der wissenschaftliche Debatte. Dies legt auch ein Blick in ihr erstes Buch nahe:

“Was viele nicht wissen: Unserer distanzierte Haltung zu unseren Kindern steht auch in einem direkten Zusammenhang mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, dem dritten Reich… Damit wurden Kinder zum Politikum. Um ihre Erziehung zu nationalsozialistischen Bürgern zu gewährleisten, sollten sie der elterlichen Fürsorge so früh wie möglich entzogen werden. Es gab nur ein Problem: die emotionale Bindung der Eltern an ihre Kinder. So lag es nahe, diese konsequent in Frage zu stellen und zu zerstören.” Das Eva-Prinzip, 2. Auflg., S. 140 f.


Die Beobachtung, dass in der Zeit des Nationalsozialismus die Forderung nach ausgesprochener Kälte in der Kindererziehung verbreitet war, ist richtig, aber das war nicht nur in Deutschland so.
Vor kurzem fiel mir folgender Beitrag in dem Blog "USA erklärt" über den amerikanischen Kinderarzt Dr. Spock auf:


Der Kinderarzt schrieb 1946 ein Buch mit dem Namen The Common Sense Book of Baby and Child Care. Inzwischen wurde es in 39 Sprachen übersetzt und 50 Millionen Mal verkauft - angeblich eines der zehn größten Bestseller aller Zeiten. Amerikanische Eltern nennen es auch the manual.

Spocks Buch erschien zu einer Zeit, als Eltern angehalten wurden, ihre weinenden Kinder nicht hochzunehmen, sie nicht zu küssen oder mit ihnen zu kuscheln, damit aus ihnen echte Männer (und Frauen) werden würden. Die richtige Fütterung, so die Experten der Zeit, habe nach einem strengen Zeitschema mit genau dosierten Mengen stattzufinden, an das sich Mutter und Baby unbedingt halten müssten, egal wie sehr es beide quälte. Nach der Geburt wurde das Kind weggenommen statt im gleichen Zimmer wie die Mutter bleiben zu können.

Dummes Zeug, sagte Spock. Jedes Baby sei anders, die Eltern sollten ihren Instinkten trauen und die Kinder mit Respekt und Liebe behandeln - und das auch zeigen. Das Kind wisse selbst am besten, wann es wie viel Hunger habe. Der Yale- und Columbia-Absolvent setzte mit Baby and Child Care den gesunden Menschenverstand auf ein hartes medizinisches Fundament: A good hug sei die beste Medizin für die kleinen Wehwehchen des Lebens, aber Antibiotika die für Lungenentzündungen; Kinder sollen viel gehalten, aber auch geimpft werden.



Quelle: USA erklärt

Kriegsenkel

"Was fühlt ein Kind in einem Bombenkeller voller Todesangst, wenn die Menschen, die es sonst schützen, vor Panik schreien? Was fühlt es, wenn sein Vater in den Krieg zieht oder von der Gestapo abgeholt wird und die Mutter in Ohnmacht fällt?
Wie hilflos und wertlos muss sich meine Mutter vorgekommen sein, als kleines Kind in den Viehwagons der Vertriebenenzüge, zwischen dem Gestank und der Angst der Menschen, die alles verloren hatten? Ich habe die Familie meiner Mutter nie kennen gelernt. Sie waren nach der Vertreibung aus der Slowakei in alle Himmelsrichtungen verstreut und verstritten. Welchen Grausamkeiten war das kleine Mädchen ausgesetzt mit einer Mutter, die aus Trotz gegen die verlorene Ehre wochenlang kein einziges Wort mit ihr sprach und sich in der Wehrlosigkeit ihrer kleinen Tochter suhlte?
Die Kriegserlebnisse hatten sich in diesen Kinderseelen eingekapselt wie Bombensplitter und das Gewebe drumherum wurde hart. Ein Teil ihrer Gefühle war an diesen Splittern hängen geblieben und hatte ihren Charakter verformt. Die Angst und der unerträgliche Schmerz durften nicht mehr an die Oberfläche gelangen, sie wurden zugedeckt mit Ehrgeiz, Egoismus und Neid, die alte Panik in Rücksichtslosigkeit kalt gestellt. Aus Opfern wurden Täter, die mit ihren Beschädigungen wiederum die Seelen ihrer Kinder verformten, schuldig wurden und diese Schuld weitergaben an meine Generation.
Jeder Versuch, die erlebte Geringschätzung zu kompensieren, jede Zurückweisung, jede Demütigung, jeder Verrat, der die eigene Schwäche kaschieren will, jedes Ausgrenzen, jede dekadente Selbstgefälligkeit, gepaart mit dem Mangel an Selbstkritik, erzeugt neue Beschämung, neue Angst und prägt neue Kinder. Das Leid wird weitergegeben und erzeugt den Nährboden für neues Schuldigwerden.[...]Wenn ich an die kränkenden Bemerkungen meiner Mutter denke, kann ich mir die Demütigung vorstellen, die sie selbst erlebt hat. Ich bin mit den Altlasten der deutschen Geschichte hochgradig infiziert. Ich verstehe nicht, wie jemand behaupten kann, dass der Krieg und die Schuld uns nichts mehr angehen. Wenn ich mich meiner Geschichte nicht stelle, bin ich auf dem besten Weg selbst vom Opfer zum Täter zu werden, meinen Schmerz in unbewusste Wut gegen andere zu wenden oder sie an meine Kinder weiterzuvererben."

Katharina Ohana: Ich, Rabentochter; München 2006, S. 88 ff

Samstag, 8. Dezember 2007

"Freiheit durch Sozialismus"

In einer Reportage des Journalisten Walter Wüllenweber wird die "sexuelle Verwahrlosung" in der Unterschicht thematisiert. Da ist zum einen die Promiskuität, zum anderen das Verschwinden von Liebe und Zärtlichkeit aus der Sexualität von Unterschicht-Kindern.
Zu dieser Verrohung führt offensichtlich die ungehemmte und unbeschränkte Verbreitung von Pornografie. Der Autor erwähnt allerdings nicht, dass arbeitslose Unterschichtfrauen in unserer Gesellschaft kaum noch Ansehen als gute Hausfrau und Mutter gewinnen können, da die Wertschätzung der Hausfrau und Mutter nur noch sehr niedrig ist. Als einzige Möglichkeit der Selbstbestätigung bleibt den in der Reportage beschriebenen Frauen möglichst häufiger Geschlechtsverkehr mit möglichst vielen verschiedenen Geschlechtspartnern. Offenbar führt aber auch der Sozialstaat zu einem Zustand, der die Bindungslosigkeit fördert. Um Bindungen aufzubauen, ist Zärtlichkeit und Innigkeit erforderlich. Feste Bindungen zu anderen Individuen aufzubauen, entfällt aber als Notwendigkeit, wenn Staatsknete die ökonomische Versorgung der Mütter und ihrer Kinder garantiert, und die rechtlich entwertete Ehe zur ökonomischen Sicherung obsolet geworden ist. Die Unterschicht kann in unserem Staatswesen ihre Sexualität voll zu Lasten derjenigen ausleben, die auf Sexualität verzichten müssen, um zu arbeiten und das Geld zu verdienen, welches der Sozialstaat umzuverteilt.
Es geht also nicht nur um "falsch verstandene Liberalität", wie im Beitrag behauptet, sondern auch um richtig verstandenen Sozialismus, in der Variante des Sozialstaatssozialismus. "Freiheit" ist, wie mancher erst von Lafontaine erfahren zu haben scheint, "durch Sozialismus" zu erreichen. Sexuelle Befreiung (negativ ausgedrückt: Sexuelle Verwahrlosung) für die Proletarier gehörte immer schon zu den Zielen der Sozialisten, real existierend sieht sie heute eben "voll Porno" aus, und schließt die Freiheit von Liebe, die Freiheit von Bindungen, die Freiheit zu Gewalt ein.

Freitag, 7. Dezember 2007

Freiheit auf der deutschen Autobahn?

Das Auto, das liebste Kind der deutschen Autobauer-Nation. Mit ihm kann der zivilisierte Deutsche noch allerletzte Freiheitserlebnisse "einfahren" - auf der deutschen Autobahn. Deutschland ist eins der letzten Länder der Welt, in dem noch kein generelles Tempolimit auf Schnellstraßen gilt.

Das Tempolimit ist sicherlich ein komplexes Thema, dessen Erörterung Sachverstand vorraussetzt. Als Vermutung möchte ich allerdings äußern, dass die Aversion gegen das Tempolimit nicht nur mit dem Freiheitswillen des Porschefahrers, sondern auch mit der Freude der deutschen Verwaltungseliten an der möglichst komplizierten Fein- und Überregulierung des Alltagslebens zusammenhängt, was sich in der Auffassung von Angela Merkel niederschlägt. Wie allgemein bekannt ist, herrschen ja bereits jetzt Strecken-Tempobeschränkungen, was mit einem aufwendigen Schilderwald und elektronischen Anzeigentafeln verbunden ist.
Die Bevölkerung ist nach Angaben des Focus längst auf Seiten des generellen Tempolimits, im Namen des "Klimaschutzes".
Kann man auch im Namen der Deregulierung und Vereinfachung der Verkehrsordnung für das Tempolimit sein?

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Licht aus der Oberpfalz

Ganz neue Möglichkeiten für die künstliche Beleuchtung bieten vielleicht bald stromsparende Leuchtdioden. Für ihre Entwicklungsarbeit erhielten jetzt Forscher aus Regensburg (Oberpfalz)und Jena (Thüringen) den Deutschen Zunkunftspreis.

Die Glühbirne und das Weltklima

Die Grünen Zürich rufen dazu auf, dass am Weltklimatag kräftig getrommelt werden müsse.

Als ein Blogger, der eine Weltglühbirne als Zeichen führt, muss ich mich äußern.
Strom sparen heißt auch Stromkosten sparen. So vereinen sich Ökologie und Ökonomie.
Seit ich eine Energiersparbirne in meine Lichtanlage eingeschraubt habe, flackert sie nicht mehr so wie früher. Gut, das Licht der Energiesparvariante ist etwas steril, aber man kann sich daran gewöhnen.

Trommeln bringt nicht so viel. Es ist wohl als heidnisches Ritual zur Beschwörung des Wettergottes zu deuten. Ob ich das Licht am Weltklimatag auslassen sollte? Immerhin habe ich noch - passend zur Weihnachtszeit - eine schöne Kerze, aber die stößt auch CO 2 aus.

Sonntag, 2. Dezember 2007

Zur Debatte "Antideutsche Libertäre"

Zur Debatte "Antideutsche Libertäre" bei Dominik Hennig
finde ich einen Beitrag von Alan Posener auf Apokalypso interessant, der in Erinnerung ruft, dass nationaler Selbsthass bei Links- und auch Rechtsintellektuellen aller Länder verbreitet ist. Deutschen Selbsthass bei Intellektuellen gab es zudem schon vor dem Holocaust und auch schon vor dem Auftreten des internationalistischen Sozialismus, so etwa bei Hölderlin, der im Hyperion dichtete: "So kam ich unter die Deutschen, Ich forderte nicht viel und war gefaßt, noch weniger zu finden.[...]Barbaren von Alters her..."

Im Hölderlin-Museum in Tübinger Turm stieß ich auch auf Schriften aus Hölderlins jakobinischem Umfeld, die sehr viel politischer als der Hyperion sind und sich tatsächlich wie antideutsche Pamphlete unserer Tage lesen.
Damals gärte die Frustration darüber, dass sich die Franzöische Revolution nicht wie ein Lauffeuer in den deutschen Duodezfürstentümern ausbreitete.