Donnerstag, 13. Dezember 2007

BRDDR - jetzt hat es auch die FAZ begriffen

In einem meiner früheren Beiträge wies ich schon darauf hin, dass die Deutschen jetzt ernst machen mit der Wiedervereinigung, und anscheinend an einer Art Synthese aus Sozialismus und sozialer Marktwirtschaft arbeiten. Nun wird der "gefährliche Linkstrend"(Guido Westerwelle) auch in der FAZ diskutiert. Könnte Westerwelle recht haben, fragt sich Volker Zastrow. Ja, könnte er? Hier wurden einige Eckdaten der fortschreitenden DDRisierung der BRD zusammengetragen, wobei man einige Phänomene des aktuellen Staatswachstums einerseits und der Enteignung der Bürger andererseits in der DDR noch gar nicht verorten kann.

Volker Zastrow schreibt:
Dann gibt es das weite Feld der einst sogenannten sozialen Errungenschaften der DDR, vor allem in der Frauen- und Familienpolitik. Man darf das kaum noch erwähnen (gerade die FDP wird den Teufel tun): aber diese Politik zielte auf Zerschlagung der traditionellen Familie und auf Verfügbarmachung aller Individuen für die Ökonomie. Natürlich geht es den jungen Eltern heute mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie um etwas ganz anderes, und das wollen sie nicht mit Argumenten aus einer längst vergangenen Vergangenheit denunziert sehen.


Man fragt sich, ob Zastrow das ironisch meint, dass es jungen Eltern "um etwas ganz anderes" gehe, als um Verfügbarmachung für die Ökonomie. Hat Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur mit Sozialismus zu tun, nicht generell mit dem Siegeszug des modern-ökonomischen Denkens? Die Haushalte selbst denken heute so BWL-rationell, dass Frauen vom Staat wie im 3. Reich gar nicht mehr in den Arbeitsdienst gezwungen werden oder wie in der DDR ihre Kinder in die Zwangskita weggeben müssen, damit ihre Arbeitskraft verfügbar wird. Die Familien selbst drängen mit Mann und Frau ins Erwerbsleben und schreien nach dem Staat als Kindermädchen, denn sie möchten die Kosten des Kindererziehung als rationale Kostenabwälzer möglichst nicht selbst tragen. Womit Zastrow vollkommen recht hat, ist somit, dass sich in Gefahr begibt, wer wie Eva Herman, zudem noch ungeschickt, die modern-totalitäre Vergangenheit der Kinderkollektivierung und Frauenarbeit in Erinnerung ruft.

Zastrow täuscht sich, wenn er glaubt, DDR-Nostalgie beschränke sich nur auf Ostdeutsche, auch Westdeutsche, zumal die 68er und ihre Kinder, sind da mit dabei.
Letztlich hat es in Ostdeutschland nie ein Umerziehungsprogramm gegeben wie in Westdeutschland nach dem 2. Weltkrieg, obwohl die totalitäre Erfahrung, die zu reparieren gewesen wäre, viel länger dauerte. Das konnte nicht ohne Konsequenzen bleiben. Lafontaine und ein Herr Voigt fahren die Ernte ein.

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