Samstag, 8. Dezember 2007

"Freiheit durch Sozialismus"

In einer Reportage des Journalisten Walter Wüllenweber wird die "sexuelle Verwahrlosung" in der Unterschicht thematisiert. Da ist zum einen die Promiskuität, zum anderen das Verschwinden von Liebe und Zärtlichkeit aus der Sexualität von Unterschicht-Kindern.
Zu dieser Verrohung führt offensichtlich die ungehemmte und unbeschränkte Verbreitung von Pornografie. Der Autor erwähnt allerdings nicht, dass arbeitslose Unterschichtfrauen in unserer Gesellschaft kaum noch Ansehen als gute Hausfrau und Mutter gewinnen können, da die Wertschätzung der Hausfrau und Mutter nur noch sehr niedrig ist. Als einzige Möglichkeit der Selbstbestätigung bleibt den in der Reportage beschriebenen Frauen möglichst häufiger Geschlechtsverkehr mit möglichst vielen verschiedenen Geschlechtspartnern. Offenbar führt aber auch der Sozialstaat zu einem Zustand, der die Bindungslosigkeit fördert. Um Bindungen aufzubauen, ist Zärtlichkeit und Innigkeit erforderlich. Feste Bindungen zu anderen Individuen aufzubauen, entfällt aber als Notwendigkeit, wenn Staatsknete die ökonomische Versorgung der Mütter und ihrer Kinder garantiert, und die rechtlich entwertete Ehe zur ökonomischen Sicherung obsolet geworden ist. Die Unterschicht kann in unserem Staatswesen ihre Sexualität voll zu Lasten derjenigen ausleben, die auf Sexualität verzichten müssen, um zu arbeiten und das Geld zu verdienen, welches der Sozialstaat umzuverteilt.
Es geht also nicht nur um "falsch verstandene Liberalität", wie im Beitrag behauptet, sondern auch um richtig verstandenen Sozialismus, in der Variante des Sozialstaatssozialismus. "Freiheit" ist, wie mancher erst von Lafontaine erfahren zu haben scheint, "durch Sozialismus" zu erreichen. Sexuelle Befreiung (negativ ausgedrückt: Sexuelle Verwahrlosung) für die Proletarier gehörte immer schon zu den Zielen der Sozialisten, real existierend sieht sie heute eben "voll Porno" aus, und schließt die Freiheit von Liebe, die Freiheit von Bindungen, die Freiheit zu Gewalt ein.

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