Donnerstag, 31. Januar 2008

Anmerkung zu Gandhi

Zum 60. Todestag des indischen Unabhängigkeitskämpfers, Juristen und Denkers Mahatma Gandhi scheint mir vor allem sein Prinzip Satyagraha, das "Festhalten an der Wahrheit", erinnerungswürdig.

Vor einiger Zeit setzte ich mich mit ihm auseinander, unter dem Gesichtspunkt, dass sich der muslimische Bevölkerungsanteil in Deutschland und Europa durch Einwanderung und Gebietserweiterung der EU beständig erhöhen wird, wir somit auf indische Verhältnisse einer konfliktreichen Chaos-Demokratie zusteuern. Der Wahnsinns-Wahlkampf in Hessen mag in Deutschland ein Vorbote dessen gewesen.

Inmitten einer von religiösen Spannungen erschütterten alten Zivilisaton setzte sich Gandhi nicht nur gegen die britischen Kolonialherren ein, sondern hatte auch viel zu tun, die Konflikte der Inder untereinander zu schlichten. Obwohl er Gewaltlosigkeit predigte, fiel er letztlich der Gewalt zum Opfer.

Festhalten an der Wahrheit ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Fanatiker die Wahrheit zu verzerren und zu entstellen trachten, um Menschen gegeneinander aufzuhetzen, aber auch Sachverhalte verschwiegen werden, weil man hofft, damit Konflikten aus dem Wege zu gehen, zugleich aber auch die Problemlösung vereitelt.
(Im Krieg stirbt als erstes die Wahrheit, meinte der antike Zeit-Historiker Thukydides.) Auch Widerstandsgeist gegen ungerechte und unverständliche Gesetze kann immer wieder gefragt sein.

Jeder kann in seinem Bereich dazu beitragen, die Wahrheit zu erhalten, und sich abseits von Vorurteil, Ideologie, Religion und Weltanschauung um richtige Erfassung von Tatsachen bemühen, sich gegen falsche Beurteilungen und Fehlsteuerungen "von oben" zur Wehr setzen.
Die Suche nach Wahrheit bietet nicht nur die Möglichkeit seinem Leben einen ethischen Wert, sondern auch seinem Handeln Orientierung zu geben. Dabei darf das Festhalten an dem als richtig Erkannten nicht in dogmatischem Starrsinn münden. Der Zweifel muss immer erlaubt sein und wachgehalten werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wieder Stephan Müller - macht mir langsam Spaß. Ein Tipp:

aus dem Buch "Sie wollten Hitler töten" und "Kanzler" (Bertelsmann-Verlag) jeweils von Guido Knopp

Oberleutnant Helmut Schmidt, Ex-Kanzler und inzwischen Kettenraucher :-) erfuhr am 20. Juli 1944 in Berlin von den Bombenattentat auf Adolf Hitler. Einige Wochen später wurde er zu einem der Prozesse vor dem Volksgerichthof als Zuhörer abkommandiert. Zur Einschüchterung wie er annimmt. Jenen Verhandlungstag, den er selbst erlebt hat, empfindet er als entsetzlich und abschreckend. Guido Knopp beschreibt Schmidts Emmpfindung: Der würdelose, die Angeklagten fortwährend pöbelhaft und marktschreierisch beleidigende Gerichtspräsident Freisler hätte in Dantes Inferno gepasst: "Ich war erschlagen von der Prozessführung". Auf der Anklagebank saßen Carl Friedrich Goerdeler, der Diplomat Ulrich von Hassell, der Berliner Rechtsanwalt Josef Wirmer, der Industriemanager Paul Lejeune-Jung und der Gewerkschafter und Sozialdemokrat Wilhelm Leuschner.
Freisler Stimme überschlug sich vor Wut: "Sie werden bald in der Hölle sein!" Darauf Wirmer gelassen: "Es wird mir ein Vergnügen sein, wenn Sie bald nachkommen, Herr Präsident." Alle fünf Männer wurden zu Tode verurteilt. Bei von Hassell, Wirmer und Lejeune-Jung wurde es sofort, vollstreckt. Wilhelm Leuschners Martyrium dauerte noch 20 Tage länger. Unter Folterungen sollte er weitere Namen bekannt geben. Er blieb standhaft. Der Bayreuther Sohn wurde am 29. September 1944 um 19.17 Uhr in Berlin-Plötzensee ermordet. Nach einem Gelingen des Anschlages vom 20. Juli 1944 hätte Leuschner Vizekanzler unter Goerdeler als Reichskanzler werden sollen. Generaloberst Beck war als Staatsoberhaupt vorgesehen.
Mit einem Museum zum Werk des Widerstandskämpfers hat die Stadt Bayreuth ihrem Sohn im Herbst des vergangenen Jahres ein Denkmal gesetzt.

Was ich schade finde: Ich vor drei oder vier Jahren in einem Brief an den Bayreutehr OB und die Leuschner-Stiftung vorgeschlagen, Helmut Schmidt als Zeitzeuge zu einem Vortrag in das damals neu eröffnete Leuschner-Gedenkstätte einzuladen. Der Werbeeffekt des immer noch lausig besuchten Museums wäre m. E. ein enormer gewesen. Habe nie mehr etwas darüber gehört....

Aki Arik hat gesagt…

...Am 30. Januar 1948 wurde Gandhi von dem nationalistischen Hindu Nathuram Godse, wegen seines Einsatzes für die Rechte der Moslems, erschossen.
Gandhi hat nicht nur Indien, sondern die Welt verändert. “Es gibt keinen Weg zum Frieden - der Frieden ist der Weg.”