Donnerstag, 17. Januar 2008

Die Altenfrage

Die heftigen Reaktionen auf den Münchner Überfall vor Weihnachten und auf die Einlassungen des ZEIT-Redakteurs Jens Jessen müssen wohl auch vor dem Hintergrund verbreiteter Ängste im älteren Teil der Bevölkerung gesehen werden.

Ich kann mich noch erinnern, wie vor Jahr und Tag bei einer Busfahrt nach Berlin meine weißhaarigen Mitreisenden beim Gespräch über die Probleme der Rentenversicherung galgenhumorig blödelten:

"Irgendwann schlagen´s uns tot! "

Es können sich nur wenige in Deutschland vorstellen, dass die Gleichung, nach der immer weniger Arbeitsfähige immer mehr Rentner finanzieren, aufgehen könnte.
Aufgrund der dunklen deutsch-europäischen Vergangenheit, die alten Menschen noch in den Knochen steckt, haben düsterste Szenarien in der Vorstellungswelt eine Chance.
So ist es nicht schwer zu erklären, warum Jessen mit seiner grimmigen Rentner-Anklage vor dem Lenin-Bild derart Angst und Hass hervorzurufen vermag.

Es steht allerdings zu vermuten, dass der Respekt der Jugend vor dem Alter mit der Alterung der Gesellschaft immer mehr abnehmen wird, zumal wenn noch ethnische Dissonanzen hinzutreten.

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