Mittwoch, 23. Januar 2008

Libertäre und Hobbes

Die Libertären, eine aus den USA eingesickerte radikalliberale Fraktion, ist in Deutschland vor allem im Internet sehr aktiv. Dies gilt auch für viele Einträge in Wikipedia, auch für den von Thomas Hobbes.

Zuletzt wird auch das "konstituierte" Vertragsrecht von Hobbes strapaziert. Hans-Hermann Hoppe fragt daher "Wer würde einen Vertrag eingehen, der seinem Beschützer [gemeint ist: Der Staat] unwideruflich und unmissverständlich das Recht einräumt zu bestimmen, welche Kosten er für seinen Schutz zu bezahlen hat?"


Hans-Hermann Hoppe lehrt in den USA und ist einer der Hauptgewährsmänner der Libertären.

Um auf seine Frage zu antworten: Jemand, der verzweifelt nach Schutz sucht, würde diesen Vertrag eingehen. Es sind aus der Geschichte genug Beispiele für bedingungslose Unterwerfung bekannt.

Auch beim Eintritt in einen Verein unterwirft man sich der einseitigen Festsetzung des Mitgliedsbeitrages durch die Mitgliederversammlung.

Das Zitat weckt Zweifel, ob Hoppe verstanden ist, dass das Vertragsmodell von Hobbes einen Vertrag von Menschen auf Gewaltverzicht untereinander zugunsten eines Dritten (des Souveräns) vorsieht.

Ob man den Problemen der Libertären mit dem Staat abhelfen könnte, indem man ihnen erlaubte, sich selbst für staatenlos und vogelfrei zu erklären? Dann wären sie aller aufgedrängten und mit Zwangsabgaben finanzierten Protektion durch den Staat ledig und allein auf die Selbstverteidigung zurückverwiesen. Der Staat hätte dann nämlich auch keine Verpflichtung mehr, die Rechtsverfolgung von Straftaten gegen Libertäre einzuleiten.

Kommentare:

Dominik Hennig hat gesagt…

Siehe Seite 139 ff.

BvG hat gesagt…

Ist das aus: "The God that failed"?

BvG hat gesagt…

Ich sehe gerade, es ist von Blankertz.