Samstag, 26. Januar 2008

Rauchfreie Sicht im Discolicht - und eine hässliche Anzeige

Gestern habe ich einen ersten Clubbing-Abend in rauchfreier Umgebung verlebt. Ein ganz neuer Eindruck. Die Disco-Beleuchtung kam mit ihren Farbeffekten viel besser zur Geltung und man kann die Teilnehmer der Party viel besser wahrnehmen. Ich hatte auch den Eindruck, dass ich von den anderen besser wahrgenommen wurde. Völlig unbekannte Menschen stießen mit mir an. Die Raumatmossphäre wirkte so clean wie in vielen Science-Fiction-Filmen, in denen die Zukunft rauchfrei dargestellt wird.

Und die Kleidung stinkt nicht so, wenn man wieder draußen ist.

Der gleiche Tag wurde getrübt von einer hässlichen Anzeige gegen Helmut Schmidt, wegen Verstoß gegen das Rauchverbot und wegen Körperverletzung durch Rauch!

Übereifrige Kulturrevolutionäre innerhalb der Nichtraucherbewegung schaden mit solchen Aktionen wie gegen den beliebtesten Altkanzler der Deutschen nur ihrer Sache. Hier fehlt der Sinn für Großzügigkeit, Takt und Ausnahmen von der Regel, das deutet darauf hin, dass wildgewordene Kleinbürger mit Megaphon am Werk sind.

Würde in der Rechtsprechung gelten, dass Rauchen in Gegenwart anderer strafbare Körperverletzung sei, hätte sich die EU und die deutschen Länder den Bürokratiezirkus ums Nichtraucherschutzgesetz sparen können. Wäre Rauchen Körperverletzung, wäre die Bestrafung der Raucher drakonischer, die Gesetzes- und Verordnungslage aber einfacher. Das deutet an: Einfachere Regulierung muss nicht unbedingt mit geringerer Repression einhergehen.

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