Dienstag, 8. Januar 2008

Vom Erben und Schenken

Auf dem grünen mawalog lässt sich Matthias Warkus von der Neidwelle mitreißen, die ihren Weg auch in die ZEIT gefunden hat.

Er stellt den Zusammenhang von Schicht und Intelligenz in Frage, wer anderes behauptet oder feststelle, sei unseriös oder sogar ein Rassist, wobei sich mir letzter Zusammenhang nicht erschließt, und mir Untersuchungen zum Zusammenhang Schicht/Berufserfolg und Intelligenz doch eine andere Qualität zu haben scheinen, als zur Korrelation Hautfarbe/Intelligenz.

Warren Buffet oder Bill Gates, reichste Männer der Welt, Plätze 3 und 1, sind intelligent, und zumindest letzterer scheint hat auch nicht nennenswert geerbt zu haben. Reiche verfügen eben über bestimmte Eigenschaften, Vermögen zu erhalten, zusammenzuhalten oder aufzubauen. Das ist auch eine Leistung. Natürlich gibt es viele arme Philosophen und verkannte Genies, die mit dem Schicksal ihre brotlosen Existenz hadern, während IQ-lose Fußballer oder Stars vom Markt, der durchaus demokratische Qualitäten hat, mit großen Erlösen prämiert werden. Das kann freilich bei mangelnder Intelligenz und Disziplin schnell ins private Verderben für diese Menschen führen.

Eine Zivilgesellschaft definiert sich gerade dadurch, dass sie durch »freiwilliges bürgerschaftliches Engagement" aufrechterhalten wird. Alles andere ist Etatismus. Beim Bau von Philharmonien u.a. hat sich der Staat in der Tat rauszuhalten, diese sind durch Schenkungen und Stiftungen zu finanzieren. Stetigkeit durch staatliche Umverteilung sehe ich bei der sozialen Mindestsicherung gefragt.

Über das was, eine sinnvolle Geldanlage ist oder wer Geld erhält, entscheiden am besten die Individuen und Marktteilnehmer.

Über den Zusammenhang Schicht/Intelligenz/Erblichkeit gibt es offenbar so wenig definitives Wissen, dass es eine Anmassung von Wissen seitens des Staates wäre, alle Erbmassen zu konfiszieren und nach planerischem Gutdünken zu verteilen.

Persönlich meine ich, dass zumindest ein Schulsystem bestehen muss, dass in der Lage ist, talentierte Kinder aus den Unterschichten zu identifizieren und Wege zur Förderung zu eröffnen.

Bei zu hoher Erbschaftssteuer entfällt der Anreiz, Werte zu schaffen, damit "die Kinder es einmal besser haben". Auch sehe ich die Konstanz wirtschaftlicher Aufbauleistungen bedroht.

An der Story vom Tellerwäscher zum Millionär ist übrigens insoweit was dran, als Underdogs oft einen besonderen Zug nach oben haben, der saturierten oder aufgrund neuerdings auch von der ZEIT geschürten Sozialneids komplexbehafteten Bürgerskindern zuweilen fehlt.

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