Sonntag, 30. März 2008

Rückkehr der Helden?

Im kommenden Monat soll "DER ROTE BARON" in den Kinos anlaufen. Dieser Streifen stellt, so viel ist jetzt schon sicher, einen Paradigmenwechsel im deutschen Kriegsfilm dar. Denn in ihm wird dem Filmpublikum ein deutscher Kriegsheld als Sympathieträger und Identifikationsfigur angeboten.

Dies fügt sich in eine Zeit, in der Rufe nach der Wiedereinführung einer echten Tapferkeitsauszeichnung in der Bundeswehr laut werden und deutsche Truppen in Kriegsgebieten stehen.

Montag, 24. März 2008

Lexika in Buchform

Was mit Internet-Lexika verlorengeht, ist die Möglichkeit des Schmökerns über den Tellerrand des gesuchten Worts hinaus. Als Beispiel ein beliebiges Lexikon (Bertelsmann Universal Lexikon 1987), hier fand ich unter dem gesuchten Eintrag:

Beleuchtung, die Nutzung des Lichts für die Erhellung von Räumen oder Gegenständen mit Hilfe von natürl. oder künstl. Lichtquellen.


auch noch die

Beleuchtungsbrücke, Laufsteg zur Aufnahme u. Bedienung der Beleuchtungsgeräte im Theater.

War mir vorher noch unbekannt. Auf dem antiquarischen Markt verkaufen sich alte Lexika so gut wie überhaupt nicht, da die breite Mehrheit der Kundschaft wegen des Internets die Hilfe in sperriger Buchform nicht mehr zu schätzen weiß.

Sonntag, 23. März 2008

Pro Meinungsfreiheit.

Aus gegebenem Anlass: Für Meinungsfreiheit, die auch die Freiheit zur "Gotteslästerung" und "Blasphemie" einschließt!

Samstag, 15. März 2008

Staatlicher Kinderraub

Willkürlicher Sorgerechtsentzug ist offenbar keine DDR-Spezialität (ein Leser wies mich auf die entsprechenden Praktiken in der DDR hin), sondern greift auch bei den Jugendämtern der BRD um sich. Hierzu ist gerade ein interessanter Artikel in der FAZ zu lesen. Bei zu wenig Wohnraum droht Kindesentzug. Allzu große Anhänglichkeit an die Eltern wird von den Jugendämtern den Kindern als Defizit angerechnet.
Die Kompetenzen der vielfach inkompetenten Jugendämter werden jetzt auch noch gesetzlich erweitert. Fast die gesamte politische Klasse verkennt die Mißbrauchsmöglichkeiten, die sie damit schafft.
Passt zum Zug der Zeit, der es immer weniger für erforderlich hält, dass Kinder von ihren eigenen, leiblichen Eltern aufgezogen werden. Kinder, die nicht in die Kita gegeben werden, nimmt der Staat mitunter ganz weg. Die DDRisierung schreitet voran.

Freitag, 14. März 2008

Der Löwe von Afrika

Einen überraschend positiven Bericht widmet die WELT auch Paul von Lettow-Vorbeck, dem einzigen als unbesiegt geltenden deutschen Militärbefehlshaber im 1. Weltkrieg. Vor gar nicht so langer Zeit wurde im selben Blatt berichtet, dass ihn Historiker vom Helden-Sockel stoßen.

Stalins Krieg

Revisionen der Geschichte dringen bis in die Welt vor, ein polnischer Historiker wird von der WELT quasi als Vorhut auf den wiedereröffneten Kampfplatz des Historikerstreits gelassen.

Montag, 10. März 2008

Bedeutung von Scrutograph

Ein lateinisches Taschenwörterbuch sagt:

scruta, -orum n.: altes Gerümpel, Plunder;

scrutator, oris m.: Durchsucher;

scrutor: durchwühlen, -suchen,; zu erforschen suchen, untersuchen; aufsuchen, ausforschen.

Der zweite Namensbestandteil kommt aus dem Alt-Griechischen:

graphein: ritzen, malen, schreiben.

Samstag, 8. März 2008

Bei Welt Online putscht es

Einen sprachlichen Missgriff leistet sich die WELT ONLINE, indem sie von einem "Putsch" der hessischen SPD-Abgeordneten Dagmar Metzger spricht, und diese als "Putschistin" bezeichnet.

Ein Putsch ist ein -zwar nicht unbedingt gewaltsamer - Umsturz zur Erringung der Macht.

Welche Macht hat Dagmar Metzger errungen oder zur erringen beabsichtigt? Wie es aussieht, wird ihr Schritt in den Rückzug aus dem Parlament münden.

Somit ist die Anwendung des Begriffs auch im übertragenen Sinne verfehlt.

Die WELT ONLINE versagt damit darin, einer sozialdemokratischen Widerständlerin gegen die SED-Partei Unterstützung zu geben. Das Bestreben dieser Abgeordneten, ihrem Wahlversprechen treu zu bleiben, wird begrifflich in den Schmutz gezogen.

Torpedos gegen den Gustloff-Film

Auch Filmkritik kann man kritisieren. Zumindest Blütenlese kann man in einem Beitrag von Tanja Dückers in der ZEIT betreiben. "Alles nur Opfer", wird da getitelt.
In der Unterzeile heißt es aber:
Wie mit Hilfe von Filmen wie dem ZDF-Zweiteiler 'Die Gustloff' aus Nazi-Tätern und -Unterstützern wieder reine 'Zeitzeugen' gemacht werden. Ein medialer Geschichtsrevisionismus der neuen Art.

Wie jetzt? Werden in Joseph Vilsmaiers Film "Die Gustloff" nach Ansicht der Kritikerin Täter ungerechtfertigterweise zu Opfern oder zu reinen Zeitzeugen? Als Nicht-Fernsehender kann ich mir immer noch kein Urteil bilden, was am vergangenen Fernsehwochenende geschah. Auch die ZEIT ist sich da offenbar unsicher und lässt auch eine positive Einschätzung ins Blatt.
Bemerkenswert jedenfalls, wie das stupide Antifa-Demo-Geschrei "Deutsche Täter sind keine Opfer!" seine Entsprechung in Zeitungsmeinungen findet. Auch wenn es selbstverständlich scheint, muss man es anscheinend aussprechen: Menschen können tatsächlich Täter und Opfer zugleich sein. Ein Dieb kann selbst bestohlen, ein Mörder ermordet werden. Täter und Opfer können wiederum zur gleichen Zeit Zeugen sein: Zeugen anderer Verbrechen, Zeugen ihres eigenen Unterganges.

Die Gustloff vermittelt den Eindruck, dass auf dem Schiff nur kriegsmüde Unschuldslämmer hockten. Unter den 9000 Opfern tappen gerade mal zwei, drei perfide Nazis wie der „Ortsgruppenleiter Escher“ herum, die wie Witzfiguren wirken. Keiner der Sympathieträger lässt eine Spur von nationalsozialistischem Gedankengut erahnen, welches doch bis in die feinsten Verzweigungen der Gesellschaft gedrungen war, oder spricht eine Sprache, die vom Duktus der damaligen Zeit geprägt ist.


Ruinierte Passagiere auf einem Flüchtlingsschiff als "kriegsmüde" darzustellen, wie kann Joseph Vilsmaier nur darauf kommen? Das muss wirklich ein schlimmer Geschichtsverdreher sein. Auch schon im Duktus der damaligen Zeit kamen die Parteinazis als ausgesprochene Witzfiguren weg: "Goldfasane" nannte man sie. Und wie soll ein Film, dessen Sympathieträger Nazi wäre, durch die Zensur kommen?
Aber Dückers spricht einen entscheidenden Grund dafür an, dass ich damit leben kann, diese Filme nicht zu sehen: Sie sind, nach allem was man über sie liest, von ahistorischen Projektionen aus der Gegenwart in die Vergangenheit durchzogen. Wenn man diese Messlatte allzuhoch anlegt, könnte man allerdings gar keine Historienfilme mehr drehen.
Dann breitet Dückers diesen Begriffs-Knäuel zur Beschreibung deutscher Befindlichkeiten, die hinter dem Film stünden, aus:

Diesmal geht es weniger darum, den Bolschewismus für Hitler verantwortlich zu machen, als die deutsche Täter-Zeitzeugen-Erlebnisgeneration zu rehabilitieren. (Übrigens: Der Ausdruck „Tätergeneration“ ist im Jahre 2008 aus der Mode gekommen. Man wagt zwar noch nicht, von „Opfergeneration“ zu sprechen, hat sich aber im stillen Konsens auf „Zeitzeugengeneration“ geeinigt. In letzter Zeit kann man auch den an Zynismus nicht zu überbietenden Ausdruck „Erlebnisgeneration“ hören.


Man könnte auch von der Täter-Opfer-Zeitzeugen-Generation sprechen: So ist es doch auch im Justizalltag. Einer tut dem Anderen etwas, und ein Dritter wird Zeuge.
Warum sollen die Opfer von Nationalsozialisten (Sozialisten, Kommunisten, Juden, etc.) und die Opfer aller kriegführenden Parteien begrifflich ausgeblendet werden? Die gehören doch zur damaligen Generation wie die Täter. Zeitzeugengeneration erscheint, nachdem was ich oben geschrieben habe, dennoch als passender, neutraler und einfachster Begriff. Andere Begriffe rufen nur totalitäre Kollektivschuldvorwürfe oder Opfermythen wach. Ich will individualistischer Zeitzeuge sein. Soll sich Frau Dückers überlegen, ob sie etwa gerne von Islamisten für das Handelns westlicher Mächte im Irak und Afghanistan als "Täterin" zur Verantwortung gezogen würde.

Das einzige Geschichtsbild, das durch die mediale Erinnerung der zurückliegenden TV-Filme als solche "revidiert" wird, ist vielleicht das Schwarz-Weiß-Geschichtsbild der Antifa, das keinen Platz für Graustufen lässt. Einen Aufschrei renommierter Historiker über den Gustloff-Film habe ich bisher nicht vernommen, dies, obwohl Vilsmaier eine historisch fragwürdige und mir unplausibel erscheinende Verräter-Figur in den Plot einbaute, die geeeignet ist, den Widerstand gegen Hitler zu diskreditieren.

Weiter im Text:

Zudem dürfte der Transport von schwerstverwundeten Soldaten auf der Gustloff die Russen nicht zur Nachsicht bewogen haben: Die erschöpften oder verwundeten Soldaten der Roten Armee wurden auf den langen Märschen in die deutsche Kriegsgefangenschaft von den Wehrmachtssoldaten einfach erschossen; ihre Leichen säumten die Marschroute.


Eine wahrscheinlich ungewollt Rote-Armee-kritische Überlegung hinsichtlich dessen, was der sowjetische U-Boot-Kommandant unternommen hätte, wenn er gewusst hätte, wieviele Schwerstverwundete und Flüchtlinge an Boot der Gustloff waren, nämlich das Gleiche.
Es sind mehrere Fälle bekannt, in denen Rotarmisten deutsche Schwerstverwundete grauenvoll ermordet haben, u.a. durch Aussetzung in der Kälte und Übergießen mit Wasser. Den Zusammenhang mit dem Umgang der Deutschen mit Kriegsgefangen kann man freilich in Frage stellen. Weiß Dückers, dass Rotarmisten, die sich den Deutschen ergeben hatten, aus Sicht der Sowjets verbrecherische Verräter waren, die sie mit dem Tod bedrohten? Die Rote Armee bombardierte sogar Kriegsgefangenenlager der Deutschen und massakrierte selbst Zwangsarbeiter.

Der Film Die Gustloff singularisiert den Nationalsozialismus wieder und fällt damit weit hinter den Forschungsstand der letzten 15 Jahre zurück.


Gewagt erscheint Dückers Verwendung des Worts "singularisieren" ausgerechnet im Zusammenhang mit dem weithin als singulär geltenden Verbrechensregime des Nationalsozialismus und ihrer Ablehung von Geschichtsrevisionismus.
Die Singularität des Holocaust zu bestreiten, ist offenbar nicht ihr Anliegen. Meint sie die Reduzierung der Verantwortung für das Geschehen im 3. Reich auf Adolf Hitler? Kann nur.

Ein Film über den Luxusriesen Gustloff zu sonnigen KdF-Zeiten wäre interessanter gewesen. Ähnlich wie im Seebad Prora auf Rügen schallten ständig Hitlerreden durch die langen Gänge, denen sich niemand entziehen konnte. Auf dem Schiff saßen Nazi-Beobachter, die jeden, der bei solchen Führer-Ansprachen nicht augenblicklich ehrfürchtig verstummte und strammstand, namentlich notierten. Diktatorische Kontrolle auch noch im Urlaub, auf Schritt und Tritt. So fing es an mit der Gustloff.


Ein totalitäres Big-Brother-Traumschiff als historischer Filmstoff, dem sich ein deutscher Regisseur annehmen möge, wird hier allen Ernstes vorgeschlagen. Jemand, der so subtil NS-Aufbereitung betriebe, würde sich in Deutschland schnell Kritik ausgesetzt sehen, er betriebe Verherrlichung oder Verharmlosung des Nationalsozialismus. Zumal gälte der Film wohl als langweilig. Das sind die Realitäten des massenmedialen Betriebs.
Den nationalsozialistischen Hochmut des "Herrenvolks" vor dem Fall zu zeigen, wäre zwar pädagogisch wertvoll, jedoch leben Dramen von der Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Ein Querschnitt von 12 Jahren tausendjährigem Reich würde sich schwer an einem Fernsehabend unterbringen lassen.

Die Ausblendung des deutschen Leids am Ende und im Anschluss an den Krieg, der Tanja Dückers des Wort redet, könnte wiederum letztlich dazu führen, dass vergessen wird, wie Krieg und Gewalt auf die Deutschen zurückgefallen sind. Pädagogisch ein Desaster.

Es gibt in Deutschland noch genug Nachkommen von Vertriebenen, die es im Gegensatz zu Dückers absolut nicht uninteressant finden, was damals ihren Eltern und Großeltern im ehemaligen Osten des Deutschen Reichs und in Osteuropa geschehen ist.
Darüber hinaus ist niemand gezwungen, Filme anzusehen, die ihn nicht interessieren.
Mein Großvater wäre beinahe auf diesem Schiff mitgefahren, ließ sich aber trotz seiner Verwundung wieder von der Gustloff zurück zu seiner Einheit nach Danzig abtransportierten, da ihm der Seelenverkäufer nicht geheuer war.
Eine Geschichte wie sie wohl in mancher Familie kursiert.

Donnerstag, 6. März 2008

Über die strukturell rote Mehrheit in Deutschland

Ein Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung über "Die Faszination der Heilslehren" rief mir in Erinnerung, dass das rote Übergewicht, dass sich in der Bundesrepublik 19 Jahre nach der Wiedervereinigung einzustellen beginnt, offenbar von konfessionellen Prägungen determiniert ist. Wahlkreise mit Dominanz von SPD und „Die Linke“ decken sich weitgehend mit historisch protestantischen Gebieten, auch wenn ein Großteil der Bevölkerung dort bereits konfessionslos geworden ist. Diese Gebiete waren auch schon vor den NS- und SED-Diktaturen rot gefärbt. Ein Umstand, der auch Konrad Adenauer bekannt war, der deswegen, wie manchmal verbreitet wird, die Wiedervereinigung hintertrieben haben soll.

Die Gründe für diese historischen Kontinuitäten wurden von dem Referenten vom Forschungsverbund SED-Staat, Uwe Hillmer, nicht vertieft, es wurde nur angedeutet, dass sie in fortlebenden Mentalitäten aus christlicheren Zeiten zu sehen sein könnten - jedoch habe ich zwei Überlegungen dazu:

Das Luthertum mit seiner kritischen und bohrenden Suche nach religiöser Wahrheit führte letztlich über die Religionsskepsis in die Verneinung von Religion. Kirchenferne ist nicht nur in den protestantischen Gebieten, die von der SED-Diktatur beherrscht wurden, verbreitet, sondern auch im Westen sind –getaufte- Protestanten oft besonders kirchenfern und areligiös.
Wenn aber das christliche Heilsversprechen, das im Jenseits verortet wird, nicht mehr geglaubt wird, liegt die Empfänglichkeit für das Heilsversprechen des Sozialismus, das im Diesseits verortet wird, nahe.

Ein weiterer Grund könnte im unterschiedlichen Verhältnis von Katholiken und Protestanten im Verhältnis zu Sozialstaat und persönlicher, auf Eigeninitiative beruhender Armenfürsorge zu sehen sein.

Der Historiker Steven Ozment schreibt über die Entstehung des modernen Sozialstaats aus dem deutschen Protestantismus:

„Wie die meisten sozialen und familiären Angelegenheiten im Mittelalter war auch die traditionelle Betreuung der Armen religiös inspiriert. Die Almosengabe von Hand zu Hand und Aug’ in Aug’ war das ursprüngliche biblische Modell für den büßenden Christen gewesen, und wer solch eine persönliche Nächstenliebe zeigte, konnte im Gegenzug erwarten, einen Anteil des göttlichen Segens für sich zu empfangen. Jahrhundertelang veranlaßte dieser Glaube fromme Christen dazu, den Armen auch Kleidung, Unterkunft und Bildung zu gewähren.

Im Gegensatz dazu betrachtete die neue lutherische Kirche Akte christlicher Nächstenliebe als eine moralische und bürgerliche Pflicht, nicht als spirituelle, und sie glaube, daß sie – wenn sie auch Gott gefielen – niemanden erlösten. Gute Werke gehörten dem Empfänger, nicht dem Geber, den Gott ungeachtet seiner Taten aus seinen eigenen gnadenvollen Gründen erlöste. Ein solches Argument half den Weg zu einem rationellen System der Armenhilfe freizumachen, ihre Reichweite auszudehnen und sie auf eine sicherere wirtschaftliche Grundlage zu stellen, etwas, was im Sinne beider Konfessionen war. Die Verlagerung der Verantwortung für die Armen vom Klerus und der Kirche auf die Gesellschaft ingesamt über die kommunalen Obrigkeiten und Landesregierungen war ein Meilenstein in der Geschichte …
Bei der Verteilung von Wohltätigkeit, Spenden wie Leihgaben, zählte am meisten die Wiedereingliederung des Empfängers, da Wohlfahrt als ein Mittel der Wiederherstellung angesehen wurde, nicht als permanente Unterstützung. Die Wittenberger Verordnung, beeinflusst von Luther und seinen Kollegen, sah eine sorgsam gehütete „Gemeinschaftstruhe“ für die Armen vor.

Die Finanzierung kam anfangs aus säkularisiertem Kirchenbesitz… Da zu erwarten war, dass solche Mittel für andere Zwecke abgezweigt würden oder sich allmählich erschöpften, sah die Verordnung die gestaffelte Besteuerung des Klerus und der Bürger als besten Weg an, die Truhe gefüllt zu halten.“ (Steven Ozment, Eine feste Burg – Die Geschichte der Deutschen, dt. 2006, S. 114 f.)

Möglicherweise können sich Katholiken eher als deutsche Protestanten vorstellen, dass Armenhilfe –zumindest in Teilbereichen- auch ohne Staat befriedigend funktioniert.
Mithin könnte ein aggressiver Umverteilungsstaat für den gläubigen Katholiken eher als für den Protestanten ein ärgerliches Hindernis sein, von sich aus zu geben, weil er das karitativ einsetzbare Geld durch Steuern Zwangsabgaben entzieht.

Ein Lichtschimmer in roten deutschen Verhältnissen habe ich noch aus einer anderen Veranstaltung der Hayek-Gesellschaft in Erinnerung: Es zeichnet sich innerhalb leistungsbereiter junger Menschen gerade aus dem areligiösen Ostdeutschland ein kleiner Gegentrend hin zum Liberalismus ab. Fragen von Caritas und Erlösung dürften für diese Gruppe freilich eine untergeordnete Rolle spielen.

Montag, 3. März 2008

Stadtschloss Berlin




Die Stadtschloss Berlin Initiative e.V. leistet ihren Beitrag zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses. So mit dem Berlinprojektor, der Stadtbesuchern und Berlinern die Rekonstruktionsabsichten vergegenwärtigen soll.