Donnerstag, 26. Juni 2008

Monströsitäten aus dem Internet

Man fragt sich ob die Aktivisten gegen Vorratsdatenspeicherung mit dem etwa bei Dominik Hennig zu findenden Banner, das eine staatliche Kamera im Schlafzimmer zeigt, noch allzuviel ausrichten können, da Markt und Gesellschaft bereits bei der öffentlichen Zurschaustellung aller Schlafzimmeraktivitäten angelangt sind, Stichwort "YouPorn", hier ein Beitrag in der BILD-Zeitung dazu. Die Prostitutions-"Ebay"-Seite gesext.de aus Deutschland vermittelt - ohne Aufruf-Barriere für Minderjährige - die entsprechende Einstellung dazu: der Mensch ist Ware, der sich bis auf die Haut selbstzuvermarkten hat. "Devilry - your name is Germany!", titelte die Anglopresse im Ersten Weltkrieg. Immer mehr Studentinnen versteigern sich bei gesext, um die ansteigenden Studienkosten zu finanzieren.
Da kann man nur feststellen, dass der Staat und seine Ermittler mit ihrem Überwachungsinteresse den Individuen der Marktgesellschaft mit ihren Entblößungsinteresse nur gerademal mühsam hinterherhumpelt.

Der neueste "Hit" aus den USA, der auch in Deutschland angekommen ist, sind jetzt Nachbarschaftsseiten im Internet. In den USA kann dort jeder Internet-User zum kleinen Blockwart und Denunzianten werden, etwa von ehemaligen Strafgefangenen im Wohnquartier - ganz ohne Beteiligung des Staats. In einem unterregulierten und - administrierten, zudem ethnisch zerklüfteten und vom Rassenhass gezeichneten Gemeinwesen wie den USA sind solche Seiten etwa bei der Wohnungssuche ganz besonders hilfreich. Ich denke, in Deutschland wird die Idee insofern noch nicht so erfolgreich sein und im harmloseren Rahmen betrieben werden.

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