Mittwoch, 9. Juli 2008

Ausstieg aus dem Atomausstieg

Zur aktuellen Diskussion um die Zukunft der Kernenergie in Deutschland erklärte der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder:


"Die Debatte um eine Wende bei der Kernenergie muss jetzt geführt werden. Die enorm gestiegenen Kosten für Energie verunsichern die Menschen und machen endlich den Weg für einen nüchternen und unideologischen Blick auf die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland frei. Dabei wird sichtbar, dass der rot-grüne Ausstiegsbeschluss ohne langfristige Perspektive, ohne Verantwortung für die Zukunft und ohne ein tragfähiges Energiekonzept getroffen wurde. Er war lediglich auf vage Hoffnungen auf einen sinkenden Stromverbrauch und auf erneuerbare Energien gegründet.

Heute wird einer breiten Öffentlichkeit bewusst, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein werden, die Kernenergie zu ersetzen, die die Hälfte der Grundlastversorgung in Deutschland sicherstellt. Auch wird der Strombedarf in Deutschland − wie in allen Industriestaaten − weiter wachsen. Die absehbare Stromlücke könnte technisch zuverlässig und kostengünstig nur durch neue Kohlekraftwerke geschlossen werden. Damit rücken die ehrgeizigen klimapolitischen Ziele der Bunderegierung jedoch in unerreichbare Ferne. Auch die Klimapolitik der Europäischen Union wäre insgesamt zum Scheitern verurteilt, wenn Deutschland als der mit Abstand wichtigste Industriestandort Europas die Kohleverstromung massiv ausbaut. Der Ausstieg aus der Kernenergie ließe sich nur dann mit den ehrgeizigen klimapolitischen Zielen vereinbaren, wenn Deutschland durch hohe Stromkosten und eine unsichere Versorgung infolge zu geringer Kraftwerkskapazitäten in naher Zukunft deindustrialisiert werden würde. Der Preis wären wirtschaftlicher Abstieg, Verarmung und soziale Verwerfungen auf breiter Front.

Um Strom langfristig verlässlich, kostengünstig und in ausreichendem Umfang für alle Bürger und die Industrie zur Verfügung zu stellen sowie die Ziele der Klimapolitik zu erreichen, ist eine Rücknahme des Ausstiegs aus der Kernenergie notwendig. Zum einen müssen die Restlaufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke verlängert werden, damit eine Versorgungskrise und soziale Ungerechtigkeit wegen des Ersatzes preiswerter Kernenergie durch Strom aus immer teureren Quellen wie Windmühlenparks und Erdgas vermieden wird. Zum anderen muss die deutsche Energiepolitik wieder internationalen Anschluss finden und mit langfristiger Perspektive auf einen Ausbau der Kernenergie durch Neubauten setzen. Denn Kernenergie ist derzeit die einzige Energieform, die den Strombedarf eines modernen Industrielandes zuverlässig, wirtschaftlich und klimaneutral decken kann."

Keine Kommentare: