Freitag, 29. August 2008

Lästerungen des Klimagottes

„Das Gerede über einen vom Menschen gemachten Klimawandel ist ein globales Finanzprojekt zum Abschöpfen von Steuergeldern.“

Den Satz aus einem Artikel aus der Welt sollte man sich merken. Zumal in Deutschland werden ja die Erträge der Ökosteuer für ganz andere Finanzlöcher als den Umweltschutz aufgewendet. Ernst-Georg Beck ist einer der führenden Klimaskeptiker aus der Wissenschaft. Der Ansatzpunkt zur Kritik ist ähnlich wie der meine, nämlich:

Selbst wenn man zugesteht, dass es eine Klimaerwärmung gibt, wie soll der Nachweis gelingen, diese gehe auf den Menschen zurück?

Selbst wenn man wiederum zugesteht, dass die Klimaerwärmung auf den Menschen zurückgeht, kann man wie Claudia Kemfert, HU Berlin, offenbar auch davon ausgehen, dass sie sich nicht mehr aufhalten lässt.

Beck erwartet darüber hinaus in nächster Zeit noch eine kleine Eiszeit. Wenn ich den verfrühten Herbst in Berlin beobachte, bin ich geneigt, das nicht unplausibel zu finden. Zudem entspricht das den Warnungen, die noch in Katastrophenszenarien Anfang der 80er Jahre fand.

Zieht euch warm an.

Wehrpflicht am Hindukusch?

Das allerälteste Argument für die Wehrpflicht ruft ein WELT-Artikel über Nachwuchsmangel in der Bundeswehr in Erinnerung: In Kriegs- und Krisenzeiten melden sich nicht genug freiwillig.

Das Grundgesetz sah ursprünglich und auch heute noch erkennbar allerdings gar nicht vor, dass die Deutschen einmal wieder expansionistisch würden, um die freiheitlich-demokratische Grundordnung nach Afghanistan zu tragen. Wenn sich die Bundeswehr aus derartigen Sachen zurückzoge, bräuchte sie auch nicht so viele Soldaten.

Viel wichtiger als der Aufenthalt in mittelasiatischen Gerollwüsten wäre es, Leben, Sicherheit und Recht der deutschen Staatsangehörigen zu schützen, etwa auf den Seewegen gegenüber Piraten (siehe diesen Blog), wenn sonst keine staatliche Ordnungsmacht zu Hilfe eilen kann.

Libertäres Bundestreffen am 13. September

Vom 13. bis 14. September findet in Bonn das erste Bundestreffen der Libertären in der FDP statt. Es werden u.a. Carlos A. Gebauer und Steffen Sedlaczek sprechen.

Mittwoch, 27. August 2008

Wenn Piraten terrorisieren und der Staat machtlos ist

Nach deutschem Recht darf nur die Bundespolizei, nicht auch die Bundeswehr, Piraten bekämpfen, meldet DIE WELT. Die Bundespolizei wird wiederum wird wohl nicht vor Somalia operieren dürfen. Ist das nicht eine schmerzliche Sicherheitslücke für international tätige Menschen, wie zB Geschäftsleute? Ob Versicherungen, die private Sicherheitsfirmen (Söldner) auf Piraten ansetzen, die Versicherungsnehmer überfallen, eine Zukunft haben könnten? Das könnte ein erster Schritt zum Privat-Staat sein. Oder der deutsche Staat kappt seine Restriktionen, um seine Aufgabe, seine Staatsangehörigen zu schützen, auch in den staatsfreien Gegegenden einer globalisierten Welt wahrnehmen zu können.

Wie Linksextreme terrorisieren

In Berlin ist heute Stadtgespräch, wie zwei Zuzüglerinnen, die alsbald im Krankenhaus arbeiten wollen, der Umzugswagen samt Wohnungsinventar - mutmaßlich von Linksextremisten - "abgefackelt" wurde.

Nach einem Bericht des Tagesspiegels könnte der Aufdruck einer Catering-Firma den Zorn der Linksextremen auf sich gezogen haben. Die beiden Ärztinnen wollen in Zukunft auf die entsprechenden Firmenhinweise auf ihren Gefährten verzichten. Das zeigt, wie auch nichtstaatliche Instanzen Verhaltensvorstellungen (in diesem Fall: "Zeige keine Symbole des verhassten Kapitalismus"!) durch Gewalt durchsetzen können. Das staatliche Gewaltmonopol ist letztlich ein angestrebtes Ziel, aber nie faktische Realität. Richtig schlimm wird es für die Menschen, wenn sie zwischen die Fronten verschiedener Gewaltausüber geraten, die die Einhaltung von religiösen oder ideologischen Normen einfordern, die sich gegenseitig ausschließen.

Auch Cabriofahren ist in Berlin nicht zu empfehlen.

Dienstag, 26. August 2008

Wie Gesetze terrorisieren

Der Terror des Gesetzes liegt nicht nur in einer eventuellen Strafandrohung,

sondern auch in der Ungenauigkeit von Sprache, die stets Unsicherheit erzeugt, ob ein Verhalten gesetzlich erfasst, etwa erlaubt oder verboten ist.

Hinzu kommt die zunehmende Kompliziertheit moderner Gesetzestexte und die Fülle von Ausnahmetatbeständen, mit denen die Politik Rücksicht auf Interessengruppen nimmt, so dass auch die Klärung der Auslegung durch Gerichte und Kommentare den Dschungel zum Verständnis des Gerichtes nur wenig lichtet.

So wird mit jedem neuen Gesetz neue Rechtsunsicherheit im Namen der Rechtssicherheit geschaffen. Der rechtliche sicherste Raum ist derjenige Raum, der noch nicht von Gesetzen erfasst ist, dann gilt einfach: Jeder kann tun und lassen, was er will.

Dieses Problem ist jedem besseren Juristen an sich geläufig, was aber nicht zur Abkehr von der Gesetzesmassenproduktion führt.

Freitag, 22. August 2008

DGB vs. opponent - der historische Hintergrund

Der IUF-Blog bietet einen sachlichen Kommentar zur - auch braunen - Vergangenheit staatlicher Lohnregulierung in Deutschland. Anlass war ein an den Blogger opponent.de gerichteter Drohbrief des DGB, in dem die Gewerkschafter von dem Blogger Marco Kanne die Abbildung eines Screenshots ihrer Webseite für den Mindestlohn fordern. Der Screenshot beweist, dass sich auch ein ehemaliger deutscher Diktator als Fake-Account auf der Sympathisanten-Website der DGBler tummelte.

Die ruppige Reaktion des DGB auf den bloggenden Einzelkämpfer Marco Kann kann man auch so deuten, dass sich die Gewerkschafter von dessen Hinweis auf verborgene historische Vorgänger böse ertappt gefühlt haben.

Linksradikale wie der bloggende Che werfen nun den Libertären und Liberalen eine Gleichsetzung von DGB und Hitler vor, und damit eine Verharmlosung des Dritten Reiches. Eine solche Deutung gibt die Aktion des Satirikeres, der Hitler aus dem Grab steigen lässt, um das Mindestlohn-Gesetz zu begrüßen, aber niemals her. Teilidentität ergibt niemals Identität. Manchmal klatschen eben die falschen.

Die Liberalen und Libertären wollen vielmehr davor warnen, dass wir mit immer weiteren staatlichen Regulierungen und weiterem Drehen an der Interventionsschraube irgendwann in einem etatistischen Planwirtschaftskuddelmuddel landen werden, das diktatorische Kräfte auf den Plan ruft. Sie wollen mit Hayek den Weg in die Knechtschaft abwenden. "Wehret den Anfängen!", gilt auch in der Wirtschaftspolitik.

Dienstag, 19. August 2008

Klimaschutz schafft Arbeit - toll

Ein Klotz am Bein ist toll, weil man Kraft einsetzen muss, um ihn hochzuheben, wenn man weiterkommen will. Dieser Logik folgen die Auslassungen der Expertin Prof. Claudia Kemfert zum Klimaschutz.

Zum Schluss wird noch Obama kopiert: "Wir schaffen das!" Wenigstens sagt sie ungefähr, was eigentlich.

Klimaschutz als kollektivistische Sammlungsbewegung.

Freitag, 15. August 2008

Die Pille - eine biologische Zeitbombe?

Der wissenschaftlich schon länger behauptete Umstand, dass die Pille Frauen bei der Partnerwahl biologisch irreleitet, hat es wieder in die Nachrichten geschafft.

Sollten die Patienten nicht auf diese Risiken hingewiesen werden?

Montag, 11. August 2008

Freigeisterhaus

Hier habe ich ein Haus für sehr freie Geister gefunden. Ist sogar richtig Leben drin.

Freitag, 8. August 2008

Konfrontation auf der Seidenstraße

Ein Land, auf das die USA im Rahmen ihrer Seidenstraßenstrategie ihre schützende Hand halten, ist Georgien. Dieses ist jetzt zum Angriff gegen die ossetischen Separatisten vorgegangen - aber, jetzt kommt`s, Russland greift militärisch ein.



Berlin Mitte

So geht das Geschäft mit der DDR-Nostalgie:



Die Größe des Berliner Doms wird so richtig deutlich, wenn man von der Karl-Liebknecht-Straße her kommt. Abends verödet die Gegend um den Berliner Dom. Stadtschloss-Kritiker wollen Elemente des Palastes der Republik erhalten.





Weitere Fotos aus Berlin Mitte finden sich hier.

Donnerstag, 7. August 2008

Wie libertär war das Mittelalter?

Ein interessanter Aufsatz über Abtreibung und Verhütung im Mittelalter. Das Hoch-Mittelalter ist unser heutigen Situation ähnlicher als viele glauben, es stellt eine in der Prüderie der frühen Neuzeit untergangene Welt dar. Zum Beispiel war Prostitution legal und gesellschaftlich eingehegt und akzeptiert. Der Staat war noch zu schwach, um religiöse Vorstellungen mit Hilfe des Strafrechts flächendeckend durchzusetzen. Interessant aus libertärer Hinsicht ist der Hinweis auf Kirchenstrafen, d.h. dass im Mittelalter Verstöße gegen christliche Moral- und Sexualvorstellungen durch die Kirche mit Auferlegung von Bußen gegenüber ihren Gemeindemitgliedern geahndet wurde, während heute der Staat - mit abnehmender Tendenz - vielfach im Christentum wurzelnde Vorstellungen zur Ehe und Sexualität per StGB auch den Nichtchristen auf´s Auge drückt.

US-Seidenstraße ins Öl

Um die Kriege der USA im Irak und in Afghanistan, und die Drohgesten gegenüber dem Iran zu verstehen, sollte man sich wohl auch mit der Seidenstraßenstrategie auseinandersetzen.

Mittwoch, 6. August 2008

Wettermachen in China

Nachdem ich gerade mit Vorwürfen des Wetterzaubers, die in Europa bis in die Neuzeit gegen Hexen erhoben wurden, zu tun hatte, bin ich über diesen Artikel über die modernen Methoden, mit denen der Mensch durch Iodierung das Abregnen von Wolken tatsächlich beeinflussen kann, gestolpert.

Obama - Hitler oder Jesus?

Rührige Auseinandersetzungen mit dem Internet tobenden Irrsinn bzw. was sie dafür hält, und ganz viel Political Correctness bietet die Netzklempnerin, gerade hatte sie Obama-Hitler-Vergleiche drauf.

Nochmals hinweisen möchte ich auch die Netzklempnerin auf diesen irren Blog aus den Untiefen des Internet:

http://obamamessiah.blogspot.com/

In Deutschland war der letzte Politiker, der als Messias verehrt wurde, Adolf Hitler. Nachdem die Netzklempnerin aber geklärt hat, dass Obama nicht Hitler ist, stellt sich nun die Frage, ob er diesmal wirklich der Messias wiedergekehrt ist.

Obamas utopisches Redemotiv von den Mauern, die fallen, steht in denkbarem Kontrast zu aktuellen Tendenzen weltweit. In libertären Foren huldigt man Fantasien, wie sich Menschen in unter Privateigentum gestellten Territorien gegenseitig vom Betreten der selben abhalten könnten, in Israel steht eine Mauer, im Süden der USA ein riesiger Zaun, innerhalb der USA schotten sich die Menschen in Gated Communities ab, in den Niederlanden wird der Hausbau immer wehrhafter, die überall vordrängenden Muslime umzäunen ihre Frauen mit Stoff. Statt Verschmelzung multikulturelle und gesellschaftliche Ghettobildung überall. Oder in der Sprache der Hausfrau: Wenn man die Menschheit global durcheinanderquirrlt, scheint multikulturelle Klümpchenbildung einzutreten.

Wenn ich mir die Bilder von Obama und McCain vergleiche, muss ich sagen, dass McCain eher diese libertäre Austrahlung des "Wir machen es selbst" hat, während Obama zu sagen scheint:
"Krieg ist nix für mich, Blut, Schweiß und Tränen, kümmert ihr Europäer euch mal um die Angelegenheiten im Nahen Osten, ich singe lieber im Gospel-Chor Praise the Lord."

"Macht dich glauben, dass er Jesus ist, bis er deine Eingeweide frisst." (Marius Müller-Westernhagen)

Dienstag, 5. August 2008

Wie der Kapitalismus der Bevölkerungsexplosion Einhalt gebieten könnte

Wie kann man die seit Jahrhunderten tobende Bevölkerungsexplosion (exponentielle Vermehrung) noch stoppen, ehe diese sich in gigantischen globalen Kriegen und Seuchen reguliert? Ein Ansatz könnte die weltweite Durchsetzung des Kapitalismus sein, der ländlich-agrarische Versorgungssysteme ersetzt. Ein Hinweis darauf, findet sich in dieser Diskussion in der Freiheitsfabrik, die so ziemlich alle Vorstellungen formuliert . Aufgrund der Möglichkeit Geld anzulegen, sich in staatlichen oder genauso auch privaten Rentensicherungssystemen zu organisieren gehen die Menschen in kapitalisierten Gesellschaftssystemen davon aus, keinen eigenen Nachwuchs mehr in die Welt setzen zu müssen, um einen Anspruch auf Versorgung im Alter zu haben.
In den Erstweltländern kann das sogar noch eine Weile gut gehen, solange in weniger entwickelten Teilen der Welt migrationsfähiger und integrierbarer Nachwuchs nachgelegt wird, der auf eine integrationsbereite Gesellschaft trifft, und global, wenn die Robotik fortschreitet und die Produktivität der zusammenschmelzenden Nachwuchsgenerationen zunimmt, an die somit hohe Ansprüche zu stellen wären.

Vater Staat statt Väter - und die Probleme der Mosuo

Eine durch das Ankündigungen eines neuen Zeitalters der Frauen in den Blickpunkt des Interesses gerückte Stammesgesellschaft ist die der matrilinearen Moso - China. Dort kennen die Kinder, so eine westliche Reporterin, weder das Wort "Vater" geschweige denn ihre Väter (Wozu also Vaterschaftstests?;-)) und haben nur die Brüder der Mutter als männliche Bezugspersonen (Wenigstens die Brüder der Mutter, während im Sozialstaats-Westen oft nur "Vater Staat" neben der alleinerziehenden Mutter als "männliche Bezugsperson" bleibt).
Die Männer sind politisch kaltgestellt und werden nur belegentlichen schwereren Arbeiten wie Häuserbau gebraucht. Mittlerweile nutzen sie diese Freiheiten, um bei den Chinesen in die Schule zu gehen, was die Sozialstruktur bald aushebeln könnte.
Es wird die Befürchtung geäußert, dass die Ethnie der Moso, von den Chinesen auch aus touristisch-kommerziellen Interessen geduldet, bald durch Sex-Tourismus aus den übrigen Teilen der Welt zerstört sein wird. Matriarchalische Gesellschaften haben es nicht leicht.

Demographischer Übergang

Was war eigentlich vor dem demographischen Übergang, d.h. vor dem 18.Jahrhundert, los? Welches Bild bietet sich bei heute noch existierenden Stammesgesellschaften: Gibt es auch hier die am Fließband gebärende Frau, der die Hälfte der Kinder wegsterben? Diese Situation wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa angetroffen.

In Übersee bei den Indianern wurde hingegen folgendes vorgefunden:

„Der Jesuit Gili [Filippo Salvatore Gilii, 1721-1789], der fünfzehn Jahre lang die Indianer am Orinoco Beichte gehört hat und sich rühmt, i segreti delle donne maritate zu kennen, äußert sich darüber mit verwunderlicher Naivetät. »In Europa,« sagt er, »fürchten sich die Eheweiber vor dem Kinderbekommen, weil sie nicht wissen, wie sie sie ernähren, kleiden, ausstatten sollen. Von all diesen Sorgen wissen die Weiber am Orinoco nichts. Sie wählen die Zeit, wo sie Mütter werden wollen, nach zwei gerade entgegengesetzten Systemen, je nachdem sie von den Mitteln, sich frisch und schön zu erhalten, diese oder jene Vorstellung haben. Die einen behaupten, und diese Meinung ist die vorherrschende, es sey besser, man fange spät an Kinder zu bekommen, um sich in den ersten Jahren der Ehe ohne Unterbrechung der Arbeit im Haus und Feld widmen zu können. Andere glauben im Gegentheil, es stärke die Gesundheit und verhelfe zu einem glücklichen Alter, wenn man sehr jung Mutter geworden sey. Je nachdem die Indianer das eine oder das andere System haben, werden die Abtreibemittel in verschiedenen Lebensaltern gebraucht.« Sieht man hier, wie selbstsüchtig der Wilde seine Berechnungen anstellt, so möchte man den civilisirten Völkern in Europa Glück wünschen, daß Ecbolia, die dem Anschein nach der Gesundheit so wenig schaden, ihnen bis jetzt unbekannt geblieben sind.“


– Alexander v. Humboldt: Reise in die Aequinoctialgegenden..., Bd. 3, S. 156

"Ein Wort der Wahrheit überwindet die ganze Welt!"

Alexander Solschenizyn ist tot, aber sein Buch "Archipel GULAG" überdauert ihn.

Sonntag, 3. August 2008

Gunnar Heinsohns Fragen von Leben und Tod II

Der in diesem Blog mehrmals diskutierte Genozidforscher Gunnnar Heinsohn hat auch eine These geliefert, mit der er die vielbehauptete Einzigartigkeit des Holocaust unterfüttert:

"The Holocaust - however twisted the road leading to its realization - was "uniquely unique" (Eckhardt/Eckhardt 1980) because it was a genocide for the purpose of reinstalling the right to genocide. Hitler was not unprecedented in ruthlessly and massively breaking th Fifth Commandment; he was irreducibly distinct from other megamurderers by abrogating it." (Gunnar Heinsohn: Why was the Holocaust different from all other genocides?; Bremen, 1998, S. 86)

Oft wird die Einzigartigkeit des Holocaust oberflächlich auf die hohe Opferzahl von 6 Millionen gestützt, die wie Heinsohn aufzeigt, von anderen Genoziden leicht überboten werden kann. Den Gedanken, der Holocaust sei die einzige industrielle Massentötung gewesen, diskutiert er in dem zitierten Aufsatz gar nicht erst.

Nach Heinsohns Theorie verfolgte Hitler die Juden primär wegen bestimmter von ihnen getragener Glaubensinhalte, konkret, dem 5. Gebot: "Du sollst nicht töten!" und wegen des ihnen vorgeworfen Egalitarismus (Alle Menschen sind gleich viel wert) In der von Hitler angestrebten Umwertung der Werte sollte, so Heinsohn, für das im Judentum wurzelnde Prinzip der unbedingten Lebensheiligkeit kein Platz mehr sein, an seine Stelle sollte das Recht der Tötung von "lebensunwertem Lebem" im Sinne der Rassezucht und das Recht zur Ausrottung und Dezimierung als minderwertig eingeschätzer Völker zur Gewinnung von "Lebensraum" treten. Hitler habe persönlich keine Animositäten gegenüber Juden gehabt, sondern bekämpfte sie als Träger einer Weltanschauung, die seiner diametral gegenüber stand.

Demnach war der Holocaust der Völkermord zur Ermöglichung von Völkermorden, und ist dann in dieser Gruppe des Völkermords zur Durchsetzung von Völkermorden der einzige seiner Art.

Die Deutung Heinsohn legt allerdings nahe, den Holocoaust mit den Ketzerverfolgungen des Mittelalters zu vergleichen, in der ganze Menschengruppen wegen bestimmter Glaubeninshalte vernichtet wurden.

Fragwürdig erscheint an der Theorie Heinsohns vor allem, dass die Nazis auch Menschen als "Juden" und "Judenstämmlinge" verfolgten, die kulturell gar nichts mehr mit dem Judentum zu tun hatten. Außerdem vertreten Christen Lebensheiligkeit und Egalitarismus genauso.

Samstag, 2. August 2008

Hexenjagd auf Reiche

Ein Beispiel für eine von einer Regierung angezettelte Hexenjagd bietet das afrikanische Land Benin.
Eine sozialistische Regierung druckte dort eine Briefmarke mit der Aufschrift "La lutte contre la sorcellerie (Forces du Mal)".

"Die Antihexereikampagne wollte sie als eine Form des Klassenkampfes verstanden wissen, da Reichtum im traditionellen Afrika gemäß der Vorstellung der Begrenztheit der Güter oft auf Zauberei zurückgeführt wird. Die Bevölkerung fing jedoch an, alte Frauen zu jagen, die für eine Tetanusepidemie mit hoher Kindersterblichkeit verantwortlich gemacht wurden. Anstatt eine Impfaktion zu beginnen, ließ die Regierung Geständnisse der Hexen im Radio verbreiten. Die Frauen gaben an, sich in Waldkäuze verwandelt und kleine Kinder verhext zu haben, um deren Seelen in Tiere verwandeln zu können, die sie dann auffraßen." (Karl Behringer, Hexen, 2005, S. 12)

In Deutschland wird der in den 50er Jahren aufblühende Wohlstand, der auf liberale Wirtschaftspolitik zurückzuführen ist, verbreitet als "Wirtschaftswunder" bezeichnet, das für weite Teile der Bevölkerung offenbar unerklärlich ist.

Und in Berlin fordern Plakate linksextremistischer Gruppen dazu auf, "Bonzenkarren" abzufackeln. Ob das also nicht nur aus Neid folgt, sondern auch aus dem Grundsatz "Ich bin gegen alles, was ich nicht verstehe"?

Freitag, 1. August 2008

Über den "Krieg nach dem Krieg"

In der Berliner Normannenstraße besuchte ich auch eine Ausstellung mit dem Titel "Krieg nach dem Krieg". Nachdem Mittelosteuropa mit dem Ende des 2. Weltkrieges unter die stalinistische Gewaltherrschaft geraten war, führten in Litauen nationale Partisanen noch bis 1953 einen zähen Kleinkrieg aus den Wäldern gegen die Sowjets. Sie hatten Uniformen und wurden von der Landbevölkerung unterstützt, im Laufe der Zeit bis zu Stalins Tod aber durch die Kommunisten immer weiter liquidiert bis sie nur noch etwa 2000 Mann zählten. Die Sowjets machten Fotos der erschossenen Partisanen, die sie in Gruppen zusammenlegten, um die Bevölkerung abzuschrecken. Der CIA unterstützte die National-Partisanen in geringem Umfang. Über die genauen Ziele der Partisanen konnte die Ausstellung allerdings wenig berichten. Ebenfalls bis in die 1950er Jahre leistet in der Ukraine die UPA noch militärischen Widerstand gegen die Sowjetherrschaft.