Montag, 22. September 2008

Der letzte Mensch

Nietzsches Beschreibung des "letzten Menschen" wird in europäischen Breitengraden zunehmend antreffbare Realität:

"Für Nietzsche ist das Gegenteil des Übermenschen der "letzte Mensch". Ihm gilt die ganze Verachtung Nietzsches. Dieser letzte Mensch ist kein primitiver Proletarier, sondern ein wohlhabender Spießbürger in Spätzeit der menschlichen Entwicklung. Der letzte Mensch flieht aus dem kalten Norden in den angenehme warmen Süden. Er achtet sehr auf seine Gesundheit und vermeidet es krank zu werden. Er geht achtsam mit seinen Mitmenschen um und vermeidet es, sie zu ärgern oder zu provozieren. „Ein Tor, der noch über Steine oder Menschen stolpert !“ formuliert Nietzsche den Standpunkt des „letzten Menschen“. Der letzte Mensch arbeitet noch, aber er arbeitet nur zu seiner Unterhaltung. Man ist wohlhabend, aber nicht superreich, denn das wäre, ebenso wie Armut, zu beschwerlich. Niemand will mehr regieren, niemand will mehr gehorchen. Auch dies ist dem dekadenten „letzten Menschen“ zu beschwerlich. Nietzsche sagt: „Jeder will das gleiche, jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig ins Irrenhaus...Man ist klug und weiß alles, was geschehen ist...Man hat ein Lüstchen für den Tag und ein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit. 'Wir haben das Glück erfunden' - sagen die letzten Menschen und blinzeln."

Hier schildert Nietzsche eine überalterte Wohlstandsgesellschaft von Warmduschern, Schattenparkern und Dünnbrettbohrern, die sich im Winter in den Süden flüchtet.

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