Donnerstag, 18. September 2008

Desillusionierung für Menschenfreunde



In dem Film Dr. Aleman spielt August Diehl einen jungen deutschen Mediziner, der ein praktisches Jahr in Südamerika ableistet. Über dem Film liegt eine traurige Grundstimmung der Desillusion. Der Nachwuchsmediziner Marc ist ein typischer Vertreter der jüngeren Generation: Er äußert keinerlei politische Vorstellungen und verkündet keinerlei gesellschaftliche Utopie. Als Erklärung, warum er sich in Südamerika aufhalte, gibt er an, dass die heimische elterliche Arztpraxis von einem Geschwister übernommen sei: "Deswegen bin ich hier".
Der Protagonist zeigt sich leicht verführbar durch Drogen und Frauen, und wird in den Bandenkrieg verstrickt. Erkennbar ist sein Bemühen in der Fremde Anschluss und Liebe zu finden, jedoch scheitert diese Annäherung.

Einige interessante ethische Probleme, die Ärzte betreffen, tauchen im Film auf:

In einer Sequenz muss sich Marc vom Chefarzt darüber belehren lassen, dass es der Hippokratische Eid, den er abgeleistet habe, gebiete, alle Patienten gleich zu behandeln, was auch bedeute, dass Arme gegenüber Reichen keine bevorzugte Behandlung verdienten.

Marc weigert sich zuletzt einen der mörderischen Bandenkriminellen zu operieren, worauf er vom Chefarzt mit den Worten "Tolle Philosophie, Heil Hitler!" umgehend gefeuert wird. Der Arzt darf sich nicht zum Richter aufspielen.

Der Film endet in Mord und Totschlag. Marc kann nicht davon lassen, das Recht in die eigene Hand zu nehmen, und erschießt aus Rache den Profikiller El Juez. Da war es wohl für jemanden, der aus dem Land kommt, wo "Sonntags schon das Rasenmähen verboten ist", zu viel an Chaos und Anarchie geworden.

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