Donnerstag, 18. September 2008

Weltkriegsopfer ohne Lobby

In Litauen gibt es verschiedentliche Bemühungen, kommunistische Kriegsverbrecher des 2. Weltkriegs juristisch zu belangen, was aber auf internationalen, insbesondere russischen Widerstand stößt. Auch bei der EU können Osteuropäer, die das Pech hatten, dass ihre Dörfer im Weltkrieg nicht von Nazis, sondern von Kommunisten angezündet wurden, nicht auf Sympathie für juristische Sühnebestrebungen hoffen. Burkhard Schröder berichtet über einen Teilaspekt des Geschehens, nämlich Ermittlungen gegen jüdische Partisanen. Möglicherweise will Schröder, der im Beitrag auch darüber stolpert, dass in Litauen Kommunistensterne wie Hakenkreuze gleichermaßen verboten sind, durch seinen Fokus die Vergeltungsbemühungen der litauischen Justiz als antisemitisch diskreditieren. Eine Tendenz in diese Richtung ergibt sich dadurch, dass die Litauer mit ihren Ermittlungen bei der Großmacht Russland natürlich nicht weiterkommen. Auf seiner Homepage gibt Schröder an, in seiner Studentenzeit in der "maostischen KPD" mitgearbeitet zu haben, ohne sich in seiner Selbstdarstellung "Zur Person" vom Kommunismus zu distanzieren. Schröder mit seinem listigen Blickt wirtk auf mich wie die Verkörperung des Großstadtjournalisten schlechthin, wie es ihn vor 80 Jahren in Berlin als Typus auch schon gegeben haben mag.

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