Donnerstag, 30. Oktober 2008

Bertrand Russel über Liberalismus

Bertrand Russel war ein hochgeachter englischer Mathematiker und Philosoph, der dem damaligen Zeitgeist der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entsprechend wie viele Intellektuelle dem Sozialismus zuneigte, allerdings Bolschewismus und Faschismus ablehnte.

Zur Verteidigung der Menschenrechtslehre schrieb er 1938 in seinem politologischen Buch "Power" mit Zugeständnissen an die Gegner derselben:

"It is customary in our day to pour scorn on the Rights of Man, as a piece of shallow eighteenth-century rhetoric. It is true that, philosophically considered, the doctrine is indefensible; but historically and pragmatically it was useful, and we enjoy many freedoms which it helped to win. (...)
It is obvious that the doctrine is, in origin and sentiment, anti-governmental. The subject of a despotic government holds that he should be free to choose his religion as he pleases, to exercise his business in all lawful ways without bureaucratic interference, to marry where he loves, and to rebel against an alien domination. Where governmental decisions are necessary, they should - so the advocate of the Rights of Man contends - be the decisions of a majority or of their representatives, not of an arbitrary and merely traditional authority such as that of kings and priests. These views gradually prevailed throughout the civilised world, and produced the peculiar mentality of Liberalism, which retains even when in power a certain suspicion of governmental action.
Individualism has obvious logical and historical relations to Protestantism, which asserted its doctrines in the theological sphere, although it often abandoned them when it acquired power. Through Protestantism, there is a connection with early Christianity, and with its hostility to the pagan State. There is also a deeper connection with Christianity, owing to its concern with the individual soul."

(Bertrand Russel: Power, Routledge 2005, S. 90 f.)

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Suizidales Österreich

Österreich weist eine statistische Auffälligkeit auf: Eine im europäischen Vergleich hohe Selbstmordrate. Es kommen doppelt so viele Österreicher durch Selbstmord als durch Autounfälle um. Wo wohl Jörg Haider (142 km/h in der Ortschaft) statistisch hinzuzurechnen ist?

Montag, 27. Oktober 2008

Schwarz-gelbes Bayern

Die Koalition aus CSU und FDP in Bayern ist perfekt. Das ist auch Genugtuung für mich, da ein schwarz-gelbes Bayern genau die Vision war, die mich in meiner Zeit bei den Jungen Liberalen Bayern umtrieb. Ich wurde deswegen bei den JuLis auch "CSUler" gescholten ;-). Zynische CSU-Sympathisanten hingegen erklärten mir, man könne den Bayern auch einen Besenstiel mit CSU-Schild hinstellen, er würde trotzdem gewählt. Ob ein Besenstiel mehr Stimmen als Beckstein geholt hätte?

Für mich selbst kommt das freilich alles zu spät, da ich mittlerweile schon aus dem seinerzeitigen Unfreistaat Bayern abgewandert bin.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Nichtwählen ist konservativ?

„Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich ersparen möchte, bereits vollzogen: er dient der herrschenden Partei.“


In diesem Zitat von Max Frisch ist der Wurm drin. Wie ist die Lage bei einem Mehrparteiensystem?

Freitag, 24. Oktober 2008

Warum es keine schwarz-gelbe Partei gibt

Ich bin gerade auf der Suche nach den historischen Gründen für die Spaltung des liberalkonservativen Lagers in Deutschland in CDU und FDP, die ich bedauerlich finde.

Im Westen des geteilten Deutschland hing die CDU anfangs noch den Gedanken eines christlichen Sozialismus nach. Die FDP warf der CDU Klerikalisierung vor, und man entzweite sich über Konfessionsschulen. Letzteres ist wohl ein alter Hut.

In der sowjetisch besetzten Ostzone lagen die Gründe dafür, dass es nach dem Krieg nicht zur Gründung einer gemeinsamen liberalen Partei kam in unterschiedlichen Auffassungen zum Verhältnis von Religion und Staat.

Vielleicht wird der Streit um Laizismus und Trennung von Kirche und Staat einmal libertär aufgelöst.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Das letzte Aggressionsventil

Diese Gedanken von Michael Klonovsky kamen mir in letzter Zeit auch. Der Kampf "gegen Rechts" könnte das einzige Aggressionsventil sein, das noch offiziell in unserer Gesellschaft zugelassen ist. (Gegen den Islam hat man offiziell nichts, man führt nur nolens volens Krieg gegen die Taliban und den Terrorismus) Der Dampf darf nur nach innen abgelassen werden. Die kurzlebigen deutschen Staatswesen brauchen zudem stets neue "Reichsfeinde" um sich zu stabilisieren und den Zusammenhalt neu zu organisieren. Unter Bismark war es der Kampf gegen Katholiken und Sozialdemokraten, unter Bismerkel und unter neosozialistischen Vorzeichen ist es der "Kampf gegen rechts". Wenn man in einer multikulturellen Gesellschaft unbedingt jemand zum Feind erklären, liegt es nahe diesen gegen diejenigen zu richten, die eine kulturell homogene Gesellschaft vorschlagen.
Westdeutsche rechtsgewirkte Kommentaren, die das ganze für einen Kampf gegen Windmühlen halten, übersehen allerdings leicht die Situation in ländlichen Gebieten, die sich in Teilen Ostdeutschlands verdichtet: Dort gibt es die Neonazis wirklich, sie sind kein Phantom.
Es ist auch die internationale Perspektive zu beachten: in vielen westlichen Ländern wird ein Kampf gegen Rassismus initiiert, um die fragilen, von Einwanderung geprägten Gesellschaften zu stabilisieren.

Wir brauchen ein Bollwerk der Freiheit

In Zeiten von Finanzkrise und regulierungswütiger EU würde man sich wünschen, die FDP positionierte sich als entschiedenes Bollwerk der Freiheit. Sie könnte sich Verdienste dabei erwerben, unter Druck geratene Grundrechte und Freiheiten möglichst lange zu sichern und durch den wirtschaftlichen Winter zu bringen. Ein derartiger defensiver Liberalismus gegen die Angriffe auf die Freiheit könnte weiterhin ein stabiles Wählerpotential um sich scharen. Denn ob man in dieser Hinsicht auf die CDU-Orange, die schon farblich zu signalisieren scheint, dass sie kein Kontrastprogramm zur Partei "DIE LINKE" mehr bieten will und im Osten auf kommunaler Ebene sogar mit der Linkspartei zusammenarbeitet, vertrauen kann, ist fraglich. Ein defensiver Liberalismus hätte mehr reaktiv, als Anwalt der bedrängten Freiheit, zu agieren. Die FDP muss aufpassen, dass sie sonst im Strudel des Linkrutsches nicht untergeht.

Hinweis auf eine Veranstaltung des IUF Berlin: Der Angriff auf die Freiheit.

"Wenn das der Führer wüsste..."

Diese in der Bevölkerung des Dritten Reichs gebräuchliche Wendung stammt laut Wikipedia vom "Soldatensender Calais", einem englischen Propagandasender, der sich als deutscher Sender ausgab. Dieses Vortäuschen einer falschen Identität wird "schwarze Propaganda" im Unterschied zur "weißen Propaganda" genannt. "Graue Propaganda" agiert anonym. Zur "schwarzen Propaganda" des englischen Propagandaexperten Sefton Delmer gehörte auch irritierende Sexpropaganda.
Zu seiner Vorgehensweise gehörte, diverse Mißstände anzuprangern, aber diese aus Gründen der eigenen Glaubwürdigkeit nie Hitler selbst zuzuschieben, sondern stets Hitlers Umfeld.

Manchmal kann man wirklich kuriose Sachen in diesem Internet-Nachschlagewerk finden, fragt sich nur, ob es nicht manchmal Propaganda handelt. Wie soll:

"Das geflügelte Wort "Wenn das der Führer wüsste…" ist auf den Soldatensender Calais zurückzuführen."


eigentlich bewiesen werden?

Dienstag, 21. Oktober 2008

INSM-Watchblog hetzt

Eine Finanzkrise zieht unweigerlich eine weitere Verhärtung des gesellschaftlichen Klimas nach sich. Enttäuschung schlägt in Wut um.

Ein Blog, der sich der Beobachtung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft verschrieben hat, der "INSM-Watchblog", geht unter der Überschrift "Zitat des Tages" am 9. Oktober zu offener Volksverhetzung und subtilen Morddrohungen über:

"Das gleich Mitgefühl müßte übrigens auch jeder Blume zuteil werden, die in den Gräbern von INSM-Köpfen wie Martin Kannegiesser, Hans Tietmeyer, Oswald Metzger und all den anderen volksfeindlichen, kapitalfaschistischen Dreckschweinen landen.

Kein Mitgefühl für die neoliberale Volksschädlinge!"



Ich bringe keinen Link angesichts der möglicherweise strafbaren Inhalte dieses "Watchblogs".
Die Adresse lautet: "http://insmwatchblog.wordpress.com".

Eigentlich bin ich auf der Suche nach einem Watchblog über die Partei "DIE LINKE", aber bisher fand ich nichts dazu. Es gibt Watchblogs zu CDU, SPD, FDP, NPD (zu letzterer 1-Prozent-Partei gibt es dutzendweise, zuzüglich der Antifa wohl tausende Watchblogs).

Ich frage mich, ob es wohl wieder so geht wie in den 60er/70er Jahren, als sich die Öffentlichkeit zunächst der Bekämpfung der NPD verschrieb, bis diese wieder aus den Parlamenten vertrieben war, um dann unvorbereiteterweise vom RAF-Terror von links eingeholt zu werden.

Ist staatliche Finanzmarktstabilisierung mit Liberalismus vereinbar?

Wenn es nach diesem schon älteren Kommentar von Gerald Braunberg in der FAZ geht, könnte das durchaus der Fall sein:

"Nach dem Verständnis dieser Neoliberalen durfte der Staat sich keineswegs auf die Rolle eines Nachtwächters zurückziehen, sondern sollte die Rahmenbedingungen herstellen und sichern, ohne die eine freie Gemeinschaft von Menschen nicht auf Dauer friedlich zusammen leben kann. Becks Vorstellung, der Neoliberalismus erzeuge einen künstlichen Gegensatz von Staat und Freiheit, ist abwegig. Solche Vorstellungen finden sich allenfalls bei einigen versprengten Radikalliberalen (vorwiegend in den Vereinigten Staaten), die Freiheit und Anarchie miteinander verwechseln. [Gemeint sind: Libertäre/Anarchisten]

Nein, der Neoliberalismus braucht den Staat ... Der neoliberale Staat sorgt für einen verlässlichen Rahmen, indem er Rechtssicherheit und Vertragsfreiheit garantiert, das Privateigentum und den Wettbewerb schützt, eine stabile Währungsordnung garantiert und ansonsten weitgehend Marktfreiheit zulässt. ... Man wird daneben keinen bedeutenden Neoliberalen finden, der eine finanzielle Grundsicherung für in Not geratene Menschen ablehnt; wie man diese organisieren kann, hat Milton Friedman mit seinem Konzept einer negativen Einkommensteuer gezeigt."


Den Ausführungen in diesem Beitrag zufolge stehen Neoliberale für die zeitgenössische und gemäßigste Variante des Liberalismus, dann kommen die Laissez-faire-Liberalen, die wohl den klassischen Liberalismus repräsentieren, der den Nachtwächterstaat fordert. Am radikalsten sind die Libertären, die amerikanischen Anarchisten, die Freiheit im Sinne von absoluter Herrschaftsfreiheit verstehen.

Neoliberal wird daneben auch als linker Kampfbegriff wohl für alles verwendet, was sich liberaler als die klassische Sozialdemokratie positioniert.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Mal nicht der Markt als Schuldiger, sondern der Krieg

Im Cicero bietet Wolfram Weimer den Irak-Krieg als Ursache der derzeitigen Finanzkrise an.

Kriegführen ist eine essentielle Staatstätigkeit, er kostet und bingt zunächst als solcher nichts ein. Was an Munition verpulvert und Tank-Sprit verbraucht wird, ist quasi verbranntes Geld, vernichtete Werte.

England macht dicht?

Diesem Bericht in der WELT zufolge fordert der englische Einwanderungsminister Phil Woolas den Zuzug von Ausländern zu begrenzen.

Die Argumentation:

Diese Regierung wird es nicht zulassen, dass die Bevölkerung auf 70 Millionen ansteigt“, sagte er. Dem Minister zufolge könnte die durch die Finanzkrise steigende Arbeitslosigkeit bei zugleich erhöhter Einwanderung zu sozialen Spannungen führen.


Auf dem EF-Blog findet eine interessante Darstellung der Situation in England, der anschaulich macht wie sich ein weiteres Fortschreiten in die multiethnische Gesellschaft anfühlen wird.
Theodor Dalrymple: Verwirrung der Zungen

In Deutschland werden sich Prognosen zufolge die allerding die Verhältnisse möglicherweise nie so in diese Richtung zuspitzen wie in England.

Religionsfreiheit in den USA?

Zur Religionsfreiheit, wie sie in Deutschland gewährleistet wird, gehört auch, keinen Glauben zu haben, ohne deswegen Diskriminierungen ausgesetzt zu sein.
Wie ist die Situation für Agnostiker und Atheisten in den USA? Dem folgenden Video zufolge überaus schlecht.





Jetzt verstehe ich auch, warum es heißt, die USA seien ein "melting pot", keine multikulturelle "salad bowl", Einschmelzung und Unterwerfung unter christlichen Theismus wird Einwanderern offenbar in weiten Teilen das Landes abverlangt.

Samstag, 18. Oktober 2008

Sowjetische Gewaltherrschaft im Baltikum

Gerade fand ich einen Post über die "Sowjetische Gewaltherrschaft in Estland". Es handelt sich um einen Vortrag, der einem Kongress “Demokratie braucht Erinnerung” 2000 in Schwerin gehalten wurde. Das estnische Blog, auf dem der Vortrag in Deutsch gepostet ist, kann ich in Ermangelung von Sprachkenntnissen nicht einordnen. Die in der Überschrift verwendeten Runen sind in nordischen Ländern weitverbreitete Folklore. Der Vortrag beschreibt den Völkermord an der estnischen Bevölkerung während des Stalinismus und darüber hinaus.

Auch in Estland gab es, wie in Litauen und der Ukraine, einen "Krieg nach dem Krieg" noch nach Ende des 2. Weltkrieges. Die antisowjetischen Widerständler wurden "Waldkrieger" genannt, mehr oder weniger ging es dabei ums nackte Überleben.

Freitag, 17. Oktober 2008

Im Internet kann bald jeder zum Eduard Zimmermann werden

Nicht nur für Libertäre und Liberale interessant: Ein neuartiges Internet-Tool, mit dem Bürger Steckbriefe ins Internet stellen können, um ungeklärte Kriminalfälle auzuklären. Manchmal winkt gar Belohnung. Verbrechensbekämpfung nach dem Motto "Do it yourself!" und "Verlass dich nicht auf den Staat!".
Post a Crime heißt das hier konkret, allgemein ist wohl Neighbourhood Watch on Internet das Thema. Ob kurz oder lang wird das über den Atlantik auch immer stärker nach Deutschland eindringen.

Ausstiegsorganisation geht Geld aus, weil dem Osten die NPD-Wähler ausgehen

Ich weiß zwar nichts Näheres über die Ausstiegssorganisation EXIT, jedoch scheint es tatsächlich so zu sein, dass derartige Inititiaven mehr bewirken als "Gegen-Rechts"-Demos. Es handelt sich auch um eine aufklärerische Methode, die als milderes Mittel gegenüber Sozialhygiene- und Vernichtungsphantasien, die in der deutschen Gesellschaft gegenüber dem Rechtsextemismus spürbar sind, zu bevorzugen ist.
Der Tagesspiegel berichtet gerade darüber, dass dieser Organisation die staatlichen Mittel wegbrechen.

Vielleicht hängt das mit neuesten Wahlumfragen zusammen, die der "Die Linke" große Erfolge voraussagen, und der NPD eine völlige Marginalisierung auch in Ostdeutschland.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Suizidaler Markt?

Aufgrund der Finanzkrise erwartet die WHO die Zunahme von Suizidfällen. Es treffen bereits die ersten Nachrichten über Selbstmorde auch hochrangiger Finanzjongleure ein.

Sind das die "Selbstheilungskräfte des Marktes", von denen Neoliberale wie Hayek sprachen? Gibt es auch im Kapitalismus stalinistische Säuberungen, nur dass sie durch die "invisible hand" durchgeführt werden, die die Akteure selbst an sich Hand anlegen lässt? Von einem schneidigen und konsequenten klassischen Liberalen kann man eigentlich auch den bürgerlichen Ehrentod erwarten, ehe er der Staatskasse zur Last fällt, oder?

Wie es aussieht, geht jetzt der Staat dazwischen, in Deutschland mit einer Eile wie zuletzt nur noch beim RAF-Terror. Personen und Institutionen, die ihr Versagen beim Umgang mit Geld überdeutlich demonstriert haben, dürfen jetzt weiter Unheil stiften und andere Menschen ins Unglück stürzen, etwa den kleinen Steuerzahler, der dafür jetzt gerade stehen soll.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Blick von links auf Lichtschlag & Co

Unter der Überschrift "Radikale Schnösel" berichtete schon 2007 das Linksnet über die Pläne des Verlegers André F. Lichtschlag und seine libertäre Truppe. Ein bißchen verwirrt sind die Linken schon, weil sie das Phänomen nicht ganz einordnen können. Mit dem historischen Faschismus haben Libertäre nichts zu tun, weil Hitler und die Faschisten eine Art New-Deal-Politik gemacht und staatliche Wirtschaftslenkung betrieben haben, die Libertäre gerade ablehnen.

In seinen radikalsten und dann in der Tat verfassungsfeindlichen Ausprägungen, die als Anarchokapitalismus anzusprechen sind, liefe der Libertarismus auf eine Art Neo-Feudalismus hinaus, in dem Staaten Privateigentum sind und die öffentliche Sphäre aufgelöst ist. Diese Art von Radikallibertarismus steht dann den Absolutismustheoretikern der frühen Neuzeit plötzlich sehr nah, die durchaus ökonomisch argumentierten, wenn der Staat dem Fürsten gehöre, habe dieser ein Eigen-Interesse daran, den Staat zu erhalten und möglichst gut einzurichten.

Daneben dringt der Begriff libertär aber auch nur als neues Modewort aus den USA in den deutschen Sprachraum ein, und wird oft als ein Synonym für liberal gebraucht.

Bundeswehr führt Tapferkeitsorden ein

Die Bundeswehr hat nunmehr die kontrovers diskutierte Tapferkeitsauszeichnung eingeführt, die nicht an eine bestimmte Dienstzeit geknüpft ist.

Montag, 13. Oktober 2008

Turbulente Zeiten - Zeitungslektüre wird wieder wichtiger

Während die Finanzkrise und etatistischer Machbarkeitswahnt tobt, geht es auch sonst turbulent zu:

Jörg Haider hat sich mit überhöhter Geschwindigkeit per Autounfall ins Jenseits befördert, ein passendes Schicksal für einen Grenzüberschreiter. Seinen Buchtitel "Freiheit, die ich meine" hat er übrigens von einem deutschnationalen Freiheitslied des Dichters Max von Schenkendorf geborgt. Haiders Freiheit war eine sehr volksgemeinschaftliche.

Nordkorea ist nicht mehr auf der US-Liste der "Schurkenstaaten". Den USA wird es anscheinend langsam zu viel der Feinde. Es ist wohl zu erwarten, dass sie auf lange Sicht Asien dem Reich der Mitte als Hegemon überlassen werden.

Katharina Wagner inszeniert "Rienzi", das verpönte Lieblingsstück Hitlers, in Bremen. Der Revoluzzer Rienzi kommt dabei allerdings nicht gut weg, alle nur machtgeil, diese Freiheitshelden. Schade eigentlich.

Marcel Reich-Ranicki sorgt für einen Eklat, indem er den deutschen Fernsehpreis nicht annimmt, da er die massenmediale Verblödung nicht ertragen kann. Recht hat er! "Ich (auch) nicht!", möchte man diesem Widerständler gegen die Stupidität zurufen. Fernseh- und Radioboykott ist angesagt wie nie, allein schon um die GEZ und ihr unmögliches Gebührensystem zu torpedieren. Dieser Blog entstand auch nicht an einem heimischen Rechner, sondern an Uni-Computern, für die ich schon mittelbar über Studiengebühren an die GEZ zahle.

All dies entnehme ich der Printausgabe der WELT. Zeitungslektüre wird wieder wichtiger, damit man nichts verpasst.

Neueste Wahlumfragen - DDR II ante portas

Nach einer jüngsten Wahlumfrage ist die "Die Linke" jetzt stärkste Kraft in Ostdeutschland, noch vor der Blockflöten-Ost-CDU, die noch alte Kader wie Dieter Althaus zu ihren Protagonisten zählt. Die Rechtsextremen sind wieder genauso marginalisiert wie in Bayern. Nachdem mit Overkill-Methoden wie im "Netz gegen Nazis" der ZEIT gerade die letzten braunen Tapetenreste der völkisch-sozialistischen Konkurrenz beseitigt werden, können die Linksextremen um Fremdarbeiter-Lafontaine und Europa-der-Völker-Gysi wohl bald sattes Dunkelrot in der ostdeutschen Stube auftragen.

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Wenn die bunten Fahnen wehen

1. Wenn die bunten Fahnen wehen,
geht die Fahrt wohl über´s Meer,
woll´n wir ferne Länder sehen
fällt der Abschied uns nicht schwer.
Leuchtet die Sonne, ziehen die Wolken,
klingen die Lieder weit über´s Meer.

2. Sonnenschein ist uns´re Wonne,
wie er lacht am lichten Tag.
Doch es geht auch ohne Sonne,
wenn sie mal nicht scheinen mag.
Blasen die Stürme, brausen die Wellen,
singen wir mit dem Sturm unser Lied.

FDP fragt nach Linksextremismus-Bekämpfung

Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich bei der Bundesregierung erkundigt, wo denn die Auseinandersetzung mit dem Linksextremismus bleibe.

Bis dahin wäre es ein weiter Weg, da die Dinge so liegen, dass FDJ-Merkel Linksradikale sogar staatlich im "Kampf gegen Rechts" fördert.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

RAF-Film spaltet das Land

Die Witwe von Jürgen Ponto hat ihr Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Ich notiere das als eines der vielen Zeichen der Entfremdung von Liberalen und Konservativen von Staat und Gesellschaft (samt staatlich geförderter Kulturindustrie), und als Warnung, wie weh man Menschen bei der Beschäftigung mit Zeitgeschichte und beim Streit um historische Fakten tun kann.

Sonntag, 5. Oktober 2008

Stationierung ausländischer Truppen in Deutschland

Rechtsextremisten behaupten immer wieder, Deutschland sei immer noch von den Alliierten aus dem 2. Weltkrieg besetzt. Bisher konnte ich dazu nur herausfinden, dass englische, amerikanische und französische Truppen "aufgrund von Verträgen" in Deutschland stationiert sind. Man kann also nicht von einer Besetzung sprechen, da diese ein einseitiger Vorgang wäre. Es ist mir allerdings noch unklar aufgrund welcher Verträge: Nato-Vertrag, 2+4-Vertrag oder bilaterale Verträge?

In Nordwestdeutschland befinden sich übrigens auch holländische Truppen im Rahmen einer gemeinsamen deutsch-niederländischen Einheit. Deutsche Flieger üben auch auf Truppenübungsplätzen in den USA.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Daham und Islam

Ein ausführlicher Beitrag zur steigenden Zahl von Konversionen Deutscher zum Islam findet sich in der FAZ. Die jährlichen Konversionen sollen bereits in den fünfstelligen Bereich gehen. Das sieht nach exponentiellem Wachstum aus. Neukonvertierte, nichtorientalische Muslime tun sich viel leichter, neue Anhänger in der deutschen Bevölkerung zu werben. Die bald errichteten Großmoscheen werden als neuartige Werbeplattform ihr übriges tun.

Eine besonders schillernde Figur in der Konvertitenszene ist der ehemalige Boxer und Prediger Pierre Vogel.

Ähnliche Bekehrungsbemühungen wie durch Muslime kenne ich bisher nur von den Zeugen Jehovas, die einem an der Haustür ihre Zeitschrift andrehen wollen, und Evangelikalen (SMD).

Freiheit statt Angst

Jetzt ist es nur noch etwa eine Woche zur nächsten "Freiheit statt Angst" -Demo in Berlin. Am 11. Oktober ist es wieder so weit.

Bemerkenswert finde ich, dass sich auf der Seite der "Freiheit-statt-Angst"-Aktivisten kein Statement gegen die Islamisten findet, die mit Terror die Angst in die westlichen Gesellschaften tragen und so immer mehr staatliche Überwachungsmaßnahmen provozieren.

Angaben über Kriegsverbrechen

Ein umfangreicher Artikel zu den Kriegsverbrechen der Roten Armee findet sich in der Wikipedia. Die Sachverhalte sind offenbar nicht jedem bekannt. Linksextreme leugnen sie sogar zuweilen.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Bruno Ganz rastert die RAF



Da musste ich im Kino fast laut auflachen, als mir klar wurde, dass im Film "Der Baader Meinhof Komplex" die Rolle des die RAF jagenden BKA-Chefs Horst Herold von Bruno Ganz gespielt wurde. Bruno Ganz spielte auch schon Adolf Hitler im Führerbunker in Bernd Eichingers "Der Untergang". Nun also gibt der Schweizer den räsonierenden und auch ein wenig verständnisvoll politisierenden Ober-Kriminaler in der polizeilichen Kommmandozentrale, der im übrigen brav, gutmütig, hochrational und ohne cholerische Anfälle seine Pflicht tut.

Der Film ist den deutschen Endkampfs- und Selbstvernichtungsepen einzuordnen, zu denen neben "Der Untergang" auch "Stalingrad" gehört. Im dürftigen intellektuellen Gehalt des Films tritt besonders die antiamerikanische und antiisraelische Ausrichtung der RAF hervor, man ahnt auch wenig, dass es sich Kommunisten handeln muss, aber die Protagonisten schreien nur heraus, wogegen sie sind. Die Linksextremisten werden in Eichingers Werk als selbstmitleidig decouvriert und ihre Selbststilisierung als Opfer des Systems ohne persönliche Verantwortung als Selbsttäuschung offenngelegt. Dies alles zu erkennen ist freilich nicht jedermanns Sache. In einem Berliner Kino gab es Randale: Antideutsche Parolen wurden skandiert. Die offene Artikulation von Antiamerikanismus scheint mir seit RAF-Tagen bei den Linksauslegern deutlich abgenommen zu haben.

Bei den widerholten äußerst brutalen Politmordsequenzen, die der Film als "dramaturgische Höhepunkte" aufzuweisen hat, stieß mir die Ähnlichkeit zu Sequenzen in dem IRA-Drama "Michael Collins" auf. Die RAF richteten ihre Opfer demnach hin wie eine nationale Befreiungsbewegung, die sich im Kampf gegen fremde Besatzer und ihre Kollaborateure sieht. Angelsächsische Beobachter fragten sich damals, ob man "Hitlers Enkel" vor sich habe.

Man kann wohl sagen, dass mit der RAF auch der vorerst letzte gewaltsame deutsche Widerstand gegen die globale amerikanische Vorherrschaft niedergekämpft wurde. Gegenwärtig scheint sich anzudeuten, dass immer Deutsche nunmehr im Namen Allahs statt für die Weltrevolution im Terrorismus auf sich aufmerksam machen. Das Ganze spielt dann aber in der Besetzung intellektuell offenbar nochmal eine Etage tiefer als der damalige Aufstand wildgewordener deutscher Pfarrerstöchter (Johanna Wokalek spielt Gudrun Ensslin).

Für die vielen Tagesschau-Wiedergaben, die eingeblendet werden, lohnt sich der Kinobesuch kaum, da tun es auch die Fernsehdokumentationen und Dokumentarspiele zum Thema, etwa die sehr gelungene zur Schleyer-Entführung. In der Fernsehumsetzung wird auch klar, dass Hanns-Martin Schleyer auch intellektuell etwas zu bieten hatte, und nicht nur die dicke und hässliche Statistenfigur war, deren Leiche in der Schlusseinstellung des Kinofilms verächtlich ins Gras gestoßen wird.

Als nächste cineastische Anschlagserzählung erwartet uns im nächsten Jahr der wahrscheinlich kitschige und triviale Stauffenberg-Film, der uns Claus Graf Stauffenberg als eine Art Batman vorführen wird. Ich werde die Leser dieses Blogs auf dem Laufenden halten.

Lesehinweis: Bettina Röhl, die Tochter Ulike Meinhofs, über den RAF-Film.