Samstag, 8. November 2008

Mehr oder weniger Antisemitismus in Deutschland?

Die aktuellen Artikel in der WELT zum Thema Antisemitismus bringen mich immer mehr zum Grübeln über den Journalismus dieses Blatts.

Ein Artikel über die Kriminalitätsstatistik wird betitelt mit "Antisemitismus in Deutschland nimmt stark zu",
ohne dass diese Aussage mit Daten im Text belegt wird. Schlechter journalistischer Stil. Der Artikel wird zudem offenbar von der Tagespost abgeschrieben.

Ein anderer Artikel heißt: "Propagandaoffensive der Rechtsradikalen".
Liest man sich diesen durch, könnte man meinen, antisemitische Straftaten seien sogar zurückgegangen:

"Nach Angaben Zierckes wurden zwischen Januar und September dieses Jahres mit 15 280 rechtsextremen Straftaten bereits 8,9 Prozent mehr Delikte erfasst als 2007. Der Anteil antisemitischer Vorfälle lag dabei mit 1108 Delikten bei etwas über sieben Prozent. Das entspreche einem Rückgang von knapp zehn Prozent zum Vorjahr, sagte der BKA-Präsident. 60 Prozent aller registrierten rechtsextremen Straftaten seien Propagandadelikte gewesen, der höchste Anteil seit Jahren. Den Anstieg der Vorfälle führt Ziercke auf einen geänderten Erfassungsmodus der Delikte und auf ein gesteigertes Selbstbewusstsein der Rechtsradikalen zurück."
Aussagekräftig wäre aber nur ein direkter Vergleich der Fallzahlen, so dass auch hier der Leser im Unklaren darüber gelassen wird, wie die Zahlen einzuordnen sind. Wenn die Aussage der Überschrift im Text nicht validiert wird, sind Artikel als Argumentationsstütze wertlos.
Die WELT ONLINE-Artikel strotzen zudem von Tippfehlern. Das bekommt jeder Blogger auch hin.

WELT-Artikel sollte man nicht unkritisch konsumieren.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.