Mittwoch, 26. November 2008

Wie Lafontaine Freiheitsrechte relativiert

In diesem Interiew äußerte sich Oskar Lafontaine wie folgt:

"[...]was nützt einem Aids-Kranken in Afrika die Pressefreiheit? Der braucht eine gesundheitliche Versorgung".



Eckhard Jesse schreibt dazu:

"Wieso soll für einen Aids-Kranken Pressefreiheit unnütz sein? Wäre mit Unfreiheit Aids-Kranken zu helfen? Es verbietet sich, den Wert der Freiheit derart zu relativieren. Als Vorsitzender einer Partei des smarten Extremismus kann Lafontaine solche verräterischen Ressentiments bedienen, als Demokrat darf er es aber nicht. Innerparteiliche Kritik wurde nicht laut, auch nicht auf dem Parteitag im Mai 2008, als der Saarländer diese Aussage wiederholte."
(Eckhard Jesse: Die Linke - der smarte Extremismus einer deutschen Partei; 2008, S. 278)

"Erst kommt das Fressen, dann die Moral" - genau diese Logik des bekannten Bertolt-Brecht-Zitats ist es, die sich hinter den Äußerungen Lafontaines auftut.

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