Mittwoch, 17. Dezember 2008

Weitere Kritik am Zentrum für Antisemitismusforschung

Eine lesenswerte Reaktion auf die Konferenz des Zentrums für Antisemitismusforschung "Feindbild Jude - Feindbild Muslim" findet sich bei Clemens Heni.

Er verweist auf die enormen Unterschiede zwischen Antisemitismus und "Islamopobie": Vor allem ist zu bemerken, dass die Juden in der Vergangenheit bis heute den Hass auf den Kapitalismus abbekommen haben und abbekommen. Er notiert auch den Paradigmenwechsel, den die Konferenz mit dem Vergleich vornahm, den im deutschen Blätterwald schon kaum jemand mehr skandalisierte, wie das vor einigen Jahren sicherlich noch der Fall gewesen wäre.

Verglichen muss allerdings auch Clemens Heni haben, wie könnte er sonst die Unterschiede benennen?

Hier noch der Link zu Matthias Küntzel "Zentrum für Antisemitismusforschung auf Abwegen".

Derweil hat schon längst Mitte dieses Jahres in England eine wissenschaftliche Konferenz mit genau demselben Thema wie die des ZfA stattgefunden.

Die Klage von europäischen Moslems sie seien "die neuen Juden" findet sich ebenfalls nicht nur in Deutschland.

Der muslimische Blogger von Islamically Incorrect aus Deutschland trägt allerdings gleich richtig dick auf und warnt vor der "Auferstehung des nächsten Holocausts", womit er einen zukünftigen Völkermord an den Muslimen meint.

Mit diesen teils wohl durchaus ernstgemeinten Ängsten muss man sich zwar auseinandersetzen, darf sie aber nicht auch noch schüren.

Kommentare:

DrB hat gesagt…

Das sind keine "Ängste", das sind Vorhalte gegen die einheimische Bevölkerung. Es sind diese Vorhalte zusammen mit dem eingeforderten "Respekt" (der ja etwas anderes ist im Islam) denen entgegenzutreten ist.
Vo Schüren von Ängsten, egal wie fett geschrieben (;-), kann keine Rede sein.
Aber es gibt natürlich die begründete Furcht und Sorge vor dem Islam auf Seite der Nicht-Moslems.

scrutograph hat gesagt…

Natürlich schürt PI Ängste, und das ZfA verleiht den Ängsten/Vorbehalten von Muslimen gegenüber dem Westen sogar noch wissenschaftliche Weihen.

DrB hat gesagt…

Ich habe noch nie gesehen, dass sich die behauptete Angst von Moslems artikuliert hat, der Islam arbeitet mit anderen Konzepten als mit dem der Angst.

PI schürt demzufolge auch nicht die Angst, sondern die (gegenseitige) Ablehnung.
Hier wird es interessant sein zu beobachten, ob diese Konfrontationshaltung oder die Haltung des Entgegenkommens (ZfA, Islamkonferenzen, Anpassungen des Schulunterrichts etc.) oder gar das Entgegenbringen (falschen) "Respekts" aus einer Angsthaltung heraus der richtige Weg zur Integration bzw. besser Säkularisierung darstellen wird.

Wir beide wissen das (noch) nicht.

scrutograph hat gesagt…

Das habe ich mich kürzlich auch gefragt: Wer sind die "nützlichen Idioten" der Islamisten in diesem Spiel?

Und wer sind eigentlich die Islamophoben? Warum werden gerade Islamkritiker, die sich mutig trotz Morddrohungen und allem dem Islam in den Weg stellen so genannt?

DrB hat gesagt…

Gideon hat (möglicherweise apsseshalber) die interessante These ins Spiel gebracht, dass Entgegenkommen und Verstehen die radikalislamischen Kräfte ganz besonders irritiert und entmutigt.
Hat mir gefallen.
Allerdings leidet die offene Gesellschaft moralisch unter diesem Vorgehen.

scrutograph hat gesagt…

Der Westen muss, solange er die Kraft dazu hat, mit Truppen in Afghanistan die Terroristen auf sich ziehen, so dass sie nicht zivile Infrastruktur in Europa und den USA zerstören.

scrutograph hat gesagt…

"Ich habe noch nie gesehen, dass sich die behauptete Angst von Moslems artikuliert hat, der Islam arbeitet mit anderen Konzepten als mit dem der Angst."

Ich habe erst heute eine Muslima im Radio gehört, die sagte, dass sie manchmal Angst empfinde.

sie müssen auch differenzieren zwischen Islam und Muslimen.