Sonntag, 18. Januar 2009

Islamkritisches und Religionskritik-kritisches

Es gibt ja die Vorstellung, die Religionen und insbesondere die Monotheismen hätten die Welt unfriedlich und intolerant gemacht. Das Buch von Rolf Schieder "Sind Religionen gefährlich" versucht diese Vorstellung zu korrigieren.


Riskant ist es jedoch, wenn Religion zum Motor der Gewalt wird. Religiös motivierte Terroristen verachten normale Gläubige als unentschlossene, nur äußerlich Glaubende. Liberalismus ist in ihren Augen Schwäche, Demokratie ein Mangel an Entschlossenheit. Religiös motivierte Terroristen sind vom oberflächlichen Konsumismus der Mehrheitbevölkerung abgestoßen. Sie leiden an der ideellen Leere ihrer religiösen Gemeinschaften.

Die zumeist kulturell entwurzelten und sexuell frustrierten jungen Männer fantasieren sich mit Hilfe einer laienhaft zusammengebastelten Weltanschauung in die Rolle der Retter hinein. Durch ihren Tod wollen sie dem Leben eine verzweifelte Bedeutung geben.

Islamisten lernen den Islam nicht als kulturell eingebettete Religion kennen. Sie erfinden sich ihren Islam selbst. Dieser «totale Islam» ist kein traditioneller, überlieferter, sondern ein neuer, von Autodidakten zusammengeschusterter Glaube. In diesem Zusammenhang greift Schieder das neue Buch des Soziologen Ulrich Beck an, der dafür plädiert, dass jeder Mensch für sich einen «eigenen Gott» (so der Titel des Buches) finden müsse. Schieder warnt vor einem solchermaßen religiösen Wildwuchs.



Wenn der Terrorismus in islamischen Ländern auf demographische Probleme zurückführen wäre, wie Gunnar Heinsohn behauptet, erübrigte sich jedwede Religionsanalyse. Die "zornigen jungen Männer" würden ihre Gewalt demnach ideologisch anders begründen, wenn sie keine gewaltbejahenden Passsagen im Koran fänden.


Islamkritisch äußerte sich der Kardinal José Policarpo. Die Muslime akzeptierten nur ihre Religion als die einzig wahre. Ja wie er nur darauf kommt? Er stützt damit obige These von der Unduldsamkeit der Monotheismen.

Lesehinweis: "Jetzt tickt die Uhr für einen Terroranschlag", WELT, 19.1.09 Über einen Terroristen mit einem ganz besonderen "Rettungsplan".

Yaab Buchner schreibt in der Baltischen Rundschau (nebenbei ein interessantes Presseorgan für Osteuropa-Interessierte) über "Die sieben Säulen der politischen Islamkritik" (Offenbar angelehnt an den Buchtitel "Die sieben Säulen der Weisheit").

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