Dienstag, 3. Februar 2009

Marxisten in Opposition zum Widerstand gegen Hitler

Warum von Linksaußen so unerbittlich gegen den Film "Operation Walküre" sowie gegen Männer des 20. Juli geschossen wird, ergibt sich aus einem Beitrag in der marxistischen Jungen Welt:

Unbestreitbar ist, daß der Sturz des Hitler-Regimes, wäre er 1944 gelungen, Millionen Menschen das Leben gerettet hätte. Jegliche Glorifizierung der Offiziere des 20. Juli ist aber unangemessen. Die Funktionalisierung der Militärverschwörung zugunsten demokratischer Kriegspropaganda ist darauf angewiesen, daß niemand durch historisch-kritische Fragen an ihrem Heldennimbus kratzt. Eine Aufgabe der Linken ist es deshalb, den Mythos des »sauberen« 20.Juli zu demontieren, anstatt seiner Integrationskraft zu erliegen.


Linke Geschichtsdarstellung ist hier also ideologisch, antidemokratisch und mit Bezug auf gegenwärtige Ereignisse motiviert, was erklärt, dass selbst die DDR noch ein positiveres Bild vom 20. Juli zeichnete, als es die heutige extreme Linke aktuell tut. Es geht ihnen gar nicht darum, den historischen Personen gerecht zu werden, deswegen übersehen sie, dass es nichts über die innere Einstellung von Verschwörern und Widerständlern aussagt, welche Befehle sie in einem totalitären System abzeichnen und welche Maßnahmen sie unterstützen. Immerhin gehörte zu den herausragenden Vertrauenspersonen etwa des politisch undogmatischen Stauffenberg der Sozialdemokrat Julius Leber, selbst mit Vertretern des kommunistischen Untergrunds nahm er Kontakt auf - das weiß man wohl bei der Jungen Welt, es ist aber derzeit politisch inopportun.

Kommentare:

Dagny hat gesagt…

Musste den Satz dreimal lesen, um ihn zu verstehen: Weil die Demokratie heute, sich an Stauffenberg anlehnt, und man die Demokratie heute ablehnt, muss man alle potentiellen Vorbilder der Demokratie heute mit Schmutz bewerfen?

Anonym hat gesagt…

Dagny, ich würde es so ausdrücken, dass das Zitat eine verfassungsfeindliche antidemokratische Tendenz ausdrückt.

Das die alte KPD/SED dagegen über die Stauffenbergs wohlwollender urteilte, liegt an der damaligen Bündnispolitik. Heute dagegen befindet man sich im Affront mit dem Westen, was nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass nur eine Minderheit der Bürger der NB sich der BRD verbunden fühlt.

Emmett

scrutograph hat gesagt…

Der zitierte Artikel kommt in seiner Radikalität sogar der Linkspartei ins Gehege, weil er darstellt, dass die Männer ds 20. Juli keinen Kriegsverrat geübt hätten und die Front nicht destabilisierten. Die Linkspartei will die sogenannten "Kriegsverräter" rehabilitieren, mit der Argumentation, wenn die Männer des 20. Juli keine Verräter seien, dann die vielen kleinen verurteilten "Kriegsverräter" auch nicht.

JJ hat gesagt…

Opportunismus ist ein Grundmerkmal der Linken. So lassen sie auch keine Gelegenheit aus, den Stolz auf das Deutschsein als unsinnig zu bezeichnen, da es ja reiner Zufall sei, wo man geboren ist. Doch wenn sie auf die besondere deutsche Verantwortung, die ewige historische Schuld zu sprechen kommen, ist Deutschsein plötzlich kein Zufall mehr und man hat sich gefällig für alle Zeit zu schämen.
Ins negative Licht gesetzt ist Deutschland so auch für die Linken von Nutzen. Immer wie es passt.