Donnerstag, 5. März 2009

Bankrott mit den Buddenbrooks



Jetzt habe ich mir die Verfilmung von Thomas Manns Roman "Die Buddenbrooks" doch noch gegönnt. Wie gut diese Erzählung vom Untergang einer Lübecker Kaufmannsdynastie doch in unsere Zeit passt. Auch in der "guten alten Zeit" hagelte es Bankrotte und die gesellschaftlichen Verhältnisse überschlugen sich. Letztlich nutzten auch keine alten Kaufmannstugenden und - weisheiten, wenn die Nachfolger nichts taugten. Es ist schon lange her, dass ich das Buch gelesen habe, aber die wesentlichen Stationen erkannte ich wieder, sodass der Film eine gute Zusammenfassung des Opus darstellen könnte - eine immer noch lebensnahes Sittengemälde, obwohl es im 19. Jahrhundert spielt: vor allem die zweifach geschiedene Tony (Jessica Schwarz) ist eine sehr moderne Figur.

Viele deutsche Familienunternehmen sind gerade dabei, in die Geschichtsbücher zu wandern. Wird nach dem Ende der Wirtschaft noch Platz für die Wirtschaftsgeschichte sein? Auch müssen in unserer Zeit angesichts der niedrigen Geburtenrate tausendfach deutsche Familien aussterben, die dann nur noch in den Ahnentafeln der Hobbyforscher leben.

Bemerkenswert fand ich die Schleichwerbung für einen deutschen Verlag im Vorspann (Romanvorlage zum Film erschienen bei...). Welch´ Verfall der Geschäftsgebräuche. Kein Wunder, dass das jetzt alles böse endet.

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