Sonntag, 22. März 2009

Erwin Sellering - Es war nicht alles schlecht.

Manchmal findet man doch wirklich gute Sachen in den Kommentarleisten von Blogs. So schreibt "Emmett Grogan" beim opponent zu der Äußerung des SPD-Ministerpräsidenten Erwin Sellering:
„Ich verwahre mich dagegen, die DDR als totalen Unrechtsstaat zu verdammen, in dem es nicht das kleinste bisschen Gutes gab“


folgendes:

Die wahre Sprengkraft an der Äusserung des Sozialdemokraten ist doch die Definition Unrechtsstaat über das Fehlen guter Eigenschaften. Ein Unrechtsstaat wäre dann ein solcher, in dem es nicht das kleinste bisschen Gutes gibt. Gibt es Gutes, so ist es kein wirklicher Unrechtsstaat mehr.

Auch über den Nationalsozialismus wird gesagt, daß er die Arbeitslosigkeit beseitigt und die Autobahnen gebaut hätte. Neonazis werden sich fortan auf Sellering berufen und mit dessen Definition sich verwehren die nazistische Diktatur als totalen Unrechtsstaat zu verdammen.

Die Definition selbst bewirkt dies. Alle Diktaturen des 20ten Jahrhunderts können als Sozialdiktaturen begriffen werden. Überall gab es ein klein bisschen Gutes im Sinn Sellerings.

Die Definition ist falsch und - wie man unschwer erkennen kann- hoch gefährlich. Zur
Definition Unrechtsstaat gehört das Fehlen guter Eigenschaften eben nicht.

Das Problem an den Sellerings ist offensichtlich, dass sie nicht in der Lage sind die Tragweite ihres Handelns zu überschauen. Man kann nur hoffen, das Sellering baldigst keine Verantwortung mehr übernehmen wird.


Es ist nicht nur zulässig, sondern auch geboten, die DDR als totalen Unrechtsstaat zu bezeichnen, denn einerseits war sie ein totaler Staat, andererseits ein Unrechtsstaat. Dass die DDR ein Unrechtsstaat war, heißt aber nicht, dass alle Menschen in ihr Verbrecher waren, oder die DDR keine bis heute rechtsgültigen Urteile hervorgebracht hätte. Das meint der Begriff "Unrechtsstaat" auch gar nicht.

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