Montag, 27. April 2009

Nachtrag zur Ausstellung "Die Große Unschuld": Kunst der 68er und Terrorismus

Ein Ausstellung in Bielefeld über die Kunst der 68er-Generation wird mit "Die Große Unschuld" betitelt.

Ich muss sagen, dass mir die Kunst der 68er in ganz anderer, gar nicht unschuldiger Weise aufgefallen ist, nämlich als krasse Wegbereitung und Verherrlichung von Straßengewalt und schließlich auch Terrorismus.

Ein Beispiel hierfür ist der Film "Rote Sonne". Ein Jahr vor den ersten Anschlägen der RAF wurde er mit Rainer Langhans am Set abgedreht. Er thematisiert eine im wahrsten Sinne des Wortes männermordende Frauenclique (Auch in der RAF waren Frauen stark repräsentiert). Die Filmszenen weisen beklemmende Parallelen etwa zu den späteren Ermordungen von Geiseln auf.

Mit Austellungen wie in Bielefeld wird anscheinend an der zivilreligiösen Verklärung der 68er gearbeitet, bevor auch die jüngsten Generationen, die dieses Jahr erlebt haben, in die Rente gehen oder ihre Beamtenpension verzehren. Wie sich wohl 68er im Altersheim benehmen werden? Werden sie versuchen, die Pfleger zu Aufständen gegen die Ärzte anzustacheln? Oder werden sie sich mit Drogen ruhigstellen? Freiwilliges Zurückstecken zu Gunsten der überlasteten jüngeren Generationen ist wahrscheinlich von diesen Leuten nicht zu erwarten, wenn man betrachtet, wie sie sich als Jugendliche aufgeführt haben. Oder soll man erwarten, dass die 68er-Greise das Lied von der wechselseitigen intergenerationalen Solidarität anstimmen werden?

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