Montag, 13. April 2009

Was ist rechts - was ist links? 2. Teil

Eine interessante Definition von links und rechts fand ich kürzlich in den Untiefen des Internets:

Nach "rechts" gehören alle Ideologien und Programme, die entschlossen sind, sich zur Aufrechterhaltung der bestehenden oder zur Durchsetzung einer neuen Ordnung über das konkrete Wohl der konkreten Mitglieder einer Gesellschaft hinwegzusetzen. Als "links" wären nur solche Forderungen zu bezeichnen, die die tatsächliche Existenzverbesserung, Bewussteinserweiterung und Entfaltungsfreiheit des tatsächlich hier und heute lebenden Menschen im Sinne hat. Dort wo die Linke die Durchsetzung eines Systems über das Wohl des Einzelnen stellt, wird aus ihre eine rechte Position.


(Gerhard Szczesny)

In jedem Fall erkennt Szczesny hier zwei sich ausschließende Grundpositionen, die man zur politischen Gestaltung einnehmen kann. Szczesny hat noch den als "rechts" geltenden Faschismus und Nationalsozialismus erlebt, der letzte Satz dürfte sich auf den Stalinismus bzw. den real existierenden Sozialismus beziehen. Vielleicht sollte man eher die Begriffspaare anarchistisch/liberal/libertär vs. totalitär/ autoritär/etatistisch zur Kennzeichnung der beiden Positionen heranziehen. Man kann feststellen, dass westliche Ordnungen dem Individuum einem hohen Stellenwert einräumen, östliche Despotien einen eher geringen. Das deutsche Grundgesetz hat eine vermittelnde Position bezogen, wonach Eingriffe in die Rechte des Einzelnen im öffentlichen Interesse bzw. im Namen des Gemeinwohls zulässig sind, wenn sie verhältnismäßig sind.

Das fundamental-freiheitlich verstandene Christentum fordert offenbar, dass um keinen Preis unschuldige Menschen getötet werden dürfen, selbst wenn damit eine Vielzahl von Menschen oder gar der ganze Staat gerettet werden kann, was sich etwa im seinerzeitigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Abschuss von terroristisch umfunkionierten Passagierflugzeugen niederschlägt.

Diejenigen, die große Opfer im Kampf gegen den Terrorismus einfordern, gelten als "rechte" Hardlinder, auch wenn die Terrorbekämpfung dazu dienen soll, eine freie - liberale Gesellschaft zu verteidigen. Die Sicht von Szczesny auf "rechts" scheint also noch sehr lebendig zu sein.

Der Klimaschutzideologie scheint es aber gelungen zu sein, "rechte", "totalitäre" Gedanken in der Gesellschaft insofern salonfähig gemacht zu haben, dass heute "konkret" lebende Menschen zurückstecken müssen, um zukünftigen Generationen das Leben auf der Erde zu ermöglichen. Es sprechen ja auch manche vom "Ökofaschismus".

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