Montag, 29. Juni 2009

Grenzen der Vergeltung und Expansion: Der Iran bräuchte einen Gandhi

Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein. (Mahatma Gandhi)

Es ist umstritten, ob Gandhi dieses Zitat wirklich zuzurechnen ist. Oft wird dazu angemerkt, die Regel "Auge um Auge, Zahn und Zahn" sollte historisch überschießende Vergeltungsgrausamkeit eindämmen. Es ist aber klar, dass "Gandhi" erst recht die nach oben multiplizierte Vergeltung ablehnt.

Im Iran gab es kürzlich einen Fall, in dem ein Gericht als Strafe für entstellende Körperverletzung die selbe Art von Körperverletzung festsetzte, die vom Opfer am Täter vorgenommen werden soll. Schon im Sinne des Opferschutzes ist diese Art der Bestrafung abzulehnen, da sich beim Opfer nach der Ausführung Schuldgefühle entwickeln können, außerdem ist die Körperstrafe grausam.

Auch nach Kriegen kann es vorkommen, dass Amnestien gewährt werden müssen, da die Gesellschaft sonst so viele Menschen bestrafen müsste, dass sie nicht mehr lebensfähig wäre, zumal wenn sie durch die Kriegsereignisse ohnehin schon dezimiert ist.

Nach Kurzanalysen im SPIEGEL ist die revoltierende Opposition als eher national-iranisch einzuschätzen. Sie wendet sich insbesondere dagegen, Einnahmen aus den Ölverkäufen für internationale schiitische Expansion und die damit verbundene Unterstützung militanter Gruppen einzusetzen, und fordert, dass das Geld stattdessen im Iran bleibt. Damit wird auch ein Zusammenhang zur Wirtschaftskrise sichtbar.

Der Iran bräuchte einen muslimischen Gandhi, der die Rechtspraxis reformiert, sowie nationale Selbstbeschränkung und Gewaltlosigkeit einfordert.


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