Dienstag, 2. Juni 2009

"n. H."

Es ist bekannt, dass Josef Joffe (ZEIT) nichts dagegen hat, wenn insbesondere Linke mehr mit Hitler verglichen werden .

Joffe, Journalist jüdischer Provenienz, geboren in Polen oder Litauen(jedenfalls Ground Zero des Holocaust), aufgewachsen in Deutschland, ausgebildet an Universitäten in den USA, belässt es aber nicht bei Hitler-Vergleichen. Er selbst verwendet in seinen Artikeln regelmäßig die Zeitrechnung n.H. Das soll "nach Hitler" bedeuten, genauer: nach Hitlers Tod. Dementsprechend befinden wir uns gerade im Jahr 64 n. H.. Hitler wird damit in eine Reihe nicht mit Stalin oder Mao, sondern mit Jesus und Mohammed gestellt. Christen und Muslime müssen Jesus bzw. Mohammed mit Hitler gleichsetzen um auf Joffes "n.H." zu kommen. Juden bilden hingegen ihre Zeitrechnung nach der biblischen Schöpfung der Welt. Wie kommt Hitler zu diesem Ruhm in Joffes Artikeln?
"n.H." scheint Joffes Beitrag zur multikulturellen Zivilreligion zu sein, die sich negativ über "Hitler" definiert, dessen Wiederauferstehung von den Toten verhindert werden müsse. Die verschiedensten Religionen und Ethnien müssen demnach Abstriche an ihrem eigenen Geltungsanspruch hinnehmen, um UNTER einer staatlichen Zivilordnung zusammenzuleben. "n. H." verdrängt in Joffes Metaphorik die christliche, jüdische und muslimische Zeitrechnung und ordnet sie sich unter: d.h. Jesus, Abraham und Mohammed müssen gegenüber Hitler als Anti-Götzen des säkularen Staates zurückstecken. Aus christlich-konservativer Sicht muss das missfallen. Demnach hätte das Christentum weiterhin die Rolle der Leitkultur in der halb christlich, halb säkularen Bundesrepublik zu spielen, die weiteren Religionen und Weltanschauungen hätten sich anzupassen und nachzuordnen: So wie es heute noch bei den ökumenischen Staatsgottesdiensten, die in christlichen Kirchen stattfinden, der Fall ist.
Da sich die Anti-Hitler-Zivilreligion Joffes und anderer über das definiert, was nicht sein darf, um die Gesellschaft einen allerletzten gemeinsamen Nenner zu geben, benötigt sie ein ständiges Feindbild, was ihr einen hässlichen Zug gibt. Die Gesellschaft stabilisiert sich nicht aus sich selbst heraus. Es werden daher in Zukunft wohl noch einige missliebige Politiker zum "Hitler" erklärt oder mit ihm verglichen werden. Die ewigen zweiten Weltkrieger sorgen dafür.

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