Freitag, 3. Juli 2009

Die Verwandlung des Parteiensystems: Wer überlebt?

Ist es denkbar, dass sich das Parteiensystem in Deutschland so verändert, dass am Ende nur noch eine konservative CDU und eine sozialliberale FDP übrigbleiben, weil sich SPD und Linkspartei auflösen und der Anpassungsdruck aus den USA unvermindert anhält? Die Jugendorganisation der US-Demokraten unterstützt bereits jetzt die Jungen Liberalen der FDP. Ist das eine Weichenstellung? Könnte die FDP die ökonomisch sinnvollen ökologischen Forderungen der Grünen aufsaugen, so dass auch von dieser Partei nichts mehr bleibt?

Würde dazu eine Wahlrechtsänderung erforderlich sein?

Kommentare:

Jan hat gesagt…

Also diese gegenseitige Unterstützung zwischen Young Democrats und JuLis würde ich mal nicht zu hoch hängen. Soweit ich weiss, sind beide Jugendorganisationen halt im selben internationalen Dachverband. Das allein hat inhaltlich wenig zu bedeuten und was Inhalte angeht findet man bei den JuLis schon so ziemlich das komlette Spektrum (wenn auch örtlich unterschiedlich ausgeprägt).

Zeitreisen-Blog hat gesagt…

Ich glaube bei der Verwandlung des Parteiensystems sind eher unsere Volksparteien betroffen. Sowohl die Blauen als auch die Roten sehen ihr Wahlpotential im MIttelstand. Die CDU eher im konservativ-christlichen Mittelstand, die SPD im linksorientierten. Aber gerade diese Gruppe, die Mitte, ist den stärksten Umwälzungen ausgesetzt. Die von der SPD initiierten Hartz-IV-Reformen waren ein Angriff auf die Leute, die sich aufgrund ihrer Leistung etwas aufgebaut haben. Kam es zur Verlust der Arbeit, konnte der bisherige Standard mit Hartz IV nicht erhalten werden. Mit der CDU können sich (meistens) nur die Alten identifizieren. Somit fällt die CDU-Wählergruppe der biologischen Lösung zu Opfer. Dagegen blicken die FDP und Grünen auf eine feste Wählergruppe zurück (Unternehmer bzw. Lehrer). Und die Linken profitieren vom Abgang unzufriedener SPD-Wähler.

scrutograph hat gesagt…

Westerwelle hat sich als Anwalt derjenigen festgelegt, "die morgens früh aufstehen", d.h. er wildert auch im Arbeitermilieu der SPD.

Was wird mit Freien Wählern, NPD, Rentnerparteien und Piraten sein. All das wird uns mehr oder weniger langfristig erhalten bleiben, wenn kein Mehrheitswahlrecht eingeführt wird.

scrutograph hat gesagt…

Bermerkenswert finde ich, dass in einigen Fragen der Ausländerpolitik aktuell die Union allein gegen alle anderen, also FDP-Liberale und Linke steht, wobei die Union allein noch einen Republicans-nahen Standpunkt vertritt.

http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/wahlen2009/Integration-Wahlprogramme-Auslaenderpolitik-CDU;art20195,2836732