Donnerstag, 20. August 2009

911

Nackt sein,
mutig sein.
Man selbst sein?

Auch ohne Kleider
nur verschlossene Türen.
Kettenrasseln!

Nackt sein,
mutig sein.
Man selbst sein?

Alles verdeckt mit Angst,
lähmender Angst vor Entdeckung.
Schritte nähern sich,
Stimmen raunen über mir.

Oder in mir?

Samstag, 15. August 2009

High Noon, 1952 - Ein einsamer Marshal in einer vom Terror gelähmten Stadt



"High Noon" ist ein wahrhaft aristotelischer Western, da er die Einheit von Ort, Zeit und Handlung realisiert.

Der durchaus politisch konnotierte Film passt gut zur Lage des Westens heute, große Teile der Handlung bestehen in dem erfolglosen Werben des alternden pensionsreifen Marshals Will Kane (Gary Cooper) um Unterstützung der Bürger seiner Stadt gegen eine Gruppe von Gangstern, die um 12 Uhr Mittags mit dem Zug ankommen werden und ihn umbringen wollen. Damit beschreibt der Film gut die Abneigung der Bürger westlich geprägter Demokratien gegenüber militärischen Auseinandersetzungen, die Menschenleben kosten. Die USA weichen immer mehr auf Flug-Kampfroboter, Todesdrohnen, aus, um ihre Feinde zu treffen, ohne der Bevölkerung große Opfer in eigenen Streitkräften zumuten zu müssen. Das Militär der Koalitionstruppen hat schon länger den schlechten Ruf weg, ausgesprochen feige zu sein: G.I.´s gelten als Angstschießer. Das Ausweichen auf den Luftkrieg mit zivilen Kollateralopfern ist letztlich der Höhepunkt der Angstschießerei.

Will Kane trifft nicht nur auf feige Bürger, die sich den Schweiß mit dem Tuch von der Stirn wischen, sondern im Saloon sogar auf offene Ablehnung und Feindseligkeit, dort erhofft man sich nämlich gute Geschäfte mit den zurückkehrenden Banditen zu machen. Auch diese schroff ablehnende Haltung gegenüber der bewaffneten Staatsmacht lässt sich real in westlich geprägten Demokratien vorfinden. Einige Bürger versuchen auch gütlich den Marshall zu bereden, sein Vorhaben, sich mit seiner jungen Frau auf eine Ranch zurückzuziehen, wahrzumachen. Aufgrund der ungünstigen Kräfteverhältnisse machen sie im Ordnungshüter, nicht in den Killern, den Unruhestifter aus, der weichen sollte. Auch dies gibt eine sehr realistische Beobachtung wieder. Der Film erfasst auch die Trittbrettfahrerproblematik beim Gut Öffentliche Sicherheit. Warum soll gerade ich mein Leben für die Sicherheit einsetzen, fragt sich mancher Bewohner der Wild-West-Stadt.

Viele andere Western kann man sich heute eigentlich nicht mehr ansehen, ich denke insbesondere an die knallbunten des Genres mit John Wayne, die oft mit einem männlich-militärischen Auftrumpfen einhergehen. Sie erinnern an Zeiten, in denen die USA auf dem Höhepunkt von Macht und Wohlstand standen - diese Filme aus den Hollywoodstudios der 50er wirken oft schon wie unzeitgemäße Relikte der Vergangenheit in einer zunehmend postamerikanischen Welt, in der mehr diplomatisches Geschick im Weißen Haus gefragt ist, Werben und Verhandlung, um weltweit Bundesgenossen gegen den Terrorismus zu finden und zusätzliche Feindschaften und Angriffe zu verhindern.

Da ich gefragt wurde, warum das Blog ruhen soll: Ich werde die nächsten Wochen keine Gelegenheit haben zu schreiben.

Donnerstag, 13. August 2009

Ruhe im Blog

Dieses Blog wird für unbestimmte Zeit ausgesetzt. Artikel des Scrutographen werden sich noch in den Leserbeiträgen der ZEIT finden. Auch empfehle ich die Links des Scrutographen bei Facebook.

Donnerstag, 6. August 2009

64 Jahre nach Hiroshima: Abrüstung oder Aufrüstung?



Während sich Obama und in Deutschland seine Adepten Westerwelle und Steinmeier in Abrüstungspoesie einer atomwaffenfreien Welt üben, erwägt man in Japan, sich Atomwaffen zuzulegen, steht es doch mit Nordkorea einer unberechenbaren atomaren Aufrüstungsmacht gegenüber. In Japan kursieren auch Überlegungen, sich eine neue Verfassung zuzulegen, vereinzelte entsprechende Stimmen hört man auch in Deutschland.

Eine atomwaffenfrei Welt ohne die Stabilität der Overkill-Androhung würde die Rückkehr der Großkriege bedeuten, die mit konventionellen Waffen ausgetragen werden. Eine eher bestürzende Vorstellung, die NATO würde hier auf Null abrüsten. Freilich muss man nicht so viele Atomwaffen finanzieren, dass die Erde gleich mehrfach zerstört werden kann. Das ist Geldverschwendung, die da in den vergangenen Jahrzehnten betrieben wurde.


Das Foto unten zeigt die Opfer nicht von Hiroshima, sondern der amerikanischen Feuersturm-Luftangriffe auf Tokyo, die mit konventionellen Waffen geführt wurden und etwa 100 000 Toten hinterließen. Gänzlich frei von Langzeitbeeinträchtigungen waren diese Angriffe auch nicht, in Deutschland und Japan buddelt man heute immer noch Sprengkörper aus der Erde.

Die technische Entwicklung der Atombombe kann durch die Politik, auch durch Obama, nicht rückgängig machen, eine atomwaffenfreie Welt wie vor 1945 wird es deshalb so nicht wieder geben.

Überbleibsel des 2. Weltkrieges: Kriegskinder deutscher Besatzungssoldaten in Frankreich

Zu den Relikten des 2. Weltkrieges gehören auch dieKinder aus Beziehungen zwischen deutschen Besatzungssoldaten und Frauen in ganz Europa, insbesondere auch Frankreich. Diese Kriegskinder waren zum Teil nach dem Krieg heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Jetzt wurde einem die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen, ungeachtet der Tatsache, dass es kein Deutsch spricht.

Dahinter steht wohl eine Art Entschädigungsdenken, vielleicht auch immer noch das ius sanguinis. Deutscher kann man immer noch werden, indem man nachweist, dass man deutsche Vorfahren hatte, ähnlich wie man durch entsprechende Nachweise Israeli werden kann.

Montag, 3. August 2009

Deutschland 2009: Abwirtschaften, Abwracken und Abfackeln

Die sozialdemokratischen Politiker Deutschlands wracken Autos ab, die linksradikalen Feuerteufel fackeln Autos ab.

Hinter der ökonomisch unsinnigen Förderung der Verschrottung funktionstüchiger Autos und den Aktivitäten linker Autobrandstifter in deutschen Großstädten steht die gleiche Geringschätzung von Werten.

Ob die Brandstifter wohl von der Autoindustrie zur Ankurbelung des Umsatzes ebenfalls Prämien erhalten?

Die Möbelindustrie vermeldet indes wirtschaftliche Schwierigkeiten, sie hätte unter Bedingungen ohne Staatseingriff von der Krise profitiert, da es als ökonomisches Gesetz gilt, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten an Autos gespart und vermehrt in die Wohnungseinrichtung (Sofaecka) investiert wird. Diese Gelder der privaten Haushalte sind nun fehlgelenkt worden.

Irak geht gegen linksmilitante Exiliraner vor



Das Video zeigt, wie irakische Sicherheitskräfte ein Lager der iranischen Volksmudschahedin räumen, militanter islamsozialistischer Exiliraner, die in der Vergangenheit durch die Amerikaner gestützt wurden. Die irakische Regierung zeigt sich dadurch entschlossen, eigene Wege zu gehen.

Die Briten in der Auseinandersetzung mit frühen Islamisten: Der Film "Khartoum" mit Charlton Heston, 1966

Samstag, 1. August 2009

Die Grünen: Die jüngste Partei Deutschlands?

Die Grünen haben ihre Mitgliederentwicklung evaluiert. Steffi Lemke, Politische Bundesgeschäftsführerin und Wahlkampfleiterin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN interpretiert die Zahlen so:
"Der Trend zu Grün ist ungebrochen. Seit Beginn diesen Jahres kommen jede Woche rund 100 neue Mitglieder dazu. Mit knapp 46 500 Mitgliedern ist Grün aktuell so stark wie seit vielen Jahren nicht mehr. Von Politikverdrossenheit also keine Spur. Vor allem junge Menschen setzen immer stärker auf die Grünen: Im Durchschnitt sind die seit dem 01. Januar 2009 eingetretenen Mitglieder 38 Jahre alt. Mit 47 Jahren im Altersdurchschnitt sind wir jedoch längst die jüngste Partei Deutschlands."
Es zeigt sich, dass die Grünen harte Konkurrenten für FDP und Junge Liberale sind, was die Gewinnung junger Anhänger anbelangt. Es ist allerdungs zu beachten: Die FDP schleppt noch Mitglieder aus Jahrzehnten mit sich, als es die Grünen noch gar nicht gab - das muss sich auf den Altersdurchschnitt auswirken.
Johannes Vogel, selbst über grüne Umwege in die Politik gekommen und heute Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen, will viele Gemeinsamkeiten der Klientel sehen.
Oft gelten die Grünen als liberale Partei, sie sind auch weit im Bürgertum angekommen und an christliche Werte wie "Bewahrung der Schöpfung" anschlussfähig. Ein Studie wies vor einiger Zeit aus, dass das Durchschnittseinkommen der Grünen-Anhänger höher liegt als das der FDP-Anhänger, der angeblichen Partei der Besserverdienenden. Ein Politik der ökonomischen Selbstkasteiung um ökologischer Ziele willen muss man sich erst auch einmal leisten können. Auch haben die Grünen mit Ökopolitik künstlich Märkte geschaffen, die sie nun selbst bedienen. Der Scrutograph hält die Grünen mit ihrer braun-rot linksradikalen Vergangenheit mittlerweile insgesamt für staatsgläubiger und sozialistischer als die FDP - der "grüne NEW DEAL" soll der Weg aus der Krise sein.