Dienstag, 9. Februar 2010

Don´t be a Sucker!

Die fortlaufende mediale Thematisierung des Dritten Reichs ist keine Spezialität Deutschlands. Nicht umsonst ist der Begriff Holocaust aus dem amerikanischen Englisch zu uns gekommen: Auch in den USA hat man die politisch-pädagogische Potential des Zusammenbruchs des Deutschen Reichs und des VÖlkermords an den Juden früh erkannt und eingesetzt, um den Rassismus im eigenen Land zurückzudrängen. Der Lehrfilm "Don´t be a Sucker" stammt aus dem Jahr 1947! Er zeigt einen alten jüdischen Emigranten aus Ungarn, der dem jungen Amerikaner vor dem populistischen Brandredner warnt, der gegen Minderheiten hetzt. Moral der Geschichte soll sein: Rassismus führt zum Untergang eines Landes. Während es in Deutschland heißt: "Nie wieder!", heißt es in dem US-Film übersetzt: "Das darf unserem Land nie passieren!"
Das Schicksal des Dritten Reiches als Gleichnis und Lehrstück.

In der Tat mussten sich die USA in der Ost-West-Konfrontation mit dem Kommunismus etwas einfallen lassen, den Schwarzen eine Perspektive eröffnen, um sie nicht dem roten Lager zuzutreiben. Auch benötigte die Gesellschaft, im Kalten Krieg eine gewisse Geschlossenheit. Dies lässt sich in dem Film erkennen. Hitler stellte die gesellschaftliche Geschlossenheit in der Weltwirtschaftskrise und für den von ihm angestrebten Krieg durch Verfolgung aller Minderheiten her. Im Film wird erkannt, dass diese Möglichkeit für Amerika gar nicht besteht, da alle Bewohner des Landes irgendwelchen verfolgten Minderheiten entstammen, und man diese nicht gegeneinander ausspielen darf.

Wenn ich mir anschaue, was die großen Wochengazetten in Deutschland, SPIEGEL und ZEIT (gemäßigt nachtrottend) mittlerweile so zusammenschreiben, habe ich den Eindruck, dass man wieder durch Druck auf Minderheiten in der Krise das Land zu stabilisieren sucht.

In einer links-protestantischen Mehrheitsgesellschaft sind als Adressaten von Repressionskampagnen zzgl. zu den bisherigen Hassfiguren "radikaler Muslim" und "Nazi" anzunehmen: 1. Katholiken und 2.als bedrohlich und wirtschaftsnah empfundene "Geheimgesellschaften" (früher "Freimaurer", heute eher Scientology u.a.), 3. Politische Oppositionelle und Andersdenkende, insbesondere auch im engeren Sinne Liberale, 4. "Wirtschaftsverbrecher" (mehr oder weniger triftig kriminalisierte Unternehmer und Steuerzahler)

Allgemein kann man annehmen, dass die Denunziationslaune in der Bevölkerung stark ansteigen wird. Aufgrund der verfahrenen Situation werden sich die Menschen auf die Suche nach Schuldigen begeben.

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