Sonntag, 28. März 2010

Scrutograph´s Cinema

Samstag, 27. März 2010

Das schreckliche Mädchen (Deutschland 1989)



Das was, das schrecklich Mädchen erlebt hat, kann auch noch heute erleben, wer sich aus welcher Perspektive auch immer mit dem Dritten Reich beschäftigt, wenn er sich nicht gerade mit den Aktivitäten der Kaninchenzüchter oder der Schützenvereine befasst. Prozessen gegen greise Vollstrecker oder Symbolverbote sind die oberflächlichsten Formen der Vergangenheitsbewältigung und daher so besonders geschätzt in Deutschland. Eine umfassende Bewältigung und Absage an den Nationalzialismus samt seiner Sozial- und Umverteilungspolitik stand in Deutschland nie zur Debatte.

Da es in Deutschland nie zu einer Amnestie von NS-Verbrechen kam und die Verjährung rückwirkend verhindert wurde, erschwert die begründete oder auch in die 2. oder 3. Generation nachreichende - dann irrationale - Angst vor Strafverfolgung oder Sanktionen die historische Forschung und Aufklärung dieser Zeit.

Mittwoch, 24. März 2010

Samstag, 20. März 2010

Waffenstillstand Trailer




Ein Film von Lancelot von Naso über den Irakkrieg aus deutsch-europäischer Perspektive. Der Zuschauer wird mit auf eine wilde Fahrt durch die Wüste mit Helfern und Journalisten aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden genommen. Bald fühlen sich die Helfer selbst gejagt und finden sich in misslichen Situationen wieder. Ein Low-Budget-Film, der überaus packend ist, und das Leid der Kriegsopfer thematisiert. Die amerikanischen Besatzer kommen nicht gut weg. Die Begebenheit, auf die sich der Film bezieht, ist schon lange Vergangenheit: Die Schlacht um Falludscha. Aber schneller ließ sich das anspruchsvolle Projekt nicht realisieren, so Produzent Dario Suter. Auch die Drehbedingungen in Marokko hatten ihre Tücken: Es regnete ohne Unterlass, und die Wüste verwandelte sich in eine Reisfeldlandschaft. Der Film endet tragisch.

Freitag, 19. März 2010

"Die Grenze", ein Polit-Schocker, der auf den Neo-Sozialismus einstimmt



Anfang dieser Woche lief der Zweiteiler "Die Grenze" auf SAT.1. Noch bis 22. März kann er im Internetportal des Senders angesehen werden. Ein hochpolitischer Film, der trotz seiner überdrehten Konstruktion zum Nachdenken anregen kann. Ein Mentalitätsspiegel der DDRisierten BRD, der offenbar aber auch auf den künftigen Neo-Sozialismus einstimmen soll und das Schreckbild eines Bürgerkriegs an die Wand malt. Das Film-Pendant der Linkspartei erscheint darin als kleineres Übel zu einer freiheitlichen Rechtspartei, die es in Deutschland so gar nicht gibt, und es nur gäbe, wenn Westerwelle zum Haider mutierte, mehrfach im Lotto gewänne und sich eine eigene Straßenkampftruppe zulegte, eine Befürchtung, die der Film zum Nachteil der Liberalen zu nähren geeignet ist. Benno Fürmann als Mitarbeiter eines Inlandsgeheimdienstes ist der Held des Films, der die Rechtspartei als kryptofaschistisch und politkriminell entlarvt - mehr fernsehmediale DDR-Renaissance geht nicht.
Das Publikum konnte dieser Film-Fantasie und der darin enthaltenen Nazi-Dämonisierung rechts-liberaler Positionen nicht viel abgewinnen, und schaltete beim 2. Teil weg.

Tatsächlich ziehen viele Deutsche eine "Grenze" zwischen sich und ihren ehemaligen Landsleuten, indem sie etwa in die Schweiz auswandern. Viele Ossis wünschen sich anscheinend die Mauer zurück, um sich vor den Unbilden der Globalisierung in Sicherheit zu wiegen. Vielleicht wird eine "Mauer" auch bald um ganz Deutschland gezogen, um die aktuellen "Republikflüchtigen" im Land zu halten, die der Abgabenlast zu Gunsten einer bald rapide zunehmenden Masse von Armen und Alten entgehen wollen. Die Ghettoisierung in den Großstädten nimmt zweifellos zu, wie auch die Abschottung zwischen Reich und Arm. Urbane, nicht ländliche, Krisengegenden könnte sich durchaus der Kontrolle der Polizei entziehen.
Ansonsten kann der Bürgerkrieg, der laut Film ausbrechen soll, nur eine ziemlich alterslahme Veranstaltung sein, angesichts der rapiden Vergreisung der Gesellschaft.

Mittwoch, 10. März 2010

Aus der historischen Fundgrube: Antiimperialistische und antifaschistische Nationalsozialisten

Lesenswerter Aufruf der nationalsozialistischen Linksabweichler-Gruppe um Otto Straßer aus dem Jahr 1930. Hört sich phrasenweise an wie die antiimperialistische Linke ("Antiimps") heute:

Wir faßten und fassen den Nationalsozialismus als eine
bewußt antiimperialistische Bewegung auf, deren
Nationalismus sich beschränkt auf Erhaltung und
Sicherstellung des Lebens und des Wachstums der
deutschen Nation ohne irgendwelche Herrschaftstendenzen
über andere Völker und Länder. Für uns war und ist
daher die Ablehnung des vom internationalen
Kapitalismus und vom westlerischen Imperialismus
betriebenen Interventionskrieges gegen Rußland eine
selbstverständliche Forderung, die sich ebenso aus
unserer Idee wie aus den Notwendigkeiten einer
deutschen Außenpolitik ergibt. Wir empfanden daher die
immer offener für den Interventionskrieg eintretende
Haltung der Parteileitung als der Idee widersprechend
und den Erfordernissen einer deutschen Außenpolitik
abträgig.

Für uns war und ist die Zustimmung zum Kampf des
indischen Volkes um seine Freiheit von englischer
Herrschaft und kapitalistischer Ausbeutung eine
Notwendigkeit, die sich ebenso sehr aus der Tatsache
ergibt, daß für eine deutsche Befreiungspolitik jede
Schwächung einer Vertragsmacht von Versailles günstig
ist, wie aus der gefühlsmäßigen Zustimmung zu jedem
Kampf, den unterdrückte Völker gegen ausbeutende
Usurpatoren führen, da es eine zwingende Folge unserer
Idee des Nationalismus ist, daß das Recht der Erfüllung
völkischer Eigenart, das wir für uns in Anspruch
nehmen, auch allen anderen Völkern und Nationen
zusteht, wobei uns der liberalistische Begriff der
"Segegnungen der Kultur" unbekannt ist. - Wir empfanden
daher die Politik der Parteileitung, die offen für den
britischen Imperialismus gegen den Freiheitskampf
Indiens Stellung nahm, als ebenso den realen Interessen
Deutschlands wie den ideemäßigen Voraussetzungen des
Nationalsozialismus widersprechend.


Auch Antifa-Töne sind zu finden. Da bekommt das Wort von den Antifa-Nazis gleich noch tiefere Bedeutung:

Wir empfanden daher das
von der Parteileitung absichtlich beibehaltene
republikanisch-monarchistische Halbdunkel als eine
Belastung, die übersteigerte Verehrung für den
faschistischen Obrigkeitsstaat, wie sie seitens der
offiziellen Parteistellen immer stärker hervortritt,
geradezu als eine Gefahr für die Bewegung und als Sünde
gegen die Idee.



http://www.ns-archiv.de/nsdap/sozialisten/sozialisten-verlassen-nsdap.php

Zuweilen sind die unterschiedlichen Facetten und Fraktionen des Sozialismus nur schwer zu unterscheiden.

Kostenloser Kindergarten, weil Migranten fernbleiben

Zur heute vorgestellten Studie des Statistischen Bundesamtes zu Kindern mit Migrationshintergrund in Betreuungseinrichtungen erklärt die stellvertretende Vorsitzende und familienpolitische Sprecherin der SPD, nein, FDP-Bundestagsfraktion Miriam GRUSS:

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind alarmierend, denn sie zeigen: Kinder mit Migrationshintergrund besuchen seltener eine Kindertageseinrichtung als Kinder ohne Migrationshintergrund. Aber gerade für Kinder mit Migrationshintergrund ist der Besuch einer Betreuungseinrichtung im Hinblick auf die Förderung der sprachlichen Entwicklung von großer Wichtigkeit. Kinder erlernen dort in einem frühen, lernsensiblen Alter nicht nur soziale Kompetenz, sondern sind auch sehr empfänglich für frühkindliche Bildungsbemühungen.

Sprache ist der Schlüssel zur Integration - und damit auch der Grundstein für die erfolgreiche Teilhabe am Bildungssystem und der Gesellschaft. Um möglichst alle Kinder zu erreichen, sollte zunächst der Halbtagsplatz im Kindergarten kostenfrei sein, auf lange Sicht sollte eine komplett kostenfreie Kinderbetreuung angestrebt werden. Denn frühkindliche Bildung kommt jedem Kind zu Gute, unabhängig von seiner Herkunft.


Ob Geld wirklich der alleinige Grund für den Nicht-Besuch ist? Soll ja auch noch mehr intakte Familien bei Muslimen(alias Mihigru-Menschen) geben. Als nächstes kommt wahrscheinlich die Kita-Pflicht, das erledigen dann die Neosozialisten.

Die Vergangenheit eines Vergangenheitsbewältigers

Angesichts der Debatte über die Vergangenheit des zweithöchsten Mitarbeiters der Birthler-Behörde erklärt der wissenschaftspolitische Sprecher der Jungen Union Deutschlands Stefan Gruhner:

Die Vorgänge um Hans Altendorf, den Direktor bei der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, sind beispiellos. Dass ein früheres Mitglied zweier kommunistischer Tarnorganisationen, die im Westen Deutschlands agitierten, in entscheidender Position für die Aufarbeitung der von der DDR-Staatssicherheit verübten Verbrechen zuständig ist, ist ein verheerendes Signal für die Opfer. Die Personalie zeigt einmal mehr, dass 20 Jahre nach der Einheit Deutschlands eine intensive und differenzierte Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur und der Stasi notwendig bleibt.

Hans Altendorf war an führender Stelle in mehreren Gruppierungen, die maßgeblich von östlichen Geheimdiensten beeinflusst und finanziert wurden, aktiv. Er verfügt als offenkundiger Sympathisant des DDR-Regimes nicht über die notwendige Integrität für seine Aufgabe. Marianne Birthler als Behördenchefin ist dringend gefordert, die Öffentlichkeit umfassend über die Vergangenheit Hans Altendorfs zu informieren und zu entscheiden, ob eine vertrauensvolle Zusammenarbeit unter solchen Umständen noch möglich ist. Im Interesse der Opfer der DDR-Staatsicherheit, die zum Teil jahrzehntelang unter Inhaftierung, Bespitzelung und perfiden Zersetzungsmaßnahmen litten, muss die schonungslose Aufklärung der Stasiverbrechen gewährleistet sein. Fraglich erscheint, ob die ,Birthler-Behörde‘ angesichts derartiger Entwicklungen die dafür geeignete Institution ist.

Gegen die zunehmenden Versuche, das DDR-Unrecht zu beschönigen und die wissenschaftliche Untersuchung der DDR-Geschichte zu behindern, wird die sich Junge Union Deutschlands auch in Zukunft zur Wehr setzen. Es bleibt unsere zentrale Aufgabe, die Erinnerung an das historische Unrecht der SED und der Stasi wach zu halten. Es muss vor allem die Aufgabe der jungen Generation in Deutschland sein, die noch lange nicht beendete Aufarbeitung des SED-Unrechts und der Stasi-Verbrechen voranzubringen. Auch im Kampf gegen den Extremismus gibt es für uns keine Rangordnung. Rechts- und Linksextremismus sind gleichermaßen eine Gefahr für die Demokratie und werden deshalb von uns konsequent bekämpft.

Samstag, 6. März 2010

Hitler als nützlichster Feind Stalins - wenn das Stalin wüsste

Weiter in Kellmanns Stalinbiographie gelesen. Er geht davon aus, dass Stalin Hitler erheblich unterschätzte, aber so falsch lag Stalin gar nicht:

Bald wurde Hitler gar als "Vorbote", "Wegbereiter" oder "Eisbrecher" der deutschen Revolution bezeichnet, weil auch er ein Feind der Sozialdemokratie war, den bürgerlichen Herrschaftsapparat zerschlagen und den Kommunisten damit eine Menge Arbeit abnehmen würde. Sojusnik Hitler. Kein Zweifel, so lautete Stalins Überzeugung, der Nationalsozialismus ist ein nützlicher und wertvoller "Schrittmacher auf dem Weg zu einem Sowjetdeutschland" (Klaus Kellmann: Stalin - eine Biographie, 2005, S. 109).



Interessant auch seine Ausführungen zu den Auswirkungen des Stalin´schen Terrors auf die Bevölkerung, er schreibt in von dem "Absinken eines ganzen Volkes in den Zustand wahnhaft-masochistischer Hörigkeit", wobei der Versacher dieses gigantischen Degenerationsprozesses aber von jedweder Schuld und Beteiligung freigesprochen wird." Kellmann führte einen Ausspruch des Schriftstellers Pasternak zur Zeit des großen Terrors an, der einem doch bekannt vorkommt: "Wenn doch nur einer zu Stalin ginge und ihm alles erzählte!" (Kellmann, S. 117).

"Wenn doch nur einer zu Stalin ginge und ihm alles erzählte!"