Freitag, 19. März 2010

"Die Grenze", ein Polit-Schocker, der auf den Neo-Sozialismus einstimmt



Anfang dieser Woche lief der Zweiteiler "Die Grenze" auf SAT.1. Noch bis 22. März kann er im Internetportal des Senders angesehen werden. Ein hochpolitischer Film, der trotz seiner überdrehten Konstruktion zum Nachdenken anregen kann. Ein Mentalitätsspiegel der DDRisierten BRD, der offenbar aber auch auf den künftigen Neo-Sozialismus einstimmen soll und das Schreckbild eines Bürgerkriegs an die Wand malt. Das Film-Pendant der Linkspartei erscheint darin als kleineres Übel zu einer freiheitlichen Rechtspartei, die es in Deutschland so gar nicht gibt, und es nur gäbe, wenn Westerwelle zum Haider mutierte, mehrfach im Lotto gewänne und sich eine eigene Straßenkampftruppe zulegte, eine Befürchtung, die der Film zum Nachteil der Liberalen zu nähren geeignet ist. Benno Fürmann als Mitarbeiter eines Inlandsgeheimdienstes ist der Held des Films, der die Rechtspartei als kryptofaschistisch und politkriminell entlarvt - mehr fernsehmediale DDR-Renaissance geht nicht.
Das Publikum konnte dieser Film-Fantasie und der darin enthaltenen Nazi-Dämonisierung rechts-liberaler Positionen nicht viel abgewinnen, und schaltete beim 2. Teil weg.

Tatsächlich ziehen viele Deutsche eine "Grenze" zwischen sich und ihren ehemaligen Landsleuten, indem sie etwa in die Schweiz auswandern. Viele Ossis wünschen sich anscheinend die Mauer zurück, um sich vor den Unbilden der Globalisierung in Sicherheit zu wiegen. Vielleicht wird eine "Mauer" auch bald um ganz Deutschland gezogen, um die aktuellen "Republikflüchtigen" im Land zu halten, die der Abgabenlast zu Gunsten einer bald rapide zunehmenden Masse von Armen und Alten entgehen wollen. Die Ghettoisierung in den Großstädten nimmt zweifellos zu, wie auch die Abschottung zwischen Reich und Arm. Urbane, nicht ländliche, Krisengegenden könnte sich durchaus der Kontrolle der Polizei entziehen.
Ansonsten kann der Bürgerkrieg, der laut Film ausbrechen soll, nur eine ziemlich alterslahme Veranstaltung sein, angesichts der rapiden Vergreisung der Gesellschaft.

Keine Kommentare: