Montag, 31. Mai 2010

Warum tritt Köhler zurück?

Eine Erklärung für den Rücktrittsanlass des bisherigen Bundespräsidenten Horst Köhler könnte sein: Köhler ist noch so auf die ursprünglich eindeutig defensiv-pazifistische Ausrichtung und Auslegung des Grundgesetzes geeicht, dass er die neue Militärpolitik der Bundeswehr im Rahmen von EU und anderen Bündnissen gar nicht vertreten kann. Einfache Vergleiche mit dem Kaiserreich durch den ungehobelten Trittin ("Kanonenbootpolitik") und der Vorwurf mangelnder Verfassungstreue lassen ihn bereits zusammenklappen. Auch vom Erfolg der Bundeswehr in Afghanistan scheint er ja nicht überzeugt zu sein. Köhler schwant weder Gutes für die Zukunft, noch ist er überzeugt davon, was er tut, also Rücktritt - jedenfalls kann es so wirken. Es gibt es gewisse Ähnlichkeit zur Resignation Kochs. Der Konservatismus tritt langsam von der politischen Bühne ab. Übrig bleibt Merkel, die Köhler nicht den Rücken deckte, wie das noch Kanzler Schröder tat.

Man sollte fragen, ob das Grundgesetz nicht noch weiter modifziert und klargestellt werden muss oder Auslandseinsätze der Bundeswehr bei fragwürdiger Verfassungskonformität zu unterlassen sind. Der Spagat zwischen dem ursprünglich pazifistischen Anspruch der Bundesrepublik und neuen Herausforderungen, die europäisch-deutsche Militärstrategen global sehen, scheint riesig und nur für reine Amtsverwalter der Position des Staatsoberhaupts, die sich aus der Politik völlig zurückhalten, zu ertragen.

Ein Jürgen Rüttgers oder eine ähnlich ermüdete Figur wird wohl als Nächstes zum Bundespäsidenten gewählt werden.


PS: Die Bundeswehr darf sich schon übrigens deswegen auch allein auf Piratenjagd begeben, da Piraten völkerrechtlich als "Feinde des Menschengeschlechts" gelten.

Mittwoch, 26. Mai 2010

"Purity Test" des "Tea Party Movement"

Zu den Forderungen dieses „Reinheitstests“ (purity test) gehören das
Eintreten
für niedrige Steuern und weniger Schulden;
für die Fortsetzung der Kriege im Irak und in Afghanistan bis zum Sieg;
gegen die Gesundheitsreform;
gegen die Legalisierung der Homosexuellenehe,
[gegen] Abtreibung und
[gegen] eine Amnestie für illegale Einwanderer;
für das Recht zum Waffentragen.


Quelle: faz

Montag, 24. Mai 2010

The Four Freedoms - more or less realizable

In the future days, which we seek to make secure, we look forward to a world founded upon four essential human freedoms.
The first is freedom of speech and expression--everywhere in the world.

The second is freedom of every person to worship God in his own way--everywhere in the world.

The third is freedom from want--which, translated into world terms, means economic understandings which will secure to every nation a healthy peacetime life for its inhabitants--everywhere in the world.

The fourth is freedom from fear--which, translated into world terms, means a world-wide reduction of armaments to such a point and in such a thorough fashion that no nation will be in a position to commit an act of physical aggression against any neighbor--anywhere in the world.

That is no vision of a distant millennium. It is a definite basis for a kind of world attainable in our own time and generation. That kind of world is the very antithesis of the so-called new order of tyranny which the dictators seek to create with the crash of a bomb.


— Franklin D. Roosevelt, excerpted from the State of the Union Address to the Congress, January 6, 1941

Freitag, 21. Mai 2010

FDP wird globalisierungskritisch und will die Finanzmärkte attackieren.

Diese historische Wendung der Dinge scheint mir dann doch mal einen Wortlaut wert. Im Folgenden die Erklärung des Pressereferenten der FDP-Geschäftsstelle:

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

der Deutsche Bundestag hat heute das Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus beschlossen. Dazu soll eine Zweckgesellschaft gegründet werden, die durch Gewährung von Krediten von bis zu 440 Milliarden Euro eine drohende Zahlungsunfähigkeit von Mitgliedstaaten abwehren soll. Zur Refinanzierung dieser Zweckgesellschaft erhält sie Garantien der Euro-Mitgliedstaaten. Das maximale Garantievolumen für Deutschland beträgt anteilig 123 Milliarden Euro. Diese Stabilisierung des Euro war notwendig, um Schaden von der europäischen Währung abzuwenden. Dazu finden Sie folgend einige Argumente, speziell zu einer möglichenFinanzmarktsteuer:

Über das heute beschlossene Paket zur Stabilisierung des Euro hinaus erwartet die FDP-Bundestagsfraktion klare Fortschritte bei der Regulierung der Finanzmärkte. Die Forderungen aus dem Entschließungsantrag des Deutschen Bundestages vor zwei Wochen müssen auf europäischer Ebene mit Nachdruck verhandelt werden. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt, der in der Vergangenheit von Rot-Grün aufgeweicht wurde, muss verschärft und der Finanzmarkt stärker reguliert werden. Unverzichtbar ist eine Beteiligung all derer an den Kosten der Krise, die auf Kosten der Steuerzahler spekuliert und Gewinne gemacht haben. Der Zusammenhang zwischen Risiko und Verantwortung muss gerade auch bei Finanzgeschäften wieder hergestellt und sichtbar werden. Über die geplante Bankenabgabe hinaus müssen die Verursacher der Krise zu deren Bewältigung herangezogen werden. Die FDP unterstützt daher auch die Einführung einer Finanzmarktsteuer.

Die Fraktionen von FDP und Union forderten nun in dieser Woche die Bundesregierung auf, für eine europäische / globale Finanzmarktsteuer einzutreten, um die Marktakteure stärker an den Kosten der Finanzkrise zu beteiligen. Dabei kommen für die christlich-liberale Koalition sowohl eine Abgabe auf Finanztransaktionen als auch eine Abgabe auf Vergütungen und Gewinne – wie sie die sogenannten Finanzaktivitätssteuer bewirkt – in Frage.

Die Finanztransaktionssteuer ist wenig zielgenau und es gibt bessere Instrumente, um die Kostenbeteiligung der Finanzmarktakteure zu erreichen. Einer europäischen / globalen Einigung wird sich die FDP jedoch nicht entgegenstellen. Eine Prüfung dieser Steuer auf internationaler Ebene ist daher akzeptabel. Bislang hatten die USA und auch Kanada stets erklärt, eine entsprechende Initiative nicht zu unterstützen. Sollte es jedoch zu einer internationalen Einigung kommen, so kann auch die Finanztransaktionssteuer eine Kostenbeteiligung der Finanzmarktakteure erreichen. Durch eine internationale Finanztransaktionssteuer würde es auch keine Kapitalfluchtbewegungen geben. Der Prüfungsauftrag der EU-Kommission verfolgt ebenso diesen internationalen Ansatz. Eine rein nationale Umsetzung der Finanztransaktionssteuer lehnt die FDP-Bundestagsfraktion weiterhin ab. Dies würde eine Abwanderung von Kapitalströmen in unregulierte Finanzplätze zur Folge haben und wäre eine reine Symbolpolitik ohne Lenkungswirkung.

Eine zielgerichtete Kostenbeteiligung der Finanzmarktakteure ist nach Meinung des IWF eher mit der Finanzaktivitätssteuer erreichbar. Gerade das Ergebnis von Finanzaktivitäten, die hohe Risiken in Kauf nehmen, um hohe Gewinne und damit auch hohe Boni zu erzielen, sollten von einer solchen Finanzmarktbesteuerung dann auch stärker erfasst sein, als langfristige Investitionen, beispielsweise zur Altersvorsorge.

Orientierungspunkte einer Finanzmarktabgabe müssen sein, dass durch deren Einführung schädliche Spekulationen eingedämmt, der angeschlagene Finanzsektor in Europa nicht weiter geschwächt, Kleinsparer nicht zusätzlich belastet und die Maßnahmen und Kontrollmechanismen global einheitlich sind, damit Finanzakteure den staatlichen Maßnahmen nicht ausweichen können. Diesen Anforderungen entspricht beispielsweise die von der christlich-liberalen Koalition bereits beschlossene Bankenabgabe.

Kurzerklärung:
Die Finanztransaktionsteuer soll jeden einzelnen Handel fast aller Finanzprodukte – von Aktien über Devisen bis hin zu Spekulationspapieren – belasten. Die Finanzaktivitätssteuer, wie sie der Internationale Währungsfonds (IWF) im April vorgeschlagen hatte, soll auf die Gewinne von Finanzunternehmen, aber auch auf Vergütungen wie Manager-Boni erhoben werden.


Mit freundlichen Grüßen

Tommy Diener

Montag, 17. Mai 2010

Über einige Schwierigkeiten mit Angriffen und Bedrohungen aus dem Islam umzugehen.

Zu den Schwierigkeiten unserer Gesellschaft Zumutungen und Angriffen aus der Welt des Islam, namentilch dem Islamismus bzw. Fundementalismus, anzugehen, liegen darin begründet, dass man


a) den Rassismusvorwurf fürchtet (Muslime inkl. Islamisten werden z.T. schon erfolgreich als angebliche "Rasse" vorgeführt, was auch durch neuere soziologisch sehr weite Verwendungen des Begriffs "Rassismus" aus dem engl. "racism" möglich wird. Inbesondere in Deutschland bestehen starke liberale Toleranzvorstellungen nach dem Vorbild der USA und unter dem Eindruck der Verfolgung der "jüdischen Rasse" in der deutsche Vergangenheit. In eher katholisch-etatistischen Ländern wie Frankreich ist man weniger bereit fundamentalistische Äußerungsformen des Islam hinzunehmen, wie sich im Streit um die Gesichtsverschleierung im Ländervergleich zeigt. Dort glaubt man an den Staat und seine Fähigkeit, eine bestimmte westlich-freiheitliche Lebensweise für alle Bürger durchzusetzen. In den USA und England traut man dem Staat erzieherisch nichts zu und huldigt auch gesellschaftlich dem Laissez-faire.

b) Zugleich kann man annehmen, dass Religion allgemein noch relativ hohe Achtung im christliche Bevölkerungsteil Deutschlands genießt (Präambel des nicht-laizistischen Grundgesetzes bezieht sich auf Gott), wovon auch politische Extremisten im Islam profitieren, die sich als Anhänger einer zudem monotheistischen Religion vorstellen. Gegen Extremisten vorzugehen, die sich religiös legitimieren, tut sich die Gesellschaft ungleich schwerer als gegen "Gottlose". Eine Sekte wie Scientology muss etwa zum Wirtschaftsunternehmen umgedeutet werden, damit dem Verfolgungseifer keine Grenzen gesetzt sind. Islamisten und Radikale können gleichsam in der Masse der Muslime untertauchen und vom Minderheitenschutz profitieren, den diese Gruppe selbstredend zu Recht wie andere Minderheiten auch genießen muss. Traditionell waren Deutsche gegenüber dem Islam immer recht tolerant, das Deutsche Reich mit islamischen Akteuren wie dem Osmanischen Reich oder dem Mufti von Jerusalem verbündet.

c) Aus dem Religionsstatus des Islam, der aus dem Blickwinkel der orthodoxen Fraktion unter den Muslimen eine ganzheitlich religiös-politisch-soziale-rechtliche Lehre ist, folgern auch Bedenken, sich in "fremde" Religionsangelegenheiten einzumischen. D.b. dass gemäßigte Muslime sich mit den Radikalen allein gelassen sehen. Die Nichteinmischung ist auch eine Folge des mangelnden Verständnisses des islamischen Kulturkreises. Die Medienberichterstattung trägt nicht gerade dazu bei, den Islamisten von anderen Muslimen unterscheiden zu können, ihre Ziele zu verstehen und zu erfassen.

d) Dazu tritt noch die erlahmende Vitalität des nicht-muslimischen Bevölkerungsteils, der sich vor explosiver religiöser Gewalt fürchtet.

e) Ferner kann es auch eine Unterschätzung der Fähigkeiten des muslimischen Bevölkerungsteils in Deutschland und daraus der Muslime und des Islam weltweit geben, den man zivilisatorisch nichts zutraut und dessen Akteure man deshalb als gesellschaftspolitische Herausforderung, auf dem Weltmarkt sowie militärisch nicht ernst nimmt, von dieser Unterschätzung profitieren natürlich auch radikal-politischen Muslime.

f) Es gibt außerdem eine in in alternativen Kreisen auftretende Attitüde, die man Winnetou-Komplex nennen könnte. Sie beinhaltet die Idealisierung aller Kulturkreise außerhalb des Westens und die Verteufelung der westlichen Lebensweise selbst, sodass alle Angriffe darauf als eigentlich verdient oder gar wünschenswert angesehen werden. Daneben setzen Linksradikale und Linksextremisten auf die Islamisten als Verbündete, nach dem Motto: Der Feind meiner Feinde ist mein Freund (wobei hier nicht immer Freund-Feind-Denken unterstellt werden kann). Neonazis sympathisieren zumindest mit den Islamisten.

Alles in allem verwundert es nicht, dass die Anschläge des 11. September maßgeblich von Islamisten aus Deutschland organisiert werden konnten.
Seitdem hat sich ein diffuse Islam-Aversion in der Gesellschaft verbreitet, die aber völlig ungerichtet ist und zu nichts führt.



Im Film ist eine aktuelle Attacke von aufgebrachten Muslimen auf den Künstler Lars Vilks zu sehen, der gerade dabei war, einen Film vorzuführen, in dem Homosexuelle mit Mohammed-Masken zu sehen sind, und auch sonst die religiös-politischen Moslem-Gefühle (die Homosexuelle nicht umfasssen) nicht nur ignoriert, sondern gezielt verletzt. Hier ist der liberale Künster, der eine unerträgliche Zumutung für gläubige Muslime darstellt, wobei die Reaktion des Publikums eine Zumutung für den westliche Gesellschaft und ihr Tolernanzverständnis ist. Ob da nur Islamisten und Fundamentalisten eifern und attackieren?

Wo sind die Kinder?

Zur erneut gesunkenen Geburtenrate in Deutschland erklären der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, und Dorothee Bär, MdB:

„Die historisch einmalig niedrige Geburtenrate in Deutschland ist alarmierend. 2009 kamen 651.000 Kinder zur Welt – so wenig wie nie zuvor in der Bundesrepublik. Ein Rückgang um 3,6 Prozent zum Jahr 2008, als noch 683.000 Geburten zu verzeichnen waren. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Wie gravierend die Geburtenrate seit Jahrzehnten sinkt, zeigt der Vergleich mit dem Jahr 1964, als es auf dem Höhepunkt des Babybooms mit 1,36 Millionen Neugeborenen mehr als doppelt so viele Kinder wie heute gab. Seitdem sinkt die Anzahl der gebärfähigen Frauen ständig – in den letzten vier Jahren um eine halbe Million.

Dieser Geburtentiefstand verdeutlicht, dass es wichtiger denn je ist, die Rahmenbedingungen für junge Familien weiter zu verbessern. Das Elterngeld, die geplante Einführung des Betreuungsgeldes und der bedarfsgerechte Ausbau qualitativ guter und zeitlich flexibler Betreuungs- und Erziehungsangebote sind die Markenzeichen der modernen Familienpolitik der unionsgeführten Bundesregierung. Richtig bleibt es, Eltern echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Notwendig ist dabei, noch stärker die vielfältigen Bedürfnisse der Mütter, Väter und Kinder in das Zentrum der Familienpolitik zu rücken.

Um junge Menschen in ihrem Wunsch nach Kindern zu bestärken, muss etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Hier wurde durch die unionsgeführte Bundesregierung viel erreicht. Auch die steigende Anerkennung der Erziehungsleistung junger Mütter und Väter ist ein Erfolg. Diese konsequente Familienförderung muss angesichts der alarmierenden demografischen Entwicklung fortgesetzt werden.“


Man könnte die Datenlage auch so interpretieren, dass die staatliche Familienförderungspolitik keine Effekte hat. Vieleicht wäre aber die Geburtenrate noch niedriger, ohne? Die Jahrgänge, die jetzt im heirats- und zeugungsfähigen Alter sind, sind selbst durch den Pillenknick dezimiert. Weniger Menschen können nur weniger Kinder bekommen. Gegen die Säkularisierungs-,Flexibilisierungs, Individualisierungs-, Emanzipations-, Vereinzelungs- und Egoismus-, un Tendenzen bei gleichzeitigem Staatsausbau in diesem Sektor (Ganztagesschule, die engagierten Familien kaum noch was von ihren Kindern lässt, Sozialstaat, der die Absicherung in der Familie unnötig erscheinen lässt.) lassen Familiengründung bei sich verschlechternder ökonomischer Gesamtlage unwahrscheinlich erscheinen. Dazu kommt der wachsende gesellschaftliche Karrieredruck auf Frauen (und Männer, sodass sie keine festen Partner mehr finden oder keine festen Beziehungen pflegen können. Noch mehr staatliche Mittel für die Kleinkinderbetreuung dürften immer schwerer zu bekommen sein. Es fehlt in Deutschland die Bereitschaft in Kinder zu investieren, sei es privat oder staatlich. Da Kinder individuell Luxus und viel Verantwortung sind, spart man in Krisenzeiten an den Kindern zuerst. Mütter und Väter, die Steuerzahler und Rentenbeitragszahler aufziehen, werden vom Sozialstaat damit ausgebeutet, der ihnen nichts dafür ausschüttet. Das Kindergeld war immer nur eine Teilrückzahlung der Mehrwertsteuer, die Familien mehr als andere bezahlen müssen.

Was ich heute familienpolitisch noch auf Akzeptanz stoßen sehe, ist der Ausbau der Versorgung mit Kita- und Ganztagesschulangeboten, da die schrumpfende Gesellschaft weder auf die Kinder noch die Arbeitskraft junger Mütter verzichten kann.

FDP-Sprecher schätzt Wehrdienstverweigerer

Zum morgigen Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerer erklärt der jugendpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Florian Bernschneider:

In vielen Ländern werden Kriegsdienstverweigerer noch immer schlechter gestellt als ihre Altersgenossen, die z.B. einer bestehenden Wehrpflicht nachkommen. In Deutschland hat die Praxis der Benachteiligung von Kriegsdienstverweigerern zum Glück ein Ende gefunden. Das ist auch ein Grund, warum sich die FDP strikt gegen die Pläne einer freiwilligen Verlängerung des Zivildienstes ausgesprochen hat, die eine faktische Verlängerung des Ersatzdienstes über die Wehrpflichtdienstzeit hinaus zur Folge hätte. Wir Liberale wollen Wehrdienstleistende und Kriegsdienstverweigerer gleichbehandeln.
Im Grundgesetz ist unmissverständlich festgelegt, dass niemand zum Dienst an der Waffe gezwungen werden darf. Die Entscheidung gegen die Wehrpflicht geht mit der Bereitschaft einher, sich im Rahmen des Zivil-, Freiwilligen- oder Friedensdienstes für unsere Gesellschaft zu engagieren: in Krankenhäusern, Altenheimen, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten, Jugendhäusern, Sportvereinen oder Fahrdiensten.
Diese Entscheidung treffen Jahr für Jahr Zehntausende junge Männer in unserem Land. Hierfür gebührt ihnen unser Respekt und unsere Anerkennung.



Unklar bleibt, warum nach Vorstellung der FDP Zivildienstleistende ihren Dienst nicht freiwillig verlängern dürfen. Ein faktische Verlängerung des Zivildienstes ist keine rechtliche, worum in Gleichbehandlungsfragen geht.

Samstag, 15. Mai 2010

High Noon, 1952 - Do Not Forsake Me

Do not forsake me, oh my darlin'
On this, our weddin' day
Do not forsake me, oh my darlin'
Wait, wait along.

I do not know what fate awaits me
I only know I must be brave
And I must face a man who hates me
Or lie a coward, a craven coward
Or lie a coward in my grave.

Oh, to be torn 'twixt love and duty
S'posin' I lose my fair-haired beauty
Look at that big hand move along
Nearin' high noon.

He made a vow while in state prison
Vowed it would be my life or his'n
I'm not afraid of death but oh
What will I do if you leave me?

Do not forsake me, oh my darlin'
You made that promise as a bride
Do not forsake me, oh my darlin'
Although you're grievin', don't think of leavin'
Now that I need you by my side.

Wait along, wait along
Wait along, wait along

Donnerstag, 13. Mai 2010

Mitgliederzuwachs bei den Grünen.

Zum erneuten Mitgliederzuwachs von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erklärte Steffi Lemke:


"Seit dem großen Wahlerfolg von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in NRW sind in den
vergangenen Tagen allein beim Bundesverband der GRÜNEN mehr als 300 neue Mitgliedsanträge eingegangen. Gegenwärtig haben wir GRÜNE schon 48.939 Mitglieder, also bereits 720 mehr als Ende 2009. Offenkundig wollen die Menschen uns GRÜNE nicht nur durch ihre Wahlstimme unterstützen, sondern aktiv eine bessere Politik als die von Schwarz-Gelb mitgestalten. 2,6
Prozent Stimmenzuwachs bei der Bundestagswahl im Herbst 2009 auf 10,7 Prozent und jetzt in NRW um 5,9 Prozent auf 12,1 Prozent verweisen auf einen anhaltenden Wachstumstrend. Die Zustimmung zu GRÜNER Politik wächst stetig.

Unser Ziel sind 50.000 Mitglieder bis zu unserem Parteitag Ende November. Angesichts von Klimawandel, Schuldenfalle, Bildungsnot und drohender Abkehr vom Atomausstieg finden offensichtlich immer mehr Menschen, dass wir GRÜNEN den Unterschied machen. Dazu passt, dass laut Umfragen fast zwei Drittel der Menschen in NRW die GRÜNEN gerne in Regierungsverantwortung sähen."


Haben die Menschen in Zeiten der wirtschaftlichen Schrumpfung noch mehr Angst vor dem Klimawandel und der Atomkraft? Und welche Rezepte haben die Grünen gegen die Verschuldung?

Sonntag, 9. Mai 2010

9. Mai 2010, Siegesparade auf dem Roten Platz



In Russland wird erst am 9. Mai an die Kapitulation Hitler-Deutschlands erinnert, da erst um 1 Uhr Nachts auf den 9. Mai 1945 auch die Waffen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen schwiegen.

Diese Militärparaden sind Machdemonstrationen, mit denen sich das Putinsystem über die Identifikation mit einer ruhmreichen Vergangenheit stabilisieren versucht. Der Anknüpfung für den russischen Nationalstaat ist, dass Stalin seinerzeit den "Großen Vaterländischen Krieg" ausgerufen, also zum patriotischen Kampf über alle politischen Gegensätze hinweg aufrief. Wer mit der Misere in der Gegenwart konfrontiert ist, flüchtet sich gerne in Erinnerungen. Medwedew erinnert daran, dass die Sowjetunion aus dem Angriff Hitler-Deutschlands gestärkt hervorgegangen sei. Das sind subtile Drohgesten gegen den Westen, für dessen latente Aggressivität in Russland "Hitler" steht.

Freilich hat das Kreml-Reich in den letzten 20 Jahren massiv an Einfluss in Osteuropa eingebüßt und eine Erholung ist eigentlich kaum in Sicht. An den Rändern bröckelte es ab und einstige Satrapen und Kolonien haben sich unter den Schirm der NATO und der USA geflüchtet. Russland ist weit zurückgedrängt, seine Armee marode, sein Atomwaffenarsenal aber noch gut bestückt.

Die Versöhnung mit Russland ist wichtig, insofern ist es gut, dass Kanzlerin Merkel auf der Parade erschien.

Die Deutschen können von Glück reden, dass Stalin (Befehl des Volkskommissars
für Verteidigung, Nr. 55, Moskau, vom 23.2.1942), die Angelegenheit so gesehen hat:
»Es wäre aber lächerlich, die Hitlerclique mit dem deutschen Volk, mit dem deutschen Staat gleichzusetzen. Die Erfahrungen der Geschichte besagen, daß die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt.«

Samstag, 8. Mai 2010

Journal-Interview mit Professor Paul Nolte, FU Berlin



Paul Nolte vertritt die staatstragendste Interpretatin der geschichtlichen Ereignisse, er könnte das Unheil nämlich auch mit dem Ersten Weltkrieg, dem Versailler Vertrag oder Weltwirtschaftskrise beginnen lassen. Der 8. Mai 1945 brachte zweifellos die Befreiung von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft, aber nicht die Befreiung schlechthin.

Konkret kann sich die Linkspartei freuen, wenn der 8. Mai als "Tag der Befreiung" verkündet wird, da damit auch die Suggestion im Raum steht, auch die Einführung von Kommunismus (wie damals durch die Sowjetunion in Osteuropa) in seinen brutalsten Varianten sei eine Befreiung. In Deutschland ist die herrschende Bezeichnung für die Ereignisse derzeit noch "Kriegsende".

Mittwoch, 5. Mai 2010

Ballad of the Alamo

In the southern part of Texas in the town of San Antone
There's a fortress all in ruins that the weeds have overgrown
You may look in vain for crosses and you'll never see a-one
But sometimes between the setting and the rising of the sun
You can hear a ghostly bugle as the men go marching by
You can hear them as they answer to that roll call in the sky.
Colonel Travis, Davy Crockett, and a hundred eighty more
Captain Dickinson, Jim Bowie present and accounted for.
Back in 1836, Houston said to Travis "Get some volunteers and go fortify the Alamo."
Well the men came from Texas and from old Tennessee
And they joined up with Travis just to fight for the right to be free.
Indian scouts with squirrel guns men with muzzle-loaders
Stood together, heel and toe to defend the Alamo.
"You may ne'er see your loved ones," Travis told them that day
"Those who want to can leave now those who fight to the death let 'em stay."
In the sand he drew a line with his army sabre
Out of a hundred eighty five not a soldier crossed the line
With his banners a-dancin' in the dawn's golden light
Santa Anna came prancing on a horse that was black as the night.
Sent an officer to tell Travis to surrender
Travis answered with a shell and a rousing rebel yell
Santa Anna turned scarlet "Play deguello!" he roared
"I will show them no quarter every one will be put to the sword!"
One hundred and eighty five holding back five thousand
Five days, six days, eight days, ten, Travis held and held again
Then he sent for replacements for his wounded and lame
But the troops that were coming never came, never came, never came.
Twice he charged and blew recall on the fatal third time
Santa Anna breached the wall and he killed 'em, one and all
Now the bugles are silent and there's rust on each sword
And the small band of soldiers. Lie asleep in the arms of the Lord.
In the southern part of Texas near the town of San Antone
Like a statue on his pinto rides a cowboy all alone
And he sees the cattle grazing where a century before
Santa Anna's guns were blazing and the cannons used to roar
And his eyes turn sorta misty and his heart begins to glow, and he takes his hat off slowly...

(Frankie Avalon)

Remember the Alamo!

A hundred and eighty were challenged by Travis to die,
By a line that he drew with his sword as the battle grew nigh.
A man that crossed over the line was for glory
And he that was left better fly,
And over the line crossed a hundred and seventy-nine.

Hey, up, Santiana, they're killin' your soldiers below,
So the rest of Texas will know and remember the Alamo.

Jim Bowie lay dyin', his blood and his powder were dry,
But his knife at the ready to take him a few in reply.
Young Davy Crocket lay laughin' and dyin',
The blood and the sweat in his eyes,
For Texas and freedom a man was more willing to die.

Hey, up, Santiana, they're killing your soldiers below,
So the rest of Texas will know and remember the Alamo.

A courier came to a battle once bloody and loud,
And found only skin and bones where he once left a crowd.
Fear not, little darling, of dying, if the world is sovereign and free,
For we'll fight to the last for as long as liberty be.

Hey, up, Santiana, they're killing your soldiers below,
So the rest of Texas will know and remember the Alamo.
And remember the Alamo.

(Jane Bowers)

The Green Leaves of Summer

A time to be reapin', a time to be sowin'.
The green leaves of Summer are callin' me home.
'Twas so good to be young then, in a season of plenty,
When the catfish were jumpin' as high as the sky.

A time just for plantin', a time just for ploughin'.
A time to be courtin' a girl of your own.
'Twas so good to be young then, to be close to the earth,
And to stand by your wife at the moment of birth.

A time to be reapin', a time to be sowin'.
The green leaves of Summer are callin' me home.
'Twas so good to be young then, with the sweet smell of apples,
And the owl in the pine tree a-winkin' his eye.

A time just for plantin', a time just for ploughin'.
A time just for livin', a place for to die.
'Twas so good to be young then, to be close to the earth,
Now the green leaves of Summer are callin' me home.

'Twas so good to be young then, to be close to the earth,
Now the green leaves of Summer are callin' me home.



Theme from the film "The Alamo" (1960)
(Paul Francis Webster / Dimitri Tiomkin)