Sonntag, 9. Mai 2010

9. Mai 2010, Siegesparade auf dem Roten Platz



In Russland wird erst am 9. Mai an die Kapitulation Hitler-Deutschlands erinnert, da erst um 1 Uhr Nachts auf den 9. Mai 1945 auch die Waffen zwischen deutschen und sowjetischen Truppen schwiegen.

Diese Militärparaden sind Machdemonstrationen, mit denen sich das Putinsystem über die Identifikation mit einer ruhmreichen Vergangenheit stabilisieren versucht. Der Anknüpfung für den russischen Nationalstaat ist, dass Stalin seinerzeit den "Großen Vaterländischen Krieg" ausgerufen, also zum patriotischen Kampf über alle politischen Gegensätze hinweg aufrief. Wer mit der Misere in der Gegenwart konfrontiert ist, flüchtet sich gerne in Erinnerungen. Medwedew erinnert daran, dass die Sowjetunion aus dem Angriff Hitler-Deutschlands gestärkt hervorgegangen sei. Das sind subtile Drohgesten gegen den Westen, für dessen latente Aggressivität in Russland "Hitler" steht.

Freilich hat das Kreml-Reich in den letzten 20 Jahren massiv an Einfluss in Osteuropa eingebüßt und eine Erholung ist eigentlich kaum in Sicht. An den Rändern bröckelte es ab und einstige Satrapen und Kolonien haben sich unter den Schirm der NATO und der USA geflüchtet. Russland ist weit zurückgedrängt, seine Armee marode, sein Atomwaffenarsenal aber noch gut bestückt.

Die Versöhnung mit Russland ist wichtig, insofern ist es gut, dass Kanzlerin Merkel auf der Parade erschien.

Die Deutschen können von Glück reden, dass Stalin (Befehl des Volkskommissars
für Verteidigung, Nr. 55, Moskau, vom 23.2.1942), die Angelegenheit so gesehen hat:
»Es wäre aber lächerlich, die Hitlerclique mit dem deutschen Volk, mit dem deutschen Staat gleichzusetzen. Die Erfahrungen der Geschichte besagen, daß die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt.«

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