Montag, 17. Mai 2010

Wo sind die Kinder?

Zur erneut gesunkenen Geburtenrate in Deutschland erklären der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, und Dorothee Bär, MdB:

„Die historisch einmalig niedrige Geburtenrate in Deutschland ist alarmierend. 2009 kamen 651.000 Kinder zur Welt – so wenig wie nie zuvor in der Bundesrepublik. Ein Rückgang um 3,6 Prozent zum Jahr 2008, als noch 683.000 Geburten zu verzeichnen waren. Damit setzt sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Wie gravierend die Geburtenrate seit Jahrzehnten sinkt, zeigt der Vergleich mit dem Jahr 1964, als es auf dem Höhepunkt des Babybooms mit 1,36 Millionen Neugeborenen mehr als doppelt so viele Kinder wie heute gab. Seitdem sinkt die Anzahl der gebärfähigen Frauen ständig – in den letzten vier Jahren um eine halbe Million.

Dieser Geburtentiefstand verdeutlicht, dass es wichtiger denn je ist, die Rahmenbedingungen für junge Familien weiter zu verbessern. Das Elterngeld, die geplante Einführung des Betreuungsgeldes und der bedarfsgerechte Ausbau qualitativ guter und zeitlich flexibler Betreuungs- und Erziehungsangebote sind die Markenzeichen der modernen Familienpolitik der unionsgeführten Bundesregierung. Richtig bleibt es, Eltern echte Wahlfreiheit zu ermöglichen. Notwendig ist dabei, noch stärker die vielfältigen Bedürfnisse der Mütter, Väter und Kinder in das Zentrum der Familienpolitik zu rücken.

Um junge Menschen in ihrem Wunsch nach Kindern zu bestärken, muss etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Hier wurde durch die unionsgeführte Bundesregierung viel erreicht. Auch die steigende Anerkennung der Erziehungsleistung junger Mütter und Väter ist ein Erfolg. Diese konsequente Familienförderung muss angesichts der alarmierenden demografischen Entwicklung fortgesetzt werden.“


Man könnte die Datenlage auch so interpretieren, dass die staatliche Familienförderungspolitik keine Effekte hat. Vieleicht wäre aber die Geburtenrate noch niedriger, ohne? Die Jahrgänge, die jetzt im heirats- und zeugungsfähigen Alter sind, sind selbst durch den Pillenknick dezimiert. Weniger Menschen können nur weniger Kinder bekommen. Gegen die Säkularisierungs-,Flexibilisierungs, Individualisierungs-, Emanzipations-, Vereinzelungs- und Egoismus-, un Tendenzen bei gleichzeitigem Staatsausbau in diesem Sektor (Ganztagesschule, die engagierten Familien kaum noch was von ihren Kindern lässt, Sozialstaat, der die Absicherung in der Familie unnötig erscheinen lässt.) lassen Familiengründung bei sich verschlechternder ökonomischer Gesamtlage unwahrscheinlich erscheinen. Dazu kommt der wachsende gesellschaftliche Karrieredruck auf Frauen (und Männer, sodass sie keine festen Partner mehr finden oder keine festen Beziehungen pflegen können. Noch mehr staatliche Mittel für die Kleinkinderbetreuung dürften immer schwerer zu bekommen sein. Es fehlt in Deutschland die Bereitschaft in Kinder zu investieren, sei es privat oder staatlich. Da Kinder individuell Luxus und viel Verantwortung sind, spart man in Krisenzeiten an den Kindern zuerst. Mütter und Väter, die Steuerzahler und Rentenbeitragszahler aufziehen, werden vom Sozialstaat damit ausgebeutet, der ihnen nichts dafür ausschüttet. Das Kindergeld war immer nur eine Teilrückzahlung der Mehrwertsteuer, die Familien mehr als andere bezahlen müssen.

Was ich heute familienpolitisch noch auf Akzeptanz stoßen sehe, ist der Ausbau der Versorgung mit Kita- und Ganztagesschulangeboten, da die schrumpfende Gesellschaft weder auf die Kinder noch die Arbeitskraft junger Mütter verzichten kann.

Keine Kommentare: