Montag, 10. Januar 2011

Regine Lötzsch, die Linkspartei und der Kommunismus

Die Parteivorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, machte sich Gedanken über Wege zum Kommunismus. Damit wich sie vom üblichen Sprachgebrauch ab, der vom "Demokratischen Sozialismus" spricht. In der Art und Weise, wie Lötzsch beide Begriffe durcheinander und austauschbar verwendet, wird deutlich: Beim "Demokratischen Sozialismus", den die Linkspartei anstrebt, muss es sich um eine Ersatzvokabel für Kommunismus handeln, so wie die Neonazis nicht mehr von Nationalsozialismus, sondern vom "Nationalen Sozialismus" reden.
Beim Plappern ist Lötzsch doch ganz schön auf kommunikative Abwege geraten, aber inhaltlich wohl gar nicht von der Parteilinie abgewichen.

Mittwoch, 5. Januar 2011

Bertrand Russel über Institutionen und Nationalgefühl

"Das Nationalgefühl ist eine Tatsache und muss von den Institutionen berücksichtigt werden. Wenn es ignoriert wird, verbirgt es sich und wird zu einer Quelle des Streits. Es kann nur harmlos bleiben, wenn ihm freie Bahn gelassen wird, solange es nicht räuberisch ist. Aber es ist an sich nicht ein gutes oder bewundernswertes Gefühl. Es gibt nichts Vernünftiges und Wünschenswertes in der Begrenzung der Sympathie, die sich auf einen Bruchteil der Menschheit beschränkt. Ein Mensch tut in der Regel recht, wenn sich seine Gedanken mehr mit den Interessen seiner eigenen Nation beschäftigen als mit denen anderer, weil seine Handlungen eher seine eigene Nation berühren."


Bertrand Russel: Politische Ideale, in: Wie die Welt gemacht werden kann, Darmstädter Blätter 1989, S. 80 f.